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"Ich bin 36, habe zwei Kinder und sterbe - ihr alle könnt mir helfen": Der dramatische Appell eines Blutkrebspatienten

12/05/2017 15:48 CEST | Aktualisiert 12/05/2017 16:56 CEST
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Eigentlich bin ich es gewohnt, meine Probleme selbst zu lösen. Das war schon immer so. Ich wollte mir nie helfen lassen. Jetzt geht das nicht mehr.

Ich habe nicht mehr so viel Kraft wie früher. Aber es reicht noch für die wichtigsten Dinge. Zum Beispiel dafür, meine Kinder auf den Arm zu nehmen.

Mein Blut ist krank. Das haben Emma und Leonard verstanden. Emma ist neun, Leonard vier Jahre alt. Sie wissen auch, dass ich jetzt jemanden mit gesundem Blut suche, der mir etwas von seinem Blut abgeben kann.

Ich dachte, es wären nur Rückenschmerzen

Angefangen hat alles im Juni 2012. Ich dachte, ich hätte nur Rückenschmerzen. Aber sie wurden immer schlimmer. Ich musste ins Krankenhaus.

In der Notaufnahme stellten die Ärzte anhand von Röntgen-Bildern dann die Diagnose: Blutkrebs. Meine Partnerin war zu diesem Zeitpunkt gerade schwanger. Es war, als ob die Diagnose an uns vorbei rauschen würde. Wir brauchten Zeit, um sie zu verarbeiten.

Kurz darauf begann meine erste Chemotherapie. Im November 2012 hatte ich eine erfolgreiche Stammzellentransplantation.

Der Krebs war weg. Vorerst.

Er wird immer wieder zurückkommen

Es gibt keine Möglichkeit, ihn herauszuschneiden wie einen Tumor. "Sie haben ein multiples Myelom, eine Form von Blutkrebs, die nicht heilbar ist", sagten die Ärzte.

Und ich wusste: Der Krebs wird wiederkommen.

Und er kam. Vergangenes Jahr im August. Ich bekam wieder Schmerzen im Rücken, Verspannungen. Schlimmer als die Schmerzen aber war das Wissen: Er ist wieder da. Er lässt dich nicht in Ruhe.

Doch dann: die Erleichterung. Die Ärzte nahmen ein Blutbild. Und es war nichts darauf zu erkennen. Es war negativ.

Trotzdem sollte ich einige Monate später noch mal zum Onkologen, sicherheitshalber. Ich erinnere mich an den Moment, als sie es mir sagten. Es war kurz vor Weihnachten.

"Er ist zurück."

Ich sollte sofort mit der Chemotherapie beginnen.

Ich versuche einfach weiter zu machen

Seit vier Wochen bin ich jetzt entlassen. Ich kämpfe mich in den Alltag zurück. Jeden Tag geht es mir ein bisschen besser. Das macht mir Mut.

Ich versuche mein Leben so normal wie möglich weiterzuführen. Ich gehe einkaufen, ich koche, ich spiele mit meinen Kindern.

Natürlich ist alles viel anstrengender für mich als früher. Ich kann nicht gut laufen. Eine Nebenwirkung meiner Therapie sind Nervenschwächen. Woher die kommen, wissen die Ärzte nicht.

Hunger habe ich auch nicht und an meine Arbeit als Betriebsingenieur ist nicht zu denken.

Trotzdem liege ich nicht den ganzen Tag auf dem Sofa herum. Ich will etwas tun, will mich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen.

Die Ärzte haben mir gesagt, was sie mir sagen mussten: Weitere Therapien werde ich nicht überleben. Mein Körper ist zu geschwächt. Er kann keine eigenen Stammzellen mehr bilden.

Alles, was mich jetzt noch retten könnte, ist eine Transplantation, die auf eine Fremdspende angewiesen ist. Ich brauche einen geeigneten Stammzellenspender.

Mit diesem Wissen lebe ich jeden Tag. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Emma und Leonard brauchen mich. Und ich brauche sie.

simon

Ich möchte sehen, wie sie aufwachsen.

Ich möchte sie in den Arm nehmen. So lange wie möglich.

Ich möchte Ines heiraten, meine Partnerin, die alles für mich tut.

Was ich fühlen würde, wenn ich einen Spender finden würde, ist nicht in Worte zu fassen. Es könnte mir zehn Jahre Lebenszeit schenken. Zehn Jahre, in denen meine Kinder noch einen Papa hätten.

Ich werde niemals aufgeben

Die Hoffnung der Ärzte ist, dass der Krebs durch die Transplantation für zehn Jahre zurückgedrängt wird.

Die Stammzellenspende ist meine letzte Chance.

Meine Partnerin bemüht sich darum, Aufmerksamkeit für mich zu schaffen. Mit allen Mitteln. Sie schreibt einen Blog, versucht alles. Und es gelingt ihr. Die DKMS hat schon mehr als tausend neue potentielle Stammzellenspender in ihre Datenbank aufgenommen.

Ich möchte all diesen Menschen sagen: Egal, ob eure Spende mir helfen wird oder nicht; ich bin euch so unendlich dankbar.

Und ich bleibe optimistisch. Früher oder später wird sich ein geeigneter Spender finden.

So leicht könnt ihr Simon helfen:

Registriert euch auf der Seite der DKMS. Sie werden euch Wattestäbchen zuschicken. Mit diesen Wattestäbchen macht ihr einfach einen Wangenabstrich und schickt sie zurück an die DKMS.

Im Labor der DKMS wird eure Probe auf Gewebemerkmale untersucht. Dort wird bestimmt, ob ihr einem Blutkrebspatienten helfen könnt. Und zwar weltweit, denn die DKMS verfügt über eine weltweite Datenbank.

Wenn ihr in Frage kommt, wird sich die DKMS bei euch melden.

Ihr könnt damit ein Leben retten. Nicht nur das von Simon - alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs.

Wenn ihr für Simon und die DKMS, die allein von Spenden lebt, spenden wollt, könnt ihr das hier tun:

DKMS

DE72100708480151231801

Verwendungszweck: Simon und die Adresse des Sponsors, damit die Spendenquittung ankommt.

Electrify the World ist eine Initiative von Nissan. Als Pionier im Bereich Elektromobilität glaubt Nissan daran, dass unser jetziges Handeln zu einer nachhaltigeren Zukunft beiträgt.

Erfahre mehr über Electrify the World.

Das Protokoll wurde von Amelie Graen aufgezeichnet.

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