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Liebe Frauen, was ihr tun könnt, damit es mit der Schwangerschaft endlich klappt

05/03/2017 11:55 CET | Aktualisiert 05/03/2017 11:55 CET
AleksandarNakic via Getty Images

Kam euch auch schon zu Ohren, eine Schwangerschaft ließe sich nicht planen? Man müsse entspannt bleiben und es einfach passieren lassen? Wer es zu verkrampft angehe, würde nicht so leicht schwanger?

Ich habe schon von einigen Frauen gehört, bei denen auf einmal eine ungeplante Schwangerschaft eintraf, als sie den Wunsch, auf natürliche Weise schwanger zu werden, schon aufgegeben hatten. Nachdem sie ihre kompletten Ersparnisse für eine Weltreise ausgegeben, bereits ein Kind adoptiert oder eines durch eine künstliche Befruchtung bekommen hatten.

Nachdem der Arzt verkündet hatte, eine Schwangerschaft sei nicht möglich und sie sich mit der Tatsache angefreundet hatten, sich auf andere Ziele in ihrem Leben zu fokussieren. Und auf einmal wuchs doch neues Leben in ihnen heran.

Ich hatte es eilig mit der Familiengründung

Auch ich plante meine erste Schwangerschaft ganz engstirnig. Ich hatte einen so ausgeprägten Kinderwunsch, dass ich einfach nicht anders konnte.

Eigentlich hatte ich mir zum Ziel gesetzt mit einundzwanzig Mutter zu werden. Ganz nach dem Vorbild meiner eigenen Mutter. Tatsächlich fanden mein Mann und ich im genau gleichen Alter zusammen wie meine Eltern einundzwanzig Jahre vor uns. Ich war neunzehn und mein Mann war sechsundzwanzig.

Mehr zum Thema: Ich wurde nicht übernommen, weil ich schwanger wurde - dann habe ich es meinem Chef gezeigt

Bei uns war die Familiengründung aber nicht ganz so schnell möglich. Mein Mann steckte noch mitten im Studium, da er vor dem Studium noch eine Schauspielausbildung absolviert hatte. Wir heirateten, als ich zweiundzwanzig war und planten noch eine sechswöchige Hochzeitsreise im darauffolgenden Winter. Nach dieser Reise wollte ich schwanger werden. Für November 2009 hatte ich mein erstes Baby geplant.

Auf einmal spielte mein Monatszyklus verrückt

In dem Moment, indem wir es darauf ankommen ließen, begann mein Körper verrückt zu spielen. Auf einmal dauerte ein Zyklus länger als der andere. Jedes Mal dachte ich, ich wäre schwanger und wurde immer wieder von negativen Schwangerschaftstests enttäuscht. Meine Frauenärztin stellte fest, dass ich zwei Zysten hatte und vermutete, dass mein Zyklus deshalb so lange dauerte.

Etwa acht Monate waren inzwischen verstrichen. Für mich war das eine gefühlte Ewigkeit. Nachdem ich Tabletten zur Behandlung der Zysten genommen hatte und sich mein Zyklus trotzdem nicht normalisierte, wechselte ich zu einem Frauenarzt, der sich auf Kinderwunschpatienten spezialisiert hatte.

Er erklärte mir, dass ich zu viele männliche Hormone hätte und diese meinen Eisprung unterdrücken würden. Er verschrieb mir Hormontabletten, die ich beim Start meiner nächsten Periode nehmen sollte. Ich wartete nun ganz ungeduldig auf meine nächste Monatsblutung. Es vergingen fast drei Monate, aber sie kam nicht.

Da kam etwas dazwischen ...

In der Agentur, in der ich arbeitete, bekam ich zunehmende Konflikte mit dem Geschäftsführer und beschloss, nun doch, trotz Kinderwunsch, einen neuen Job zu suchen. Als ich das erste Vorstellungsgespräch hatte und das meinem direkten Vorgesetzten im Vertrauen erzählte, lud er mich und meinen Mann im Geheimen zu sich nach Hause ein.

Er wollte auf keinen Fall, dass ich den Job wechselte, da er andere Pläne für mich hatte. Er stand kurz davor, sich selbständig zu machen und wollte mich als einzige Mitarbeiterin mitnehmen.

Wir beide, eine eigene Agentur aufziehen! Ich war hin und weg von dem Gedanken und unendlich stolz, dass mein Chef mich auserwählt hatte.

