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Die Stadt der Zukunft ist intelligent vernetzt

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
SMART CITIES
Yiu Yu Hoi via Getty Images
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Da ich als Diplomat schon in verschiedenen St├Ądten weltweit gelebt habe, wei├č ich, dass das Thema ÔÇ×Smart Cities" immer wichtiger wird. Was aber bedeutet denn ÔÇ×Smart Cities? Einfach ausgedr├╝ckt die Nutzung moderner Kommunikationstechnologien, vor allem die Vernetzung durch das Internet, um die enormen Herausforderungen der St├Ądte zu meistern. So k├Ânnen beispielsweise der Verkehrsfluss und die Energienutzung in Zukunft ressourcenschonender organisiert werden.

W├Ąhrend meiner beruflichen Laufbahn habe ich in Bangkok, Hongkong, London und Beijing gelebt. F├╝r alle diese St├Ądte sind Staus, Luftverschmutzung und Energieeffizienz enorme Herausforderungen, und alle verfolgen unterschiedliche Ans├Ątze, um die richtige ├Âffentliche Infrastruktur daf├╝r zu schaffen. Nach Beijing mit seiner 20-Millionen-Bev├Âlkerung und seinen legend├Ąren Smog- und Verkehrsproblemen war es f├╝r meine Frau und mich eine Wohltat, als wir das erste Mal auf unserer Terrasse in Berlin standen und frei durchatmen konnten.

Berlin ist eine Stadt, die schnell w├Ąchst und nach innovativen L├Âsungen sucht. Wir brauchen ÔÇ×intelligente" L├Âsungen. Laut einer Studie, die vom Europ├Ąischen Parlament im Januar 2014 ver├Âffentlicht wurde, sind nur knapp ├╝ber die H├Ąlfte der 468 St├Ądte Europas mit mehr als 100.000 Einwohnern ÔÇ×intelligente" St├Ądte.

London war die erste moderne Stadt Europas, die erste Megapolis. London und auch andere britische St├Ądte haben intelligente, innovative Konzepte f├╝r Transport, Gesundheitsf├╝rsorge oder Umweltbeobachtung - wie Wetterkatastrophen und Luftqualit├Ąt. Die modernste britische Stadt ist Milton Keynes, sie wurde 1967 gegr├╝ndet und ist perfekt durchgeplant, also nicht von alleine gewachsen. Und trotz vieler H├Ąme von au├čen sind sich die Bewohner von MK, wie Milton Keynes kurz genannt wird, einig, dass sie sehr zufrieden und gl├╝cklich sind.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit lebt mehr als die H├Ąlfte der Weltbev├Âlkerung in st├Ądtischen Gebieten. Die Experten sagen voraus, dass bis 2030 ca. 60% der Menschen in St├Ądten leben werden. Es ist wahr, dass mehr als 80% des globalen BIP in St├Ądten erzeugt wird. Es ist aber auch wahr, dass die schnelle Urbanisierung potenziell un├╝berwindliche Probleme von Armut, Umweltverschmutzung und Ungleichheit aufwirft.

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Joschka Fischer und Botschaftsrat Nick Leake auf dem Workshop zur "Stadt der Zukunft"

Deswegen war es mir wichtig, Experten zum Thema ÔÇ×Smart Cities" zu einem Abendessen in meine Residenz einzuladen und einen Workshop zur ÔÇ×Stadt der Zukunft" hier in der Botschaft zu organisieren - ein Forum f├╝r den Austausch und die Diskussion von Ideen zu den Themen Nachhaltigkeit, Mobilit├Ąt und Infrastruktur.

Ein wichtiger Diskussionspunkt, der sich herauskristallisiert hat, war der Einfluss politischer Entscheidungen auf die zuk├╝nftige Entwicklung der Megast├Ądte. Unser Partner f├╝r diese lebendige und erfolgreiche Veranstaltung war das Langenburg Forum f├╝r Nachhaltigkeit. Das Forum wurde von Prinz Philipp zu Hohenlohe-Langenburg und Joschka Fischer & Company gegr├╝ndet und z├Ąhlt auch auf die Unterst├╝tzung des Prinzen von Wales und seiner ÔÇ×International Sustainability Unit".

N├Ąchstes Jahr wird zu dem gleichen Thema ein gro├čes Seminar in Langenburg stattfinden und man wird auf die L├Âsungsans├Ątze unseres Workshops zur├╝ckgreifen.

Es hat mich gefreut, wieder einmal festzustellen, wie viel wir voneinander lernen k├Ânnen und wie die Forschung und Wirtschaft beider L├Ąnder gemeinsam nach L├Âsungen f├╝r globale Herausforderungen suchen.

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