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Was ich den Absolventen des Jahres 2015 wünsche

01/07/2015 17:34 CEST | Aktualisiert 01/07/2016 11:12 CEST
Sheryl Sandberg

Ich fühle mich geehrt, dass ich heute hier vor Dekan Yingyi Qian, der Tsinghua School of Econmics and Management, stolzen Familien, guten Freunden und vor allem vor den Absolventen des Jahrgangs 2015 sprechen darf. Leider spreche ich kein Chinesisch, so wie mein Chef Mark Zuckerberg. Ich bitte um Entschuldigung. Aber er bat mich, Ihnen Folgendes auszurichten: Zhuhe. Es ist großartig, dass ich diesen fantastischen Absolventen heute zu ihrem Abschluss gratulieren darf.

Als mich Dekan Qian einlud, heute vor Ihnen zu sprechen, da kam mir der folgende Gedanke: Vor Menschen sprechen, die viel jünger und cooler sind als ich? Das kann ich. Das mache ich jeden Tag bei Facebook, schließlich ist Mark auch 15 Jahre jünger als ich. Und auch viele unserer Angestellten sind viel mehr Marks Altersgenossen als meine. Ich bin gerne von jungen Menschen umgeben, außer sie stellen mir Fragen wie zum Beispiel: „Wie war es Studentin zu sein und kein Mobiltelefon zu besitzen?". Oder noch schlimmer: „Sheryl, kannst Du mal kommen? Wir müssen kurz klären, wie ältere Menschen diese Funktion finden!"

Ich habe meinen ersten Abschluss 1991 und den zweiten Abschluss 1995 gemacht. Das ist gar nicht so lange her. Aber eines kann ich Ihnen sagen: In diesen 25 Jahren hat sich die Welt sehr stark verändert. An der Universität hatten wir die ehrgeizige Idee, den ersten Online-Kurs ins Leben zu rufen. Wir mussten eine Liste mit Nutzernamen verteilen, da es undenkbar war, seinen richtigen Namen im Internet zu verwenden. Und es hat nicht funktioniert, da das System laufend zusammenbrach. Es war einfach nicht möglich, dass 90 Studenten gleichzeitig online miteinander kommunizierten.

Aber für einige wenige kurze Momente zwischen den Systemzusammenbrüchen bekamen wir einen winzigen Einblick in die Zukunft: Eine Zukunft, in der uns die Technologie mit unseren Kollegen, Freunden und Verwandten verbinden würde. Die Welt, in der wir heute leben, hätte ich mir zu der Zeit nicht vorstellen können. Und in 25 Jahren werden Sie dazu beigetragen haben, die Welt ihrer Generation zu gestalten.

Als Absolventen von Tsinghua werden Sie nicht nur in China, sondern in der Welt Führungsrollen übernehmen. China ist ein Weltführer was den Bildungsstand und das Wirtschaftswachstum betrifft. Nicht nur Politiker und Wirtschaftsführer erkennen die wichtige Rolle Chinas. Viele Amerikaner erkennen es ebenso: Es ist nahezu unmöglich in San Francisco, dort wo ich wohne, einen Platz an einer Schule zu bekommen, die Chinesisch als Unterrichtsfach anbietet.

Tatsache ist aber, dass nicht Länder eine Führungsrolle übernehmen, sondern Menschen.

Mit Ihrem Abschluss heute betreten Sie den Weg in Richtung Führung. Was für eine Führungsperson werden Sie sein? Welche Wirkung werden Sie auf andere Menschen haben? Welche Fußspuren werden Sie in der Welt hinterlassen?

Bei Facebook haben wir Poster an den Wänden, die uns immer dazu aufrufen, in großen Mustern zu denken. Uns jeden Tag wieder dazu herauszufordern, mehr zu tun. Diese Poster spiegeln auch wichtige Führungslehren wider. Und heute möchte ich vier von diesen Lehren ansprechen, von denen ich glaube, dass sie für Sie von Bedeutung sein können.

Das Glück ist mit den Mutigen

Facebook existiert, weil Mar Zuckerberg der Meinung war, dass die Welt eine bessere Welt sein würde, wenn Menschen sich mittels Technologie individuell miteinander vernetzen könnten. Er war so sehr von dieser Idee überzeugt, dass er sein Studium in Harvard abbrach, um diese Vision weiterzuverfolgen. Viele Jahre lang hat er dafür gekämpft. Mark hatte nicht einfach nur Glück, Mark war mutig.

