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Meetings reif für die Insel

15/10/2014 13:08 CEST | Aktualisiert 08/12/2014 11:12 CET

Nicht nur für Strategiemeetings zählt Ruhe und Abgeschiedenheit, auch für das Teambuilding bieten solche Locations den Vorteil, dass die Gruppe während und nach den zahlreichen Aktivitäten zusammenbleibt.

Was bietet sich da für das Meeting mehr an, als eine Insel oder eine Location in Insellage? Ein Vergleich verschiedener Anbieter, die ich auf deren Einladung in Augenschein genommen habe, zeigt Ihnen, was diese Orte wirklich bringen - und wo ihre größten Nachteile liegen.

Die Nordlicht-Insel

Ganz im Norden, in Norwegen, liegt die Inselgruppe der Lofoten - für mich mit schneebedeckten Bergen und pittoresken Fjorden eine der schönsten Landschaften der Welt.

Der Hautport Svolvær überzeugt mit professionellen Meeting-Locations wie dem Thon-Hotel mit 161 Zimmern und 15 Meeting-Räumen für bis zu 1100 Personen oder, originell, den Svinøya Rorbue, ehemalige Wohnungen lokaler Fischer für bis zu sechs Personen direkt am Wasser, daneben bietet das Nyvågar Rorbuhotel Kabelvåg mit 60 Zimmern und vier Meetingräume für bis zu 120 Personen.

Die Lofoten eignen sich für zahlreiche Teambuilding-Aktivitäten wie Kajak- und Speedboot-Touren, Seeadler- und Waal-Beobachtung, Fischen, Wandern, Klettern oder Outdoor-Events im Fjord. Im Winter kann man das Nordlicht beobachten.

Der auf Corporate-Gruppen spezialisierte Anbieter XXLofoten stellt auf Wunsch auch Kleidung und Ausrüstung zur Verfügung, da die Temperaturen selbst im Sommer nur wenige Grad über 0 liegen können.

Außerdem sind auch Indoor-Events möglich, wie etwa gemeinsames Kochen oder ein Besuch der Kaviar-Fabrik, wo Werke von Künstlern wie Ai Weiwei oder Garda Eide Einarsson ausgestellt werden. Auch kulinarisch hat die Insel einiges zu bieten, etwa die Restaurants Bojer und Du Verden in Svolvær.

Neben dem unberechenbaren Wetter ist der größte Nachteil die Anreise: Die erfolgt per Flugzeug mit Umsteigen in Oslo bis Bodø, danach geht es nur mit kleinen Propellermaschinen oder dem Schiff weiter. Als geruhsame Alternative kann man hier die Hurtigruten empfehlen, die sechs Stunden braucht, in denen man bereits Meetings abhalten oder essen kann.

Die Mittelmeer-Insel

In vielerlei Hinsicht ist Korsika das genaue Gegenteil der Lofoten: Zumindest im Sommer sonnig und warm, daher bietet es sich aufgrund der gebirgigen Landschaft für Teambuilding-Aktivitäten wie Wandern, Klettern, Mountainbiking oder Wassersport wie Kajak, Rafting, Segeln, Windsurfen oder Speedboot geradezu an.

Ist das Wetter aber mal schlecht, sind die Möglichkeiten für Indoor-Aktivitäten eher begrenzt. Auch sollte man keine perfekt organisierten Angebote erwarten, sondern muss sich eher auf die mediterrane Mentalität einlassen.

Groß geschrieben wird hingegen die Kulinarik, etwa im A Casa di Anghjulu von Sternekoch Gérard Magnan im Bergdorf Poggio d'Oletta oder das sehr abgelegene, dafür aber um so pittoreskere Campo di Monte in Murato. Zur günstigen Unterbringung größerer Gruppen eignen sich Campingdörfer zum Beispiel des Anbieters Homeair, die zu Teil mit komfortablen Hütten und Meeting-Räumen ausgestattet sind: Sie liegen in der Regel direkt am Strand wie etwa Marina d'Erba Rossa, eines der größten Campingdörfer der Insel mit Platz für bis zu 3000 Personen und entsprechender Infrastruktur, leider im Sommer auch entsprechend voll. Für Gruppenaktivitäten besser geeignet ist daher das ökologisch ausgerichtete Campingdorf Sole di Sari. Denn es liegt etwas abgeschiedener bei Solenzara gut 5 km vom Meer entfernt am Fluß und am Fuße des Bavella Gebirges. Auch nach Korsika ist die Anreise nicht ganz einfach: Sie erfolgt z.B. mit Air France und Umsteigen in Paris. Wer jedoch Zeit hat, dem sei jedoch die entspannende Fährfahrt vom italienischen Livorno aus empfohlen.

