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Die Digitalisierung kann nur mit fachübergreifender Kommunikation erfolgreich gemeistert werden

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CREATIVE WORK
Kelvin Murray via Getty Images
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Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? FOCUS hat mit dem Schreibwettbewerb #focussiert um Zukunftsvisionen seiner Leser gebeten. Die HuffPost veröffentlicht einige Einsendungen. Schuana Amirova ist der Meinung, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen in einer technisierten Welt Probleme nicht löst, sondern verschiebt. Die erfolgreiche Antwort auf die Digitalisierung mit ihren Chancen und Risiken sieht sie in fachübergreifender Kommunikation.

Meine Vision für die Zukunft ist eine disziplinübergreifende Kommunikation, die nicht nur die Wirtschaft einschließt, sondern darüber hinaus auch andere Bereiche berücksichtigt. Die unterschiedlichen Denkweisen formen neue Ideen, fördern Kreativität und vernetzen die Realität neu. Warum ist das gut für die Digitalisierung?

Die Uhr der digitalen Welt tickt schneller als die der realen, daher müssen wir dynamisch genug sein, auch neue Wege zu erfinden, und kreativ werden.

Durch die Digitalisierung werden die industrielle Produktion und naturwissenschaftliche Dienstleitungen automatisiert werden. Roboter und Maschinen werden uns die langweiligen Routinetätigkeiten abnehmen, aber den Menschen in seinem Wesen nie ersetzen können.

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Menschen können daher ihre Energie, Kreativität und ihr Potential für ihre Berufungen einsetzen und neue Ideen realisieren. Arbeitsplätze werden nicht abgeschafft, sondern verschoben, denn die Roboter müssen von Menschen entwickelt und gebaut und am Ende von Menschen bedient und koordiniert werden.

Enthusiasmus bremsen

Trotzdem sollte man dem digitalen Trend nicht mit zu viel Enthusiasmus begegnen, denn er bringt auch Risiken mit sich, die sich schleichend einstellen, sich aber mit politischer Gestaltung frühzeitig beheben lassen.

Unser Bildungswesen sollte auf die neuen, komplizierten Anforderungen vorbereiten, ferner sollten Politik und Wirtschaft Innovationsprojekte für umweltfreundliches und ökonomisches Zusammenleben fördern, Gesundheitsaufklärung und -vorsorge sollten ein Teil der gesellschaftlichen Bildung werden, der Staat sollte berufsbegleitende und berufsvorbereitende Qualifizierungen anbieten und unterstützen.

Auch die sozialen Kompetenzen und die Selbstdisziplin sollten frühzeitig erlernt werden, weil die traditionellen Formen des Arbeitsklimas sich auf Datennetze verschieben werden.

Die Digitalisierung motiviert einen Wertewandel, der schon jetzt spürbar ist. Junge Menschen, vor allem die Generation Z, möchten nicht zum Broterwerb zur Arbeit gehen, sondern vielmehr, um sich zu erfüllen mit spannenden und abwechslungsreichen Aufgaben.

Ich sehe vor allem in unserem Bildungswesen die Chance, dies zu ermöglichen.

Eine zielorientierte Umgestaltung der Gesellschaft und ihre Vorbereitung der Gesellschaft auf die Digitalisierung sollte alle Bereiche einschließen mit disziplinübergreifender Kommunikation zwischen Wirtschaft, Recht, Politik, Philosophie, Soziologie, Kultur und vor allem auch Kunst, die zwischen allen gesellschaftlichen Bereichen Brücken schlägt, unabhängig von sozialen Unterschieden und Herkunft. Fachübergreifende Kommunikation!

Kreative Köpfe dringender denn je gesucht

Wir brauchen eine Gesellschaft, die einen Sinn für die Natur, Musik, Kunst und Literatur hat. Wir werden im Grunde in allen Berufen kreative Köpfe und selbstdisziplinierte Persönlichkeiten brauchen.

Für die neuen Berufe ist ein Bildungssystem erforderlich, das uns darauf vorbereitet, nicht gelebt zu werden, sondern selbst zu leben und zu erschaffen, denn mit einem Tablet und Smartphone können wir die Gestalter der Produkte werden.

Mehr zum Thema: Warum sich der Mensch von der Maschine abhängig machen wird - und trotzdem die Oberhand behält

So müssen wir vor allem die Kreativität und die Begeisterung bei den jungen Menschen motivieren und nicht ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen, da dieses das Problem womöglich nicht löst, sondern nur verschiebt.

Dieser Beitrag ist Teil der Themenreihe "New Work". Alle aktuellen Beiträge dazu findet ihr hier.

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