Es ist ungewöhnlich, dass man seine Leidenschaft bereits so früh entdeckt wie Mark. Ich habe sehr viel länger dafür gebraucht herauszufinden, was ich machen wollte. Auf meiner Abschlussfeier war an eine Stelle bei Facebook nicht zu denken, denn das Internet gab es noch nicht. Und Mark war erst 11 Jahre alt. Ich hatte geglaubt, ich würde für die Regierung arbeiten, oder für eine gemeinnützige Organisation, weil diese Institutionen halfen, die Welt zu verbessern, während Unternehmen stets nur den Profit im Auge hatten.

Bei meiner Arbeit für das U.S. Finanzministerium aber sah ich aus der Ferne, wie sehr Technologie-Unternehmen die Welt veränderten und ich änderte meine Meinung. Als dann meine Stelle bei der Regierung auslief, beschloss ich, nach Silicon Valley zu ziehen.

Rückblickend sieht das wie ein ganz cleverer Schritt aus. Aber im Jahr 2001 war es bestenfalls fragwürdig. Die Technologie-Blase war geplatzt. Riesige Unternehmen mussten massiv Stellen streichen und kleinere Unternehmen meldeten Bankrott an. Ich gab mir selbst vier Monate Zeit um einen Job zu finden. Gedauert hat es letztendlich fast ein Jahr. In einem meiner ersten Vorstellungsgespräche sagte der Vorstandsvorsitzende eines Technologie-Unternehmens zu mir: „Ich führe dieses Gespräch nur, weil ich damit einem Freund einen Gefallen tue, aber ich würde jemanden wie Sie nie einstellen. Leute von der Regierung können nicht im Technologie-Sektor arbeiten."

Schließlich konnte ich jemanden davon überzeugen, mich einzustellen. Und 14 Jahre später liebe ich meine Arbeit in der Technologie-Branche immer noch. Es war nicht mein ursprünglicher Plan, aber letztendlich bin ich doch hier gelandet.

Feedback ist ein Geschenk

Bei Facebook wusste ich, dass meine Leistung am stärksten durch meine Beziehung zu Mark bestimmt sein würde. Als ich meine Stelle antrat, bat ich Mark darum, mir jede Woche ein Feedback zu meiner Arbeit zu geben, so dass Dinge, die ihn störten, schnell zur Sprache gebracht und geklärt werden könnten. Mark stimmte nicht nur sofort zu, er bat mich seinerseits dasselbe zu tun. Die ersten Jahre behielten wir diese Routine bei und trafen uns jeden Freitagnachmittag um große und kleine Probleme anzusprechen. Mit den Jahren wurde dieser ehrliche Austausch ein Teil unserer Beziehung, und jetzt bringen wir die Dinge unmittelbar zur Sprache, statt bis zum Ende der Woche zu warten.

Rückmeldung von einem Vorgesetzten zu bekommen ist die eine Sache. Aber mindestens genauso wichtig ist es, Feedback von seinen Angestellten zu bekommen. Oft ist das für Angestellte nicht einfach, da diese ihre Vorgestellten in erster Linie zufrieden stellen wollen, und keine Kritik üben oder deren Tun in Frage stellen möchten.

Eines meiner Lieblingsbeispiele stammt von der Wall Street. 1990 wurde Bob Rubin der Vorstandsvorsitzende von Goldmann Sachs. Am Ende der ersten Woche sah er sich die Bücher von Goldmann an und bemerkte große Gold-Investitionen. Er fragte nach. Die Antwort? „Das waren Sie, Sir." „Ich?" fragte Rubin. Anscheinend war er tags zuvor durch die Flure gelaufen und hatte ganz beiläufig erwähnt, dass Gold eine interessante Option sei. Diese Äußerung entwickelte ein Eigenleben nach dem Vorbild des Stille-Post-Prinzips und wurde schließlich zu „Rubin mag Gold". Schlussendlich investierte jemand hunderte Millionen Dollar in Gold, um den neuen Chef glücklich zu stimmen.

In einem kleineren Rahmen musste ich einst eine ganz ähnliche Herausforderung meistern. Als ich meine Stelle bei Facebook antrat, gehörte es zu meinen Aufgaben, Facebook als Unternehmen weiter auszubauen. Jedoch sollte dieses nicht auf Kosten der Technologie-Kultur gestehen, die Facebook ausmachte. Zu allererst versuchte ich den Mitarbeitern abzugewöhnen, in Meetings herkömmliche PowerPoint-Präsentationen vorzuführen. Ich wurde ignoriert und die PowerPoint-Präsentationen waren auch weiterhin fester Bestandteil der Meetings. Nach zwei Jahren hatte ich genug: „OK, eigentlich mag ich keine Regeln, aber jetzt schreibe ich eins vor: Keine PowerPoint-Präsentationen mehr in meinen Meetings!"

