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Die 6. Staffel Game of Thrones ist vorbei -- eine Review

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GAME OF THRONES
Toby Melville / Reuters
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(Achtung, contains spoilers!) Am Sonntag den 26.Juni 2016 war es soweit: das Finale von Game of Thrones wurde ausgestrahlt. Als Studentin der Theater-, Film-, und Medienwissenschaft möchte ich nun ein paar meiner Erkenntnisse teilen, denn ich muss schon sagen: die sechste Staffel war ECHT GENIAL.

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Staffel fünf - „die Schlaftablette"

Nachdem Staffel fünf ein wenig zerrissen wurde („Sansa und Theon sollten eigentlich einen komplizierten 6-fach Bruch haben, nach diesem Sprung!" und „Eigentlich ist kaum etwas passiert - laaaangweilig!") ist Staffel sechs schon ordentlich vorangaloppiert im Story-Flow. Mit Story-Flow meine ich so viel, wie Entwicklung der vielen vielen Handlungsstränge. Jetzt wissen wir immerhin, dass Jon Snow wiederauferstanden ist (beziehungsweise wurde) und Khaleesi nach sechs Staffeln tabula rasa macht und sich in Richtung Iron Throne aufmacht. Na endlich.

Staffel sechs - „Frauenpower"

So ziemlich jedes Medium, das Game of Thrones erwähnt, meinte dieses Mal, dass erstaunlich viele starke Frauenrollen vorkommen. Yes! So macht das Spaß! Besonders imponiert hat mir persönlich Sansa am Ende von der 10. Folge, in der sie meint, man müsse schon sehr dumm sein, wenn man Littlefinger vertraut. Von der zerbrochenen Ramsay-Ehefrau zur toughen Lady... of Winterfell? Man wird sehen. Aber nachdem auch Yala Greyjoy so richtig Power zeigen durfte (und sich eine Madame mit wenig Bekleidung gekrallt hat, nachdem sie ihren Bruder abgefüllt hat - ok über Zwang zum Alkoholkonsum lässt sich streiten, finde ich prinzipiell auch nicht so toll), bin ich recht zuversichtlich, dass es in der Art weitergehen wird. Who runs the world? - Girls!

Endlich wird abgerechnet und abgeholzt

Ramsay Bolton, der widerlichste Bastard (no puns intended) von allen, ist endlich abgesägt. Ich wette, es wird noch viel kommen, was auch nicht leicht zu verdauen ist (Arya bäckt jetzt Kuchen) aber fürs erste ist es die schönste Genugtuung in Game of Thrones. Apropos Genugtuung: warum lebt der Hound noch? Aus welchem Holz ist der denn geschnitzt? Holz hacken kann er ja, wie kein anderer, aber woher nimmt er seine ganze Recovery, dass er jetzt schon wieder Äxte schwingend durchs Gehölz läuft und Männer mit Man Buns beseitigt? In heutigen Zeiten hätte er sicher mindestens zwei Jahre Physio-Reha-Therapie und einen Jahresbesuch im Kursalon gebraucht. Pff.

Big Man Cry - „Halt mal die Tür auf"

Wirklich gute Fans werden wohl bemerkt haben, dass ich mich auf viele Game of Thrones Memes beziehe. Einen Link zur Facebook Seite findet ihr hier. Zur Staffel sechs gab es auch wirklich witzige Videos, nun ja, so witzig auch wieder nicht, denn der Hintergrund ist so ziemlich das schlimmste Ereignis: Hodor.
Ein Wort genügt, nehme ich an?

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Ich habe von so vielen Fans (und besonders vielen Männern) gehört, dass sie bitterlich geweint haben bei dieser Szene, und ich kann mich da nur anschließen. Zwei Zigarettenpackungen später (und ich rauche eigentlich nicht) hatte ich mich wieder einigermaßen beruhigt, doch dann hielt mir mein Freund die Tür auf, und alles ging wieder von vorne los. *schnief*

The Battle of Bastards - eine filmische Meisterleistung

Folge neun war meines Erachtens nach herausragend. Sie hatte filmisch perfekt durchdachte Sequenzen. Jon Snow zum Beispiel, der „einzig und allein" vor der trampelnden Horde Boltons' Armee steht: die dramatische Musik überdeckt seine Soundperspektive (weil eigentlich müsste er hinter sich seine Kumpanen auch trampeln und rufen hören) und dann - swoosh - steht er mitten im Geschehen und muss sein Schwert schwingen.
Der Gesichtsausdruck dabei? - Unbezahlbar!

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Einziger Wehrmutstropfen: die ständige Anti-Klimax-Situation. Dauernd wird Jon Snow in letzter Sekunde durch einen „Zufall" vor der nächsten unbeachteten Katastrophe gerettet. Einmal hätte gereicht, finde ich.

Die letzte Folge - Soundtrack zum Verlieben

Wie schön war die Klaviermusik in Folge zehn? Und seit wann verwenden die Produzenten Filmelemente wie die der Anfangsszene (Kleidung anlegen in allen Details, der Blick über die Schulter über die ganze Stadt). Schön, sehr schön muss ich sagen! Besonders episch war dann natürlich die letzte Sequenz, in der Khaleesi übers Meer gleitet, begleitet von der Titelmusik in Slow-Mo und über ihr die Drachen. Wow! Das macht wirklich Lust auf Staffel sieben! Und bis dahin muss ich ganz schnell alles Binge-Watchen damit ich die lange Wartezeit überstehe.

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