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Die Stadt der Zukunft ist intelligent vernetzt

18/07/2016 16:17 CEST | Aktualisiert 19/07/2017 11:12 CEST
Yiu Yu Hoi via Getty Images

Da ich als Diplomat schon in verschiedenen Städten weltweit gelebt habe, weiß ich, dass das Thema „Smart Cities" immer wichtiger wird. Was aber bedeutet denn „Smart Cities? Einfach ausgedrückt die Nutzung moderner Kommunikationstechnologien, vor allem die Vernetzung durch das Internet, um die enormen Herausforderungen der Städte zu meistern. So können beispielsweise der Verkehrsfluss und die Energienutzung in Zukunft ressourcenschonender organisiert werden.

Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich in Bangkok, Hongkong, London und Beijing gelebt. Für alle diese Städte sind Staus, Luftverschmutzung und Energieeffizienz enorme Herausforderungen, und alle verfolgen unterschiedliche Ansätze, um die richtige öffentliche Infrastruktur dafür zu schaffen. Nach Beijing mit seiner 20-Millionen-Bevölkerung und seinen legendären Smog- und Verkehrsproblemen war es für meine Frau und mich eine Wohltat, als wir das erste Mal auf unserer Terrasse in Berlin standen und frei durchatmen konnten.

Berlin ist eine Stadt, die schnell wächst und nach innovativen Lösungen sucht. Wir brauchen „intelligente" Lösungen. Laut einer Studie, die vom Europäischen Parlament im Januar 2014 veröffentlicht wurde, sind nur knapp über die Hälfte der 468 Städte Europas mit mehr als 100.000 Einwohnern „intelligente" Städte.

London war die erste moderne Stadt Europas, die erste Megapolis. London und auch andere britische Städte haben intelligente, innovative Konzepte für Transport, Gesundheitsfürsorge oder Umweltbeobachtung - wie Wetterkatastrophen und Luftqualität. Die modernste britische Stadt ist Milton Keynes, sie wurde 1967 gegründet und ist perfekt durchgeplant, also nicht von alleine gewachsen. Und trotz vieler Häme von außen sind sich die Bewohner von MK, wie Milton Keynes kurz genannt wird, einig, dass sie sehr zufrieden und glücklich sind.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten. Die Experten sagen voraus, dass bis 2030 ca. 60% der Menschen in Städten leben werden. Es ist wahr, dass mehr als 80% des globalen BIP in Städten erzeugt wird. Es ist aber auch wahr, dass die schnelle Urbanisierung potenziell unüberwindliche Probleme von Armut, Umweltverschmutzung und Ungleichheit aufwirft.

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Joschka Fischer und Botschaftsrat Nick Leake auf dem Workshop zur "Stadt der Zukunft"

Deswegen war es mir wichtig, Experten zum Thema „Smart Cities" zu einem Abendessen in meine Residenz einzuladen und einen Workshop zur „Stadt der Zukunft" hier in der Botschaft zu organisieren - ein Forum für den Austausch und die Diskussion von Ideen zu den Themen Nachhaltigkeit, Mobilität und Infrastruktur.

Ein wichtiger Diskussionspunkt, der sich herauskristallisiert hat, war der Einfluss politischer Entscheidungen auf die zukünftige Entwicklung der Megastädte. Unser Partner für diese lebendige und erfolgreiche Veranstaltung war das Langenburg Forum für Nachhaltigkeit. Das Forum wurde von Prinz Philipp zu Hohenlohe-Langenburg und Joschka Fischer & Company gegründet und zählt auch auf die Unterstützung des Prinzen von Wales und seiner „International Sustainability Unit".

Nächstes Jahr wird zu dem gleichen Thema ein großes Seminar in Langenburg stattfinden und man wird auf die Lösungsansätze unseres Workshops zurückgreifen.

Es hat mich gefreut, wieder einmal festzustellen, wie viel wir voneinander lernen können und wie die Forschung und Wirtschaft beider Länder gemeinsam nach Lösungen für globale Herausforderungen suchen.

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