Ungefähr einen Monat später sollte ich vor unserem Global Sales-Team sprechen. Kurz vorher sprach mich jemand an und sagte: „Bevor Sie da rausgehen sollten Sie wissen, dass die Leute ganz schön unzufrieden wegen dieser ‚keine PowerPoint-Präsentationen bei Kunden'-Sache sind!" Ich war schockiert. Es war doch nie die Rede davon gewesen, bei Kunden keine PowerPoint-Präsentationen mehr vorzuführen, ich wollte sie doch lediglich in Meetings mit mir zusammen nicht mehr sehen! Wie konnten wir unseren Kunden etwas ohne PowerPoint-Präsentation vorstellen? Also betrat ich die Bühne und sagte: „Erstens: Was ich meinte war keine PowerPoint-Präsentationen mehr in Meetings mit mir. Und zweitens, wenn Sie das nächste Mal auf eine dumme Idee stoßen, wie zum Beispiel unangemessenen Kunden-Präsentationen, dann sagen Sie etwas! Selbst wenn sie glauben, dass dieser Vorschlag von mir stammt. Sagen Sie es mir, wenn Sie der Meinung sind, dass ich falsch liege!"

Eine gute Führungsperson erkennt, dass die meisten Angestellten sich unwohl fühlen, wenn es darum geht, Autoritäten zu kritisieren. Dann liegt es an der Führungskraft, um Feedback zu bitten. Ich habe aus meinem PowerPoint-Fehler gelernt. Jetzt frage ich meine Kollegen danach, was ich besser machen könnte. Und stets danke ich der Person, die das Rückgrat besitzt und mir ehrlich antwortet, meist sogar öffentlich. Ich glaube fest daran, dass man die Führungsrolle am besten ausfüllt, wenn man Seite an Seite mit seinen Kollegen geht. Wenn man nicht nur redet, sondern auch zuhört.

„Das ist nicht mein Problem" gibt es nicht

Als ich am Anfang meiner Karriere stand, habe ich Menschen in Führungspositionen beobachtet und dachte: „Sie können sich glücklich schätzen, denn sie haben alles in der Hand!" Stellen Sie sich also meine Überraschung vor, als ich an der Universität einen Kurs in Menschenführung belegte und erfuhr, dass man mit ansteigender Position im Beruf auch immer abhängiger von anderen wird. Damals dachte ich noch, meine Professoren hätten Unrecht.

Sie hatten Recht. Ich bin abhängig von meinem Sales-Team. Nicht umgekehrt. Wenn sie versagen, dann ist es mein Fehler. Als Führungsperson definiert sich mein Verdienst nicht darüber, was ich erreiche, sondern viel mehr darüber, was mein Team erreicht.

Weltweit arbeiten Unternehmen entsprechend der Kultur ihres Landes. Jedoch denke ich, dass einige Führungsprinzipien universell anwendbar sind. Und eines dieser Prinzipien besagt, dass es besser ist, andere zu inspirieren als sie anzuweisen. Ja, die Menschen hören in den meisten Unternehmen auf ihre Vorgesetzten. Aber große Führungspersonen gewährleisten nicht nur compliance. Sie wollen ehrlichen Enthusiasmus verbreiten, volles Vertrauen aufbauen und Hingabe im Job erreichen. Sie gewinnen nicht nur das Hirn ihrer Angestellten, sondern vielmehr auch ihr Herz. Wenn Angestellte an ihr Unternehmen glauben, dann glauben sie auch an Sie. Dann erledigen sie ihre tägliche Arbeit nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern mit wahrer Leidenschaft.

Niemand hat mehr Herzen gewonnen als mein verstorbener Mann Dave Goldberg. Dave war ein wirklich inspirierender Führungsmensch. Er war herzlich. Er war großzügig. Er war umsichtig. Er hat die Leistungen aller um sich herum gesteigert. Er tat dieses als Vorstandsvorsitzender von SurveyMonkey, einem großartigen Unternehmen, das er mit aufgebaut hat. Er tat es für mich und für unsere Kinder.

