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Chef, ich schlaf mal ´ne Runde!

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Gedanken über Büroschlaf zum Tag des Schlafes am 21. Juni

Wer kennt das nicht. Mittagszeit, ordentlich satt gegessen und dann setzt es ein, nahezu unvermeidbar: das Suppenkoma. Oder je nach Ausmaß des Mittagessens die Fressparalyse. Die Augenlider werden schwer, der Kopf scheint in Watte gepackt und das einzige, was jetzt wirklich helfen würde, ist eine Liege, um einfach mal ein paar Minuten zu schlafen.

Unsere Großeltern, die waren noch so gut drauf, dass sie sich das geleistet haben: das wohlverdiente Mittagsschläfchen. Mein Opa hat sich nach dem Essen zum Schlummern aufs Sofa gelegt, während meine Oma beim Versuch die Zeitung zu lesen im Sessel einschlief.

Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr. - Arthur Schopenhauer

Lang ist´s her und mittlerweile ist der Mittagsschlaf total verpönt. Selbst der Versuch, das altbewährte Nickerchen zum „Powernap" zu transformieren, ist fehlgeschlagen. Sonst funktioniert doch alles, was einen neudeutschen Namen bekommt. Aber der Mittagschlaf wird sein schlechtes Image nicht los. Nur Rentner und Kleinkinder legen sich mittags auf die faule Haut.

Der neue Name „Powernap" ist noch keine ausreichende Legitimation für den Mittagsschlaf oder gar einen Büroschlaf. Niemand wird den Nutzen der kurzen Erholungspause abstreiten. Warum setzt sie sich denn nicht durch? In anderen Ländern scheint es doch auch zu funktionieren. In Südeuropa gibt es die Siesta oder in Japan schließt man einfach mal in Besprechungen kurz die Augen.

Trotz aller Einsicht bleibt es bei uns unvorstellbar, dass der Kollege sagt „Ich bin mal eben eine halbe Stunde offline. Ich muss schlafen", sich die Schlafmaske aufsetzt und auf die Isomatte unter seinem Schreibtisch verschwindet. Viel eher ist es akzeptiert, private Telefonate während der Arbeitszeit zu führen oder der Freundin eine Email zu schreiben.

Nun gut. Nicht jeder Job lässt einen Mittagsschlaf im Unternehmen. Die Arbeitswelt ist eng getaktet. Wer sich während der Arbeitszeit für ein Nickerchen zurückzieht, wird schnell als faul und arbeitsunwillig beurteilt. Zudem spielen wohl auch die Kollegen nicht lange mit und der Ärger scheint vorprogrammiert.

„Ein kurzer Mittagsschlaf gehört zum Tagesrhythmus dazu", sagt Schlafforscher Göran Hajak. „Der Körper braucht die Pause, um Stress abzubauen."

Wie lässt sich denn trotz aller Hürden eine kleine Schlafpause in den Arbeitsalltag einbauen?

7 Tipps für Deinen Mittagsschlaf

1. Finde einen ruhigen Platz.
Einige Unternehmen haben den Wert des Büroschlafs entdeckt. Google, Nike oder Deloitte Consulting bieten Ihren Mitarbeitern Schlafräume. Das sind eher die Ausnahmen. Wo kannst Du einen ruhigen Platz nutzen? Falls sich im Unternehmen wirklich nichts findet, ist das Auto eine Alternative.

2. Trink einen Kaffee oder Espresso vor dem Powernap.
Nach etwa 20 Minuten wirkt das Koffein wie ein biologischer Wecker.

3. Stell Dir einen Wecker.
Dein Turboschlaf sollte 20-30 Minuten dauern. Um zu verhindern, dass Du den Arbeitstag komplett verschläfst, stell Dir einen Wecker.

4. Entspannende Musik oder Audioprogramme.
unterstützen Dich in der Powerpause.

5. Stopp die Gedanken.
Ich weiß, das schreibt sich so leicht und es braucht etwas Übung, um an nichts zu denken. Konzentriere Dich doch einfach auf Deinen Atem und zähle langsam von eins bis zehn, immer wieder von vorne beginnend. Die Zahlen sind „neutral" und Du konzentrierst Dich auf sie.

6. Nimm Dir ein paar Minuten Zeit zum Aufwachen.
Genieße die Helligkeit, recke und strecke Dich. Das Bringt den Kreislauf in Schwung. Trink ein Glas Wasser.

7. Schaffe eine Routine.
Mach regelmäßig Deinen Mittagsschlaf. Mindestens zwei bis drei Mal pro Woche. Mit regelmäßigem „Schlaftraining" wirst Du zum Profi-Powernapper.

Rechtliche Sicht auf Büroschlaf

„Wer während der Arbeit einschläft, vom Bürostuhl fällt und sich dabei verletzt, hat nur dann einen Arbeitsunfall erlitten, wenn er infolg betrieblicher Überarbeitung vom Schlaf übermannt worden ist."
Urteil des SozG Dortmund S 36 U 294/97

Accessoires für den Büroschlaf

So kann eine kleine Schlaflandschaft mit „Napshells" in Unternehmen gestaltet werden:

Ein paar nette Utensilien, die vielleicht nicht für reichlich Schlaf, aber für Heiterkeit sorgen.

Viel heitere Entspannung und eine gute Zeit!

P.S.: Unter diesem Link noch ein Geschenk für Dich - 18 Tipps für einen gesunden Schlaf.



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