Die Berg-Insel

Wer sagt, dass Inseln immer im Meer liegen müssen? Eine Insel für sich ist das Vigillus Mountain auf dem Vigiljoch bei Lana in Südtirol. Denn wie ein Insel ist sie nicht mit dem Auto sondern nur per Seilbahn zu erreichen, die nur alle halbe Stunde fährt. Ruhe Entspannung und Minimalismus ist das Konzept dieser eher luxuriösen Location mit leicht karger Einrichtung. Mit 41 Zimmern und einem Seminarraum, der gleichzeitig auch als Yogaraum fungiert, ist das Hotel eher für Anti-Stress- & Strategie-Meetings geeignet, es gibt ein Spa, zudem werden zahlreiche Sportkurse und Aktivitäten wie Mountainbiking oder Nordic Walking angeboten. Beim Preis bezahlt man definitiv die abgeschiedene Lage sowie den Ausblick auf die Dolomiten mit. Auch hier ist die Anreise nicht ganz unkompliziert: Vom Flughafen München gibt es einen direkten Bus nach Südtirol, ähnlich weit entfernt sind die Flughäfen Verona und Mailand. Zum Hotel führt nur die Seilbahn.

Die grüne Insel

Deutlich einfacher ist die Anreise auf die grüne Insel nach Dublin, wohin Aerlingus von mehreren deutschen Flughäfen fliegt. Ruhige Meetings in einer Großstadt? Ja, denn Dublin ist die entspannteste Hauptstadt Europas und überzeugt gleichzeitig mit einem großen Angebot an Aktivitäten. In unmittelbarer Nähe der großen IT-Unternehmen liegt das Dublin Convention Center das Meeting und Konferenzräume für 4 bis 4.000 Leute bietet - und zudem allen Extras, die man sich von einer solchen Einrichtung wünscht. Gleich gegenüber liegt das Maldron-Hotel mit 304 Doppel-Zimmern und fünf kleinere Meeting-Räumen, nur leider etwas außerhalb des Stadtzentrums. Daher bieten sich diverse Alternativen wie das ein wenig in die Jahre gekommene Clarence-Hotel (50 Zimmer), das der irischen Band U2 gehört, oder das Morrison-Hotel (139 Zimmer) an. Fürs Teambuilding bieten sich in und um Dublin diverse weiteres spannende Locations und Aktivitäten an, etwa Einführungen in die irischen Nationalsportarten Gaelic Football und Hurling durch Experiene Gaelic Games sowie ein Besuch im größten Stadion, dem Croke Park, Schmuck-Design-Kurse im Irish Design Shop oder spezielle Teambuilding-Kunst-Touren durch die Firma Art Impressions. Auch das Essen kommt in Dublin nicht zu kurz: Empfehlenswert sind etwa das Winding Stair Restaurant direkt am Lower Ormond Quay und das Eden Bar & Grill in der South William Street, das bis zu 100 Personen aufnehmen kann und einen besonders effizienten Service bietet. Daneben ist Dublin auch ein sehr guter Standort für Outdoor-Erfahrungen, etwa Geführte Radtouren in und außerhalb Dublins durch Dublin City Bike Tours, eine Klippenwanderung im nahegelegenen Howth, Seegeln in Dun Laoghaire oder Besuche im etwas weiter entfernten Powerscourt House & Garden sowie in Glendalough, einem der ältesten und wichtigsten frühchristlichen Klöster Irlands mit zugehörigem Nationalpark.

Die grüne Insel im Miniatur-Format

Wem Irland dennoch zu betriebsam ist, der kann auf das "kleine Irland" in der Südbretagne ausweichen: Die Belle-Île-en-Mer ermöglicht Gruppen-Aktivitäten wie Segeln, Surfen, Reiten oder Kajak fahren, zudem gibt es einen Golfplatz und einen Hochseilgarten, außerdem kann man touristische Ralleys veranstalten, aber auch einheimische Handwerker wie eine lokale Whisky-Produktion oder Glas-Bläser können besucht werden - das alles auf einer Insel, die mit ihren 9KM Länge an ein Irland im Miniatur-Format erinnert. Das beste Fortbewegungsmittel ist denn auch das Fahrrad, für Meetings selbst bietet sich das zur Kooperation Relais du Silence gehörende Hotel La Desiderade / La Petite Cosquet in Bangor an sein Besitzer Pierre Reobour ist Vizepräsidents des Tourismusverbandes und weiß als ehemaliger Personaler, was seine Business-Gäste wünschen. Er bietet 28 Zimmer und 4 Suiten, Spa und einen Meetingraum für 20 Personen, bei größeren Gruppen kann auch ein Teil des Restaurants oder die Terrasse für bis zu 40 Personen genutzt werden. Im Winter hat das Hotel leider geschlossen, bei größeren Gruppen sind auch Ausnahmen möglich. Ein weiterer Knackpunkt ist auch hier die Anreise: Air France fliegt mit umsteigen in Paris bis Rennes oder Nantes, von dort aus geht weiter mit dem Schnellzug nach Auray, dann weiter mit Lokalzug und Fähre. Alternativ fliegen vom Festland kleine Propellermaschinen oder Hubschrauber.

Fazit

Alles in allem ist der größte Vorteil der diversen Insel-Locations auch ihr größter Nachteil: Die schlechte Erreichbarkeit. Dadurch sind Gruppen zwar sehr abgeschieden, aber das Hinkommen ist leider auch entsprechend umständlich oder teuer. Wem die hier gezeigten Beispiele nicht reichen, der findet unter http://berufebilder.de/mice diese und viele weitere Locations in ausführlichen Reviews samt Tripadvisor-Bewertungen.