Ein Freund von uns, Bill Gurley, ein Risikokapital-Anleger aus Silicon Valley, schrieb einen Artikel, in dem er andere dazu aufforderte, sich an Dave ein Beispiel zu nehmen. Bill schrieb: „Dave hat uns allen gezeigt, was einen großartigen Menschen ausmacht. Aber es war nie frustrierend, weil Daves Größe nie konkurrierend oder bedrohlich war. Seine Größe war leise, inspirierend und selbstlos. Er hat den Standard für beispielhafte Führung gesetzt."

Professor Frances Frei von der Harvard Business School sagt: „Führung bedeutet, andere durch die eigene Anwesenheit noch besser zu machen und sicherzustellen, dass euer Einfluss auch in eurer Abwesenheit anhält." Wie schon Dave können auch Sie dieses für andere im Laufe ihrer Karriere erreichen.

Zeigt Engagement

Ein Chinesisches Sprichwort lautet „Frauen tragen die Hälfte des Himmels". Dieses Sprichwort wird überall auf der Welt zitiert und Frauen spielen in der Chinesischen Geschichte und Gegenwart eine besondere Rolle.

Als die Welt 1995 zur 4. UN Weltfrauenkonferenz zusammen kam, um über den Status und die Entwicklung der Frauen zu diskutieren, geschah dieses hier in Peking. Die Beijing Declaration and Platform for Action (Deutsch: Aktionsplattform von Peking), welche die vollständige Gleichberechtigung von Frauen im Leben und bei der Entscheidungsbildung fordert, wurde von 189 Staaten im Konsens verabschiedet. Zum 20. Jahrestag dieser historischen Aktionsplattform kamen in Peking erneut Führungspersonen zusammen, um sich mit dem zu befassen, was als Versprechen von Peking bekannt wurde: Gleichstellung von Männern und Frauen.

Während wir alle die Stärke und die Wichtigkeit von Frauen erkennen, so sind es doch Männer, die weltweit die überwiegende Mehrheit der Führungsrollen ausfüllen. In fast jedem Land der Welt, China und die USA eingeschlossen, werden weniger als sechs Prozent der Top-Unternehmen von Frauen geführt. In jedem Industriezweig sind Frauen in Führungspositionen in der Minderheit. Das bedeutet, dass es bei Entscheidungsfindungen, die für uns alle von Bedeutung sind, die Stimmen der Frauen weniger deutlich zu hören sind.

Es gibt viele Gründe für die Geschlechter-Lücke in Führungsrollen. Offene Diskriminierung, größere Verpflichtungen zu Hause, weniger Flexibilität am Arbeitsplatz und, das ist besonders wichtig, unsere von Stereotypen geprägten Erwartungen. Kulturen unterscheiden sich, überall auf der Welt. Die Stereotypen was Männer und Frauen betrifft ähneln sich jedoch auf verblüffende Weise. Auch wenn der Status der Frau sich verändert und sich in China und vielen anderen Ländern der Welt weiterentwickelt, so bleiben die Stereotypen und traditionellen Erwartungen doch bestehen. Bis zum heutigen Tag wird von Männern in China, den USA und überall auf der Welt erwartet, die Führung zu übernehmen, sich durchzusetzen und erfolgreich zu sein. Frauen sollen sich austauschen, Gemeinschaftssinn besitzen und nachgeben. Führung erwarten wir von Jungen und Männern. Wenn aber kleine Mädchen eine Führungsrolle übernehmen, dann nennen wir sie herrisch, oder qiang shi auf Chinesisch.

Gesellschaftliche Hürden halten Frauen ebenfalls zurück. Frauen haben oft keinen Zugang zu beruflichen Netzwerken, wie zum Beispiel Guanxi, oder auch formellen und informellen Zusammenkünften, die für das Vorankommen im Beruf von enormer Wichtigkeit sind. Das gilt auch für die USA, wo Männer sich oft dazu entschließen, als Mentor für andere Männer zu agieren, statt für Frauen.

Ich glaube, dass die Welt eine bessere Welt wäre, wenn Männer die Hälfte aller Haushalte und Frauen die Hälfte aller Institutionen und Unternehmen führen würden. Und die gute Nachricht ist, dass wir diese Stereotypen verändern und so wahre Gleichstellung erreichen können. Wir können Frauen in Führungspositionen im Beruf unterstützen. Wir können zu Hause ein Gleichgewicht finden, in dem Väter Mütter bei der Kindererziehung und im Haushalt unterstützen. Ehen, in der die Partner gleichgestellt sind, sind glücklicher. Aktivere Väter erziehen erfolgreichere Kinder. Wenn ein kleines Mädchen noch einmal „herrisch" genannt wird, dann antworten wir: „Dieses kleine Mädchen ist nicht herrisch, dieses kleine Mädchen besitzt ausgezeichnete Führungsqualitäten!"

