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Warum manche Paare ein viel lebhafteres Liebesleben haben

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Warum manche Paare ein viel lebhafteres Liebesleben haben. | Jacob Ammentorp Lund via Getty Images
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Von Drake Baer

Wenn Forscher etwas... nun ja, voyeuristisch wirken, wenn es um das menschliche Sexualleben geht, gibt es dafür einen guten Grund: Je glücklicher Menschen mit ihrem Sexualleben sind, desto glücklicher sind sie mit ihren Beziehungen. Das gilt zumindest für heterosexuelle Ehen.

Und wenn du wissen willst, wie oft ein frisch verheiratetes Paar Sex hat - und jetzt mal im Ernst, wer will das nicht? - nimm einfach ihre Persönlichkeiten genau unter die Lupe.

Die Persönlichkeit der Frau hat einen größeren Einfluss als die des Mannes

Du solltest vor allem besonderes Augenmerk auf die Persönlichkeit der Frau legen.

Wenn sie sehr offen und neugierig durchs Leben geht und wenn es einfach ist, mit ihr zusammen zu sein - dann ist es wahrscheinlicher, dass das Paar miteinander schläft. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer neuen Studie.

Die Persönlichkeit des Mannes hingegen scheint keine besondere Auswirkung auf die Häufigkeit des Sexualverkehrs haben.

Bei einer Studie, an der 278 neuverheiratete, heterosexuelle Paare teilnahmen, baten die Psychologen Andrea L. Meltzer und James K. McNulty von der Florida State Universität die Teilnehmer, Tagebuch zu führen.

Es war die verlässlichste Art und Weise, um herauszufinden, wie oft die Paare Sex hatten. Darüber hinaus sollten die Teilnehmer an dem so genannten „Big Five"-Persönlichkeitstest teilnehmen, der als der Anerkannteste gilt.

Forscher testeten Paare auf diese fünf Eigenschaften


Anders als beim Myers-Briggs-Test und ähnlichen, hat sich der „Big Five" mehrfach bei empirischen Überprüfungen durchgesetzt.

Folgende Eigenschaften werden dabei getestet:

  • Gewissenhaftigkeit, oder wie wahrscheinlich es ist, dass du bei Meetings pünktlich erscheinst oder auf Emails rechtzeitig antwortest;
  • Verträglichkeit, das heißt, wie erpicht du darauf bist, anderen Menschen zu gefallen;
  • Offenheit für Erfahrungen oder auch, wie sehr du es auf Abenteuer abgesehen hast;
  • Neurotizismus, oder wie stark du auf verschiedene Schwierigkeiten im Leben reagierst;
  • Extrovertiertheit, oder wie du lieber rumhängen möchtest.

Neugierig geworden? Brian Littles Buch „Mein Ich, die anderen und wir: Die Psychologie der Persönlichkeit und die Kunst des Wohlbefindens" (Me, Myself, and Us: The Science of Personality and the Art of Well-Being) widmet sich gänzlich dem Thema.

Die Forscher ließen drei unterschiedliche Gruppen von frisch verheirateten Paaren, hauptsächlich zwischen Mitte 20 und Mitte 30, zwei Wochen lang Tagebuch führen und aufschreiben, wie sie jeden Tag verbracht hatten.

Frauen als "Türsteherinnen" des Sex?

Sie sollten jeden Tag notieren, ob sie Geschlechtsverkehr hatten, und, wenn dies der Fall war, anhand einer 7 Punkte-Skala angeben, wie zufrieden sie mit diesem gewesen waren. Die Paare hatten im Durchschnitt an drei bis vier Tagen innerhalb dieser zweiwöchigen Periode Sex.

Vorherige Studien haben gezeigt, dass Männer häufiger als Frauen Sex haben wollen und diesen auch häufiger initiieren. Dies führe dazu, dass Frauen als "Türsteherinnen" des Sex innerhalb von Beziehungen gelten, glauben die Forscher.

Die Idee klingt sehr altbacken. Doch die Wissenschaftler sagen, dass ihre Ergebnisse diese Aussage unterstützten: Je höher die Frau in den Kategorien "Offenheit für Erfahrungen" oder "Gefälligkeit" abschnitt, desto häufiger hatte das Paar Sex. Die Persönlichkeit des Mannes schien hingegen keinerlei Indiz für die Häufigkeit des Verkehrs zu sein.

Neurotizismus führt zu weniger Zufriedenheit beim Sex

Bei der sexuellen Zufriedenheit hingegen sah es etwas anders aus: In diesem Fall waren die Persönlichkeiten beider Partner von Bedeutung.

Für Männer wie auch Frauen standen ausgeprägter Neurotizismus (emotionale Labilität) im Zusammenhang mit niedrigeren Zufriedenheitslevels beim Sex.

Überraschenderweise übte sich die Offenheit der Ehemänner negativ auf deren sexuelle Zufriedenheit aus, während es bei den Ehefrauen genau anders herum war.

Die beiden Forscher weisen allerdings daraufhin, dass diese 14-tägige Studie nicht als repräsentativ für sämtliche Paare in jeglichen Beziehungsstadien anzusehen ist, da die Paare sich vielleicht noch in der Flitterwochen-Phase ihrer Ehe befinden könnten.

Darüber hinaus fehlen Erkenntnisse über homosexuelle Beziehungen. Meltzer sagte dem US-Magazin "Sciene of Us", dass zukünftige Forschungen davon stark profitieren würden.

Da so viel von unserer Sexualität durch Kultur und Erziehung bedingt ist, wäre es faszinierend zu sehen, wie Menschen in liberalen Gegenden wie New York oder San Francisco verglichen mit solchen in konservativeren Enklaven abschneiden.

Wie viel Sex soll ein Paar haben?

Niemand kann sagen, wie viel Sex ein sogenanntes glückliches Paar - verheiratet oder auch nicht - haben "sollte".

"Was ich sagen kann, ist, dass einige Wissenschaftler in Studien über neuverheiratete Paare ( - die meisten von ihnen sehr glücklich), von Sex an drei bis vier Tagen berichten", schrieb Meltzer in einer Email.

"Ich bin mir nicht sicher, wie häufig 'glückliche' Paare, die bereits länger verheiratet oder zusammen sind, Sex haben."

Als ein Team von Forschern Paare bat, die Häufigkeit ihres Sexualverkehrs zu verdoppeln, führte es tatsächlich dazu, dass Sex von den Teilnehmern als lästige Pflicht wahrgenommen wurde - und sie hatten deutlich weniger Spaß dabei.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Virginia Hartmann aus dem Englischen übersetzt.

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(glm)