Der Druck, schwanger zu werden, fiel von mir

Zum ersten Mal wachte ich morgens auf und dachte an etwas anderes als an meine Basaltemperatur und meinen unerfüllten Kinderwunsch. Der Kinderwunsch konnte jetzt warten! Erstmal wollte ich diese neue Agentur ins Rollen bringen.

So unfassbar das klingt, an dem Tag, an dem ich meinen dringenden Kinderwunsch losgelassen hatte und der Druck abfiel, spürte ich einen Schmerz im Unterleib. Meinen Eisprung. Zwei Wochen später bekam ich meine Periode. 105 Tage hatte dieser Zyklus gedauert!

Ich konnte kaum glauben, wie mein Körper offenbar auf diese innere Entspannung reagiert hatte. Es war nun März, mein Chef wollte im Juni die Agentur gründen. Ich erzählte ihm von meinem Kinderwunsch und davon, dass ich bereits Hormontabletten erhalten hätte.

Dass ich diese aber nicht nehmen würde. Er sagte, wenn ich erst gegen Herbst, nach der Gründung, schwanger würde, dann hätten wir wenigstens noch einige Monate Zeit, um die Agentur gemeinsam aufzuziehen.

Ohne Druck schwanger werden

Ich überlegte mir, ob wir nun verhüten sollten bis im Herbst. Doch im Herbst würde ich mir dann wieder Druck machen und mein Körper würde wieder verrückt spielen. Das wollte ich nicht wieder. Ich wollte außerdem am liebsten auf ganz natürliche Weise, ohne die Einnahme von Hormonen, schwanger werden.

Mein Mann und ich besprachen, dass wir es einfach weiterhin darauf ankommen lassen, aber nicht mehr forcieren würden.

Ein Traum ging in Erfüllung ...

Und natürlich, wie sollte es auch anders sein, wurde ich im nächsten Zyklus, der auf einmal von ganz normaler Dauer war, schwanger.

Es war ein wahnsinnig rührender Moment, als ich endlich diesen lang ersehnten positiven Schwangerschaftstest in meiner Hand hielt. Aber was war jetzt mit der Agenturgründung? Ich hatte so viel Wissen, auf welches mein Chef - so glaubte ich - angewiesen war, dass ich mir nicht vorstellen konnte, er würde wegen der Schwangerschaft auf mich verzichten.

In der achten Schwangerschaftswoche, nachdem ich das Herzchen des Embryos hatte schlagen sehen, luden wir ihn zu uns nach Hause ein und erzählten ihm von der Schwangerschaft. Wie ich es mir gedacht hatte, wollte er mich trotzdem in seiner neuen Agentur beschäftigen.

... und ein Traum platzte

Am nächsten Tag erhielt ich dann jedoch die bittere E-Mail. Er habe sich beraten lassen und man habe ihm vollkommen davon abgeraten, mich schwanger in die Neugründung der Agentur einzubeziehen.

Er verließ also die Agentur alleine, niemand erfuhr, dass ich eigentlich hätte mitgehen sollen. Ich blieb bis zum Mutterschutz in der alten Agentur und reichte ein Jahr Elternzeit ein.

Ich war vor lauter Enttäuschung hin- und hergerissen, ob ich nach der Elternzeit noch in die neue Agentur meines Chefs einsteigen wollte. Als sich meinem Mann dann eine berufliche Perspektive in München bot, beschlossen wir, umzuziehen.

Ein Jahr warten ist nichts ...

Inzwischen habe ich schon viele Frauen kennen gelernt, bei denen eine Schwangerschaft erst nach mehreren Jahren eintraf. Frauen, die Fehlgeburten oder Eileiterschwangerschaften hatten oder sich durch eine künstliche Befruchtung helfen lassen mussten.

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Ich weiß also rückblickend, dass ich mich über das eine Jahr, das ich damals brauchte, nicht beklagen darf. In diesem Moment war es für mich aber dennoch eine lange Zeit. Ich war nicht darauf eingestellt, dass es so lange dauern könnte und ich wusste ja nicht, dass mit meinem Körper alles in Ordnung war und es bald klappen würde, sondern musste auch damit rechnen, noch viel länger zu warten. Auch die Sorge, dass ich vielleicht keine Kinder kriegen könnte, beschlich mich bereits.

Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich lediglich darlegen, wie mir damals vermutlich der psychische Druck im Weg stand und das Loslassen, dank des verlockenden Jobangebots, mir dann erstaunlicherweise zu meiner Schwangerschaft verhalf.

Mehr Gedanken aus meinem Familienleben gibt es auf meiner Homepage greenmom.

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