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Jetzt gibt es Digitale Sprachassistenten - na und?

02/12/2017 17:02 CET | Aktualisiert 02/12/2017 17:02 CET
Steve Marcus / Reuters

Es ist wieder mal spannend zu beobachten, was sich in den letzten 18 Monaten an der Technikfront getan hat. Es hat sich ein neues Ecosystem entwickelt und die meisten deutschen Unternehmen haben kaum Kenntnis davon genommen. Dabei schlummert hier enormes Potential für die zukünftige Kundenansprache, vertrauensbildende Maßnahmen und viele anderen Aspekte für Unternehmen wie auch für das tägliche Leben und Arbeiten. Aktuell scheint dieses Thema ausschließlich bei einigen wenigen Interessierten angekommen zu sein. Warum ist das so?

Es geht um das Thema „Digitale Sprachassistenten" und wie in Deutschland aktuell in den Unternehmen damit umgegangen wird.

Es klingt schon fast nach dem Spruch von Berthold Brecht „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin." Dies könnte sich auch auf die aktuelle Situation auf dem stark wachsenden Markt der Digitalen Sprachassistenten beziehen.

In Deutschland werden geschätzt nach Ende 2017 über 1. Mio. dieser neuen „Dinger" bei uns in privaten Gefilden und Geräten dieses Landes stehen. Sie heißen Google Home, Amazon Echo oder auch HomePod von Apple (irgendwann...). Auf diesen Geräten und auch auf Computern, Smartphones bis hin zu Kaffeemaschinen laufen die Digitalen Sprachassistenten und warten darauf bedingungslos die Befehle der Menschen entgegenzunehmen.

Unter dem Weihnachtsbaum werden dann die neusten Technologien die als Basisausstattung mitkommt, nach Strich und Faden ausgetestet. Kein Befehl und keine Frage bleiben unausgesprochen. Dem noch nicht genug, eine Vernetzung der aktuellen Haus- und Wohnungstechnik lässt auch gerne das Licht per Sprachbefehl auf „Kuschelmodus" dimmen. Schnell noch den Befehl für „Softmusik" nachgeschoben und fertig ist der Romantikmodus für Frau und Freundin. Anders als angenommen sind nicht nur Männer von dieser Technik fasziniert, auch Freuen sind mit großen Eifer dabei die Wohnzelle zu „versmarten".

Funktioniert das alles gut genug? Bei Leibe nicht!

Immerhin kann man bei Amazon Alexa die Funktionalitäten entsprechenden erweitern. Bei Amazon auch Skills genannt. Über 15.000 dieser Skills zählt der amerikanische Skill-Shop und es werden immer mehr. In Deutschland dürften über 5.000 Skills aktivierbar sein. Darunter finden sich z.B. Abfallkalender, Handy-Finder, Wiki Deutschland, Nachtlicht und viele mehr. Diese wurden überwiegend von Programmierern entwickelt die einfach Lust auf etwas neues hatten.

Verschlafen Unternehmen in Deutschland den Markt?

Es scheint als würden die etablierten Unternehmen mal wieder sehr zögerlich oder gar nicht den Markt für sich beanspruchen wollen. Laufen wir Deutsche mal wieder einem Markt hinterher der mit Einfachheit, Mut und Experimentierfreude eigentlich einfach zu bearbeiten wäre? OK, es ist bewusst, dass Deutschland ein Land der Dichter und Denker ist!?. Nicht zu vergessen, die hohe Ingenieurleistung des Landes. Das bringt den Unternehmer immer dazu, alles von Anfang an richtig machen zu wollen. Keine Fehler, kein Scheitern und damit auch kein Lernen!? Das alles ist ein (zu?) hoher Anspruch, die bei Ingenieuren sicherlich sinnvoll und notwendig erscheint, aber den Markt extrem unflexibel macht. Keiner möchte einen Porsche bei 200 km/h fahren und bei der Entwicklung der Bremsen sind die Ingenieure von Porsche mit dem Anspruch herangegangen, „schau mir mal...". Oder?

Lassen wir doch bitte mal die Kirche im Dorf. Im Internet und dessen eigenen Gesetzen gibt es schon lange mehr kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur noch, ein Besser oder ein Schlechter. Es geht doch hier um das Ziel und einen Start. Ja, da wird geplant bis alles durchdacht ist und keine Frage mehr unbeantwortet bleibt. Doch besonders im Digitalen Markt geht um Geschwindigkeit und „machen".

Einfach machen!

Man kann es nicht laut genug sagen und wiederholen. „Machen und Lernen" ist immer noch besser als den Kopf in den Sand zu stecken und hoffen, dass Alles vorübergeht und mit Planen und Überlegen an der Entwicklung vorbeizulaufen.

Ein Beispiel: Die Projektgruppe „Internet of Voice" (https://internet-of-voice.de) aus Köln baut Skills für Amazons Alexa und generiert Wissen für Ihre aktuellen und zukünftigen Kunden. Diese Erfahrungen können wiederum genutzt werden und für weitere Produkt- und Serviceverbesserungen herangezogen werden. So entsteht eine direkte und neue Kundenbindung. Geschwindigkeit und der Erste sein, der sich das traut bringt einen Vorsprung.

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