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Angekommen.

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
MEXICO
KIKILOMBO via Getty Images
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Was bedeutet Mexiko? Bis jetzt bedeutet Mexiko f├╝r mich einen konstanten Ger├Ąuschpegel. Heute Morgen wollte ich die leicht frische Luft genie├čen und ├Âffnete die Eingangst├╝r. Inzwischen sitze ich hinter der geschlossenen Schlafzimmert├╝r.

Mir fehlt Madrid, wo wir stets in entspannten, ruhigen Stra├čen wohnten. Und w├Ąhrend ich den letzten Satz beendet habe, ert├Ânt hinter mir wieder das Ger├Ąusch eines Hammers, mit dem ein Nachbar scheinbar irgendeine Wand bearbeitet.

Madrid hatte Parks und selbst mitten in der Stadt fand man wundervolle Quellen inneren Friedens, wie zum Beispiel die Stra├čen zwischen Plaza de Espa├▒a und der Bibliothek Conde Duque oder am R├şo Madrid, einer sch├Ân aufbereiteten Zone entlang des Manzanares, die man beispielsweise von der Station Pr├şncipe P├şo aus in Minuten erreicht.

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Aber Stationen, Metro also, gibt es hier auch nicht. Stattdessen klapprige Busse, deren Fahrer nicht nur einen verantwortungslosen Eindruck machen, sondern sich tats├Ąchlich immer wieder in waghalsige Man├Âver begeben.

Bei meinem letzten Aufenthalt in Mexiko, damals nur eine gute Woche wegen meiner Hochzeit, stieg nach einem dieser Man├Âver ein w├╝tender Fahrer aus seinem Auto und zerschlug mit seiner Faust die Scheibe neben dem Busfahrer.

Ich sa├č damals regungslos auf meinem Sitz, gewiss, dass ich gleich zum ersten Mal Zeuge eines Mordes werden w├╝rde. Gl├╝cklicherweise kam es nicht so weit, aber ich habe seither Vorbehalte dem ├Âffentlichen Nahverkehr gegen├╝ber.

Madrid, du Tempel der Ruhe. Nach dem Unterricht in der Sprachschule lief ich oft nur wenige Stra├čen zum Parque del Oeste, wo ich mit Santiago seelenruhig Sandwiches mit Chipotle und W├╝rstchen oder seine k├Âstliche H├╝hnersuppe a├č.

Soeben fr├Ąst sich mein Nachbar in die Wand, die nicht weit von der entfernt sein kann, an die mein Kopf lehnt. K├╝rzlich habe ich gelesen, dass die kolumbianische Stadt Medell├şn ein hervorragendes System in Sachen Nahverkehr besitzt, welches als Vorreiter f├╝r ganz Lateinamerika gelten sollte.

Selbst Mexico City besitzt guten Nahverkehr. Und wundervolle ruhige Ecken und Parks. In der Colonia Roma m├Âchte man Stunden mit seinem Kaffee vor sich verweilen.

Aber hier ist alles Lautst├Ąrke. Motoren, die einfach weiterlaufen, oder eher weiterdonnern, denn ich habe durchaus schon Leisere geh├Ârt. Vorbeifahrende Autos, aus denen heraus schreiend Brot verkauft wird. Nein, ich m├Âchte es nicht kaufen, allein schon, weil ihr so unsagbar nervig seid. Hupen. Schreie.

In Madrid hatte ich mir etwas zum Lesen und Verpflegung eingepackt und bin dann einfach in den Retiro-Park, wenn wieder mal Brenda, die laute Freundin meiner Mitbewohnerin da war, um unser WLAN f├╝r Gespr├Ąche nach Nicaragua zu nutzen oder vier Joghurtbecher gleichen Geschmacks jeweils halb leer zu essen.

Hier sitze ich fest. Ich. Der Europ├Ąer. Der nach seinem ersten Auslandssemester gar nicht schnell genug wieder nach Spanien zur├╝ckkommen konnte um sich in fremden Kulturen zu suhlen. Ich sitze jetzt hier in einem Zimmer und m├Âchte auch gar nicht wirklich nach drau├čen. Zu Fu├č traue ich mich nicht, auch wenn sich das sicher bald ├Ąndert.

Das Auto hat Santiago mit zur Arbeit genommen, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich mich sowieso nicht traue, hier zu fahren. Mexiko f├Ąhrt so, wie ich fahren w├╝rde, wenn ich immer exakt das Gegenteil von dem t├Ąte, was mein Fahrlehrer mir beigebracht hatte.

Mexiko, du machst mich wahnsinnig. Vor einigen Tagen a├č ich in Frankfurt zu Mittag mit Susanne, die wir aus Madrid kennen. Sie hatte eineinhalb Jahre in diesem Teil Mexikos gelebt und sagte, ich w├╝rde am Ende sicher gar nicht mehr weg wollen. Ich glaube ihr. Das Knifflige an der Sache wird, wie ich an dieses Gef├╝hl rankomme.

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