Ich möchte eines klarstellen: Von der Gleichberechtigung profitieren nicht nur die Frauen. Wir alle profitieren. Frauen, die sich beruflich einbringen, sind der Motor des Wirtschaftswachstums. Unternehmen, die das Talent der gesamten Bevölkerung erkennen, erbringen bessere Leistungen als jene Unternehmen, die dieses Talent nicht sehen. Jack Ma, der Vorstandsvorsitzende von AliBaba, der im letzten Jahr hier stand, sagte, dass eines der Erfolgsgeheimnisse von AliBaba die vielen weiblichen Angestellten seien. Ohne Frauen gäbe es kein AliBaba. Frauen machten 40% der Angestellten und 35% der Führungspositionen aus. Mehr als in den meisten anderen Unternehmen weltweit.

Große Führungspersonen fördern nicht nur Menschen, die ihnen selbst ähnlich sind, sie fördern jeden. Wenn Sie eine Führungsperson sein wollen, dann fördern sie Frauen ebenso wie Männer. In ihren Unternehmen und in ihren Teams.

Unsere Freunde können uns ebenso dabei helfen, uns zu entwickeln. Als Lean In 2013 veröffentlicht wurde, haben wir LeanIn.org ins Leben gerufen. Eine Non-Profit-Organisation die es sich zur Aufgabe gemacht hat, allen Frauen dabei zu helfen, ihre Ziele zu verwirklichen.

LeanIn.Org hilft dabei, Lean In-Kreise aufzubauen. Kleine Gruppen, die sich regelmäßig treffen, sich austauschen und zusammen lernen. Inzwischen gibt es 23,000 Kreise in über 100 Ländern.

Der erste internationale Lean In-Kreis, den ich traf, war in Peking. Eine Gruppe junger erfolgreicher Menschen, die zusammenkam, um sich gegenseitig zu unterstützen und dem „shengu" entgegenzutreten: benachteiligten Frauen zu helfen. In den vergangenen zwei Jahren haben sie in ganz China ein Netzwerk von Kreisen aufgebaut, das Berufstätige wie auch Studenten umfasst. Männer und Frauen die sich treffen, um sich für die Gleichberechtigung einzusetzen. Einer dieser Kreise ist in Tsinghua, ich habe die Mitglieder dieses Kreises heute Morgen getroffen. Die Leidenschaft für ihr Studium und ihre Karrieren war inspirierend. Ein Mitglied sagte mir: „Erst als ich dem Kreis in Tsinghua beitrat, habe ich das Chinesische Sprichwort ‚eine gerechte Sache erfährt gebührende Unterstützung' so richtig verstanden."

Ich bin davon überzeugt, dass Ihre Generation eine bessere Arbeit leisten wird als meine, wenn es darum geht, das Problem der Geschlechterbenachteiligung anzugehen. Wir wenden uns also an Sie. Sie sind das Versprechen für eine gerechtere Welt.

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Der heutige Tag gibt Anlass zum Feiern. Ihre Leistungen sollen gefeiert werden. Die harte Arbeit, die Sie bis hier her gebracht hat.

Dieser Tag ist ein Tag der Dankbarkeit. Ein Tag um den Menschen zu danken, die Ihnen geholfen haben. Den Menschen, die Sie aufgezogen haben, Sie unterrichtet haben, Sie angefeuert haben und Ihre Tränen getrocknet haben. Heute ist ein Tag der Reflektion. Ein Tag, um darüber nachzudenken, was für ein Führungsmensch Sie sein möchte.

Ich glaube, dass Sie die zukünftigen Führungspersonen sind. Nicht nur Chinas, sondern der Welt. Und jedem von Ihnen möchte ich vier Dinge mit auf den Weg geben:

1. Seien Sie mutig und haben Sie Glück. Das Glück ist immer mit den Mutigen.

2. Geben und erhalten Sie das nötige Feedback. Feedback ist ein Geschenk.

3. „Das ist nicht mein Problem" gibt es nicht.

4. Zeigen Sie Engagement, unterstützen die Gleichberechtigung. Lean In!

Herzlichen Glückwunsch!

Dieser Blog erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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