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Eine positive Einstellung zur Schwangerschaft

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WOMAN PREGNANT
martinedoucet via Getty Images
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Meine erste Schwangerschaft war der Grund, weshalb mein damaliger Chef, der eine eigene Agentur gr├╝ndete, mich nicht in sein Unternehmen mitnahm. Er sagte, es sei ein zu gro├čes Risiko. Was, wenn ich Komplikationen in der Schwangerschaft haben und bald ausfallen w├╝rde?

Ich sagte ihm, ich sei jung und gesund, meine Mutter und meine Gro├čmutter h├Ątten beide problemlose Schwangerschaften gehabt. Warum sollte ich denn Komplikationen haben? Ich litt kaum unter ├ťbelkeit und f├╝hlte mich gro├čartig.

Ich versuchte meinen Chef zu ├╝berreden, mich dennoch mitzunehmen. Ich bot ihm sogar an, bis zum Geburtstermin zu arbeiten und auf den sechsw├Âchigen Mutterschaftsurlaub vor der Geburt zu verzichten. Aber es war hoffnungslos.

Er hatte seine Entscheidung gef├Ąllt. Er w├╝rde mich schwanger nicht mitnehmen. Er sagte noch, wenn ich nun tats├Ąchlich eine komplikationslose Schwangerschaft haben w├╝rde, w├╝rde er es bereuen.

Sport und Bewegung bis zum Schluss

Ich setzte mir zum Ziel, dass er es bereuen sollte. Ich verhielt mich, als w├Ąre ich nicht schwanger. Bis zum letzten Arbeitstag vor dem Mutterschaftsurlaub fuhr ich mit dem Fahrrad zur Arbeit, welche eine gute halbe Stunde entfernt lag.

Alle zwei Tage ging ich vor der Arbeit ins Schwimmbad und schwamm anderthalb Kilometer. Ich war so darauf fixiert, dass diese Schwangerschaft reibungslos verlaufen musste, dass ich jegliche Beschwerden als Kleinigkeiten abtat und auch so empfand.

Meine Hebamme, bei der ich die H├Ąlfte der Vorsorgeuntersuchungen w├Ąhrend der ersten Schwangerschaft machte, fand es toll, dass ich so nat├╝rlich mit meiner Schwangerschaft umging und prophezeite mir eine schnelle und einfache Geburt.

Positives Denken

Ich glaube, dass die innere Einstellung ein St├╝ck weit Einfluss darauf haben kann, wie es einem in der Schwangerschaft geht. Das kennt man ja auch von Krankheitsbildern. Wer sich gedanklich sehr darauf fixiert wie schlecht es ihm geht, leidet st├Ąrker und wird langsamer gesund als jemand, der positiv denkt und an seine baldige Genesung glaubt. Auch der Placebo-Effekt ist ja unbestreitbar und ist mit der inneren Haltung und dem Glauben an die Besserung zu begr├╝nden.

Ich hatte eine (kinderlose) Bekannte, der ich erz├Ąhlte, dass ich in der Schwangerschaft vorh├Ątte, ganz normal bis zum Schluss zu arbeiten. Sie fragte mich, was ich f├╝r eine Vorstellung von einer Schwangerschaft h├Ątte. Eine Schwangerschaft sei kein Spaziergang.

Man w├Ąre v├Âllig eingeschr├Ąnkt, m├╝de, k├Ânne nicht richtig schlafen, habe Schmerzen und ├ťbelkeit ... Das war offenbar, was sie von ihrem Umfeld vermittelt bekam und woran sie glaubte. Es w├╝rde mich nicht wundern, wenn sie ihre Schwangerschaften genauso erlebt h├Ątte. Wir haben leider keinen Kontakt mehr.

Ô×Ę Mehr zum Thema: W├Ąhrend der Schwangerschaft: So beeinflusst das Geschlecht des Babys euer Immunsystem

Ich hingegen hatte die Vorbilder meiner Mutter und Gro├čmutter, die hochschwanger noch gearbeitet hatten und mir vermittelten, dass eine Schwangerschaft ein ganz nat├╝rlicher Teil des Lebens sei. Beide hatten keinerlei Komplikationen, sodass ich davon ausging, auch bei mir w├╝rde alles gut laufen.

Nat├╝rlich war ich auch manchmal m├╝de und hatte gegen Ende der Schwangerschaften nicht die besten N├Ąchte. Beim Fahrradfahren hatte ich manchmal ein Stechen im Unterleib. Sodbrennen, Kurzatmigkeit, heftige und schmerzhafte Kindsbewegungen kamen auch bei mir vor. Das B├╝cken zum Schuheanziehen oder Wegr├Ąumen von herumliegenden Spielsachen war schwierig.

Aber all dem gab ich wenig Aufmerksamkeit. Sicher gibt es sehr viele Schwangere, die mit wesentlich schlimmeren Beschwerden zu k├Ąmpfen haben und ich will ganz sicher nicht behaupten, dass dies nur eine Frage der Einstellung sei.

Aber bis zu einem gewissen Grad kann man, denke ich, schon einer Beschwerde entweder mehr oder eher weniger Aufmerksamkeit geben und eine Schwangerschaft von vorne herein als vollkommen nat├╝rlich oder als kompliziert, risikoreich und einschr├Ąnkend betrachten.

Der Moment, in dem man sich nur noch nach der Geburt sehnt

In der ersten Schwangerschaft wartete ich auf diesen Moment, in dem man angeblich als Schwangere unbedingt nur noch will, dass das Kind endlich auf die Welt kommt, weil man die Schwangerschaft satt hat. Aber der Moment traf nie ein. Mein Baby kam einige Tage zu fr├╝h, womit ich ├╝berhaupt nicht gerechnet hatte. Ich h├Ątte eigentlich gerne vorher noch den Keller und das B├╝ro ausgemistet.

Da mein erstes Kind zu fr├╝h gekommen war, hielten es alle f├╝r wahrscheinlich, dass auch das zweite fr├╝her geboren w├╝rde. Ich rechnete deshalb schon zwei Wochen vor dem errechneten Termin mit der Geburt. In der Tat kam nun eine sehr unangenehme Zeit auf mich zu, was ich r├╝ckblickend mit meiner inneren Haltung begr├╝nde.

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Ich war so sehr darauf eingestellt, dass mein Baby schon bald kommen w├╝rde, dass ich f├╝r diesen Zeitraum keine Pl├Ąne mehr geschmiedet hatte und gelangweilt und ungeduldig auf die Geburt wartete. Das Baby kam allerdings erst eine Woche nach dem errechneten Termin zur Welt. Diese letzten Wochen kamen mir endlos vor.

In der dritten Schwangerschaft war mir wieder bewusst, dass die Geburt auch erst sp├Ąter sein k├Ânnte. Tats├Ąchlich kam dieses Baby sogar erst 10 Tage nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Aber diesmal machte es mir weniger zu schaffen, da ich mich wieder gedanklich darauf eingestellt hatte.

Was glaubt ihr? Hat die positive Einstellung Einfluss auf das Wohlbefinden in der Schwangerschaft?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf greenmom.

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