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FĂĽrchtet euch nicht vor der Digitalisierung

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DIGITAL LIFE
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Ein Aspekt der in der aktuellen Debatte um Digitalisierung nicht sehr stark im Fokus hat, sind die Auswirkungen dieser auf Bewohner in Psychiatrischen Wohngruppen und Einrichtungen. Wenn man in diese für viele Mitmenschen „unbekannte Welt" in Kontakt gerät und mit den Betroffenen und gerade den jüngeren unter diesen redet, treffen die Konflikte um die Digitalisierung in diesem Milieu stark zur Tage.

Viele gerade ältere Sozialarbeiter und Mitarbeiter in diesen Einrichtungen sehen das Internet und die sich veränderte Lebensgewohnheiten der Menschen, welche im Bezug auf die neuen Medien sich eröffnen als „Gefahr" für die jungen Bewohner. In Gesprächen mit Mitarbeitern hört man oft, dass man die Bewohner „vor dem Internet schützen" will, weil man die Befürchtung hat dass die Betroffenen nicht mit dem „Internet umgehen können". Dabei ist es oft so, dass gerade die älteren Mitarbeiter auch im Privatleben das Internet eher in einem negativen Licht sehen. Diese Einschätzung ist nicht nur bei ihnen alleine zu finden, sondern wenn man die aktuelle politische Debatte zum Thema Digitalisierung und Fake News verfolgt, herrscht meist der Tenor vor dass man diesen Wandel als Gefahr sieht die man eindämmen muss.

Wenn Heiko Maas offen im Diskurs um Fake-News staatliche Regulierung fordert, so werden gerade auch Mitarbeiter in Psychiatrischen Einrichtungen und Wohnheimen dazu angeregt, den Wunsch der jungen Bewohner zu verwehren, am Internet und der digitalen Welt teilzuhaben. Dennoch wird dabei von Seiten der Mitarbeiter und Institutionen oft verkannt, dass das Internet den Bewohnern und Betroffenen gerade eine Möglichkeit ergibt mit Menschen in Kontakt zu kommen, die einerseits ähnliches wie sie erlebt haben, aber auch Kontakte zu Menschen zu knüpfen die ihnen wenn sie die Einrichtungen eines Tages verlassen, ihnen helfen können wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen.

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Da viele Bewohner ein geringes Einkommen haben und nur ein „Taschengeld" zugesprochen kommen, haben sie es aufgrund der für sie hohen Kosten es schwer das Internet in ihrem Sinne zu nutzen. Oft passiert es wenn sie den Wunsch nach digitaler Teilhabe äußern, im Sinne des Patriachat nach Max Weber ihnen dies verwehrt. Die Mitarbeiter in den Einrichtungen wissen es besser als die Bewohner, „was gut für sie ist" und man nutzt die mangelnden Einkünfte der Bewohner dazu aus, da man ihnen die Nutzung von Seiten der Einrichtungen oft verwehrt, ihnen Hürden dem entsprechend aufstellt.

Da gerade für jüngere Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit und dem Bedrüfnis soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen heutzutage über das Netz pflegen, können die Einrichtungen so eine Kontrolle über deren Entscheidungen ihr soziales Leben selbst zu bestimmen ausüben.

In einer Gesellschaft wo die Freiheit des Individuum in unserer sozialen und politischen DNA verankert ist, ist die Isolation der Betroffenen in solchen Einrichtungen ein Widerspruch zu den Werten welche wir leben wollen. Der Ausdruck das Internet für die Betroffenen zu regulieren, zeigt gerade auch den dominierenden Diskurs in unserer Gesellschaft den Digitalen Wandel wie oben angemerkt, als „Störung" des Status Quo zu sehen.

Was kann man in dieser Situation besser machen? - Es ist klar, dass man gerade wenn man den Sozialwissenschaftlern glauben mag und wir uns ins Zeitalter der „Wissensgesellschaft" bewegen, ist den Betroffenen aber auch generell für diese Gesellschaft den Umgang kritisch Informationen zu bewerten. Gerade so Quellen zu prüfen und einzuordnen und die Intention des Autor der Nachrichten und Informationen im Internet zu hinterfragen und mit seiner eigenen Position abzustimmen und abzulehnen, ist ein Zeichen des Aufgeklärten Bürgers. Das Zeichen der Aufklärung war es den eigenen Verstand zu benutzen.

➨ Mehr zum Thema: Die Digitalisierung ist eine brandgefährliche Chance - wir müssen schon jetzt Zukunftsmodelle testen!

Auf diese Maxime sich zu besinnen und zu fördern, hilft den Individuum in der Gesellschaft wie auch ihr im ganzen an sich, Fähigkeiten anzueignen um selbstbestimmt zu handeln. Dieses Erbe der Aufklärung, auf welches wir in westlichen Gesellschaften zurecht Stolz sind sollte gerade im Zeitalter der Digitalisierung wieder in den Vordergrund.

Staatliche Regulierung oder im Kleinen in psychiatrischen Einrichtungen um den Bürger beziehungsweise den junge Betroffenen vor einer „Welt zu schützen", die man selbst nicht versteht und dies einzugestehen bei den Akteuren als Gesichts- und Autoritätsverlust gesehen wird, sind der falsche Weg. Gerade dieses politische und soziale Verhalten widerspricht unseren Werten und Traditionen auf welche wir im Westen so Stolz sind und Stärke beziehen.

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