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Die Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen

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„Es gibt nichts Neues unter der Sonne, aber es gibt eine Menge alter Sachen, die wir nicht wissen." Ambrose Bierce

Um welches Wissen geht es in Zukunft? Da würden wir am liebsten in eine Glaskugel schauen und die Zukunft vorhersagen. Gut, dass wir es nicht können. Dennoch ist es eine Frage, die uns brennend interessiert. Trend- und Zukunftsforscher werden bemüht und in verschiedenen Magazinen können wir nachlesen was die Experten dieser Welt für unser Leben voraussagen. Und meistens ist es eher erschreckend als ermutigend. Für Unternehmen wertvoll für uns als Einzelne eher untauglich - also lassen Sie sich davon nicht zu sehr beeindrucken.

Viel spannender finde ich, wenn wir das selbst tun indem wir unsere Zukunft gestalten. Schon Willi Brand war der Überzeugung: „Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten." Das ist ein genialer Satz, denn er gibt uns Macht und ja, Gestaltungsspielraum. Deshalb plädiere ich dafür, dass wir alle zu „Future Zoomern" werden. Beseelt genug ein fantastisches Bild der eigenen, gelungenen Zukunft zu zeichnen und bekloppt genug die Gegenwart zu ändern um die eigene Vision zu verwirklichen.

Und nochmal: Um welches Wissen geht es in Zukunft? Mit was können wir in den Unternehmen Angesicht des steigenden Fachkräftemangels, der stetig zunehmenden Globalisierung und einer gehetzten und von Burn-Out gefährdeten Gesellschaft nachhaltig punkten?

Klar ist: Es ist nicht das reine Fachwissen. Wir sind alle ausgebildet bis an die Zähne. Wir kennen die meisten Prozesse, die uns effizienter machen. Wir haben Prozessoptimierungen vorgenommen, die bestmögliche EDV installiert, die uns lästige Kleinarbeit abnimmt, und Think Tanks eingerichtet, die über zukünftige Produkt-Innovationen nachdenken. Wir sind unternehmerisch Vorbilder für viele Länder und doch am Ende unserer Kraft. Manchmal glaube ich, dass wir von unserer selbstgemachten Schnelligkeit überrollt werden. "Trotz aller Entwicklung bleibt die Seele Fußgänger." Dieser Satz von Jens Wiesner hat mich berührt und ich finde ihn sehr wahr. Ich glaube, wenn wir das verstanden haben, wissen wir auch, dass wir immer wieder bremsen müssen, um uns nicht zu verlieren.

Wir können die Zeit weder zurückdrehen, noch langsamer machen, aber wir können die nächste Stufe des Bewusstseins erklimmen, vor der wir meiner Meinung nach kurz davorstehen. Und das heißt tatsächlich, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Nicht umsonst sind Corporate Social Responsibility (CSR), Betriebliches Gesundheits Management (BGM) und Coaching Themen, die Unternehmen zunehmend für sich entdecken. Das ist gut und hilft viel. Dennoch liegt die Verantwortung noch zu sehr im System, statt beim Einzelnen. Mensch im Mittelpunkt heißt auch für mich, meine Selbstentwicklung und mein Tun in den Mittelpunkt zu stellen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit der Übernahme von Verantwortung und der Erkenntnis, dass wenn es mir gut geht, es meinem Umfeld (mit mir) auch gut geht.

Im Einzelnen meine ich damit:

Ich weiß, was ich will und übernehme Verantwortung für das, was ich lebe und erlebe.

Ich weiß um meinen Einfluss und übernehme Verantwortung für mein Umfeld.

Ich weiß, dass ich Schöpfer meines Lebens und damit meiner Zukunft bin.

Ich bin überzeugt: Wenn wir das verinnerlichen, dann gibt es sehr viel weniger Orientierungslosigkeit, viel mehr Lust auf Leistung, mehr Heiterkeit und innere Zufriedenheit.

Und nun bin ich wieder bei dem Wissen, das wir in Zukunft brauchen. Es ist kein neues Wissen. Es mangelt uns eher an Bewusstsein. Wir wissen alle viel, aber ist uns auch bewusst, was das bedeutet? Es geht um das Umsetzen von uraltem Wissen. Wissen, das in uns steckt, dass wir wieder entdecken können. Als erstes als Einzelperson und dann als Gemeinschaft.

Die Jahr für Jahr erscheinende Gallup-Studie macht in erschreckender Form offensichtlich, wie es um die Zukunftsfähigkeit in unseren Unternehmen steht: nur 16% der deutschen Angestellten haben Freude an der Arbeit, 17% haben bereits innerlich gekündigt und 67% machen Dienst nach Vorschrift (Gallup Studie 2013). Der Schaden, der dadurch entsteht, geht nach Angaben der Studie in die Milliarden. Für mich ist das sehr erschreckend.

Silvia Ziolkowski ist Teilnehmerin auf dem Feminess Business Kongress am 07.03.2015 in Frankfurt.
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