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Poco a poco.

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MEXICO BUS
Jorga Tanit Rodrguez Malacara / EyeEm via Getty Images
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Zehn Pesos sind 50 Cent. Also sind dann zwanzig Pesos ein Euro. Circa. Die Preise, so hatte mir Susanne erz├Ąhlt, w├╝rden f├╝r mich, den wei├čen Nicht-Mexikaner wohl erst mal h├Âher ausfallen. Das sei aber normal und habe auch keineswegs mit Rassismus zu tun.

Letzte Woche stieg ich nun also erstmals ganz allein in einen Bus. Ein B├╝schen. So gro├č wie ein Flughafen-Shuttle zum Hotel mit Sitzen hinten, vorne und an den Seiten, sodass in der Mitte eine freie Fl├Ąche blieb. Ich stieg zu den vier bereits vorhandenen Fahrg├Ąsten und setzte mich, nachdem ich 6 Pesos (nach unserer Rechnung von eben dann also 30 Cent) an den Fahrer gegeben hatte, auf die r├╝ckw├Ąrts stehenden Sitze vorne. Zwei Stationen sp├Ąter war ich aufgestanden und stand in stark geb├╝ckter Haltung in der Mitte des Busses, w├Ąhrend auf meinem ehemaligen Platz nun eine schwangere Frau mit kleinem Kind und ebenfalls kleinem Mann (wenigstens h├Ątte er nicht geb├╝ckt im Bus gestanden) Platz genommen hatte. Der Bus f├Ąhrt immer geradeaus, was aber keineswegs weniger Gefahr bedeutet. Hier sollten Verbote an s├Ąmtliche Verkehrsteilnehmer - seien es Autofahrer oder wild ├╝ber die Stra├če rennende Kinder - verteilt werden. Aber hey, ich komme an. Bisher bin ich jedes Mal heil an meinem Ziel angekommen.

Und ansonsten? Santiagos freier Tag - richtig, im Singular - ist leider auch nicht wirklich entspannend. Letzte Woche gab es wenigstens noch haufenweise Arbeit und noch sehr viele Ämter, die wegen mir zu besuchen waren.

Und so begann unser Tag bei der Krankenkasse, wo man uns nach zehn Minuten mitteilte, dass mir eine Registrierungsnummer fehle. Dann weiter zu einem anderen B├╝ro, bei dem uns wohl auch etwas fehlte. Zumindest verlie├čen wir es w├╝tend wieder, was mich darauf schlie├čen lie├č. Danach verbrachte ich f├╝nfzig Minuten allein auf einem Parkplatz vor Santiagos Arbeit, wo er wie jeden Dienstag Geld abholte und sp├Ąter am Abend schafften wir es dann "mal ins Kino".

Auch hier, in der Karibik - daran sollte ich mich vielleicht h├Ąufiger erinnern, denn andere beneiden mich um diesen Wohnort - sieht Freizeit ├╝berraschend simpel aus. Kino, Tacos, Shopping Mall. Tut mir leid. Ich gehe nicht nachmittags Kitesurfen oder verbringe meine Abende am Lagerfeuer. Exotisch ist h├Âchstens die Ameisenstra├če durch unsere K├╝che. Ich m├Âchte nicht wissen, wie viele schon in meinem Magen gelandet sind.

Nicht alles ist perfekt hier. Der Verkehr ist die H├Âlle. Aber ich habe bereits mein pers├Ânliches Nicht-Starbucks gefunden, wo ich mich mit Besitzerin Gabriela ├╝ber das Reisen austausche. Ich habe meine Hausarbeit bis auf einige Feinschliffe beendet. Und ich habe vielleicht eventuell Arbeit. Poco a poco. Anders geht es nicht. Man kann ja nicht in einer Woche Mexikaner werden.

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