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Sascha Pallenberg Headshot

#throughglass - Smart Glasses so weit das Auge reicht und nicht nur von Google

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Im Sommer 2012 landete der Suchmaschinenmonopolist aus dem Kalifornischen Mountain View mit Google Glass einen echten Ueberraschungscoup. Waren Brillen mit kleinen Computermonitoren bisher nur Insidern bekannt, so betraten nun auf einmal die Smart Glasses die grosse Buehne der Weltoeffentlichkeit. Google schrumpfte im Grunde genommen das Innere seines Galaxy Nexus Smartphone auf Brillengestell-Groesse, packte ein sogenanntes Prism-Display daran (welches dem Traeger den Eindruck gibt auf einen 25-Zoll Monitor zu schauen, der in knapp 3 Meter Entfernung vor einem steht) und gab Glass die Moeglichkeit sich mit dem Internet zu verbinden (via Wifi oder Bluetooth eines Smartphones).
Fertig war ein funktionales Borg-Headset, welches das komplette Google Universum auf das rechte Auge des Traegers projeziert.

Bisher ist Google Glass nur fuer eine recht ueberschaubare und ausgewaehlte Nutzerschaft verfuegbar (man redet momentan von ca. 10 000 versendeten Prototypen der Explorer Edition) aber keine Angst, denn es gibt auch interessante Alternativen.

Recon Instruments

Bereits 2010 stellte Recon seine erste „intelligente Brille" vor und hat nun mit der Recon Jet wohl eines der heissesten Eisen im Feuer, wenn es darum geht Smart Glasses fuer den Massenmarkt anzubieten. Die Jet Sonnenbrille richtet sich vor allen Dingen an Sportler, die beim Snownboarden oder Triathlon ganz persoenliche Daten wie Puls, Herzschlagrate aber auch natuerlich Navigations-Apps abrufen wollen. Ein Dualcore-Prozessor treibt ein HD-Display an und durch den Einsatz eines klassischen Android-Betriebssystems, koennen auch all die Apps genutzt werden, die wir von unserem Smartphone kennen. Erste Entwickler-Versionen wurden bereits versendet und bis zum Maerz 2014 wird dann auch Otto-Normaluser seine Recon Jet fuer knapp $600 erstehen koennen.

Meta SpaceGlasses

Nein, die SpaceGlasses sind wahrlich nicht mit Google Glass oder der Recon Jet zu vergleichen. An diese beiden Plattformen kommen sie schon rein optisch nicht ran, was vor allen Dingen an einem voellig anderen Anwendungsszenario liegt. Der Doppeldecker unter den Smart Glasses hat gleich 2 Projektoren verpasst bekommen die dann 3D-Objekte darstellen koennen. Ja, das klassische Hologram, welches virtuelle Gegenstaende vor den Augen des Traegers schweben laesst, wird mit SpaceGlasses Realitaet. In Kombination mit einem Sensor, der die Position der Haende ueberwacht, wird es dann auch moeglich sein mit diesen Objekten zu interagieren. Zum Beispiel koennte man sich vorstellen auf einer virtuellen Tastatur zu schreiben.
Im April des naechsten Jahres soll dann eine ueberarteitete Version der Meta SpaceGlasses auf den Markt kommen, die dann weitaus leichter und alltagstauglicher sein soll.

Quo vadis Smart Glasses?

Wer glaubt Google haette den Startschuss fuer die Entwicklung von intelligenten Sehhilfen gegeben, dem sei eine kleine Recherche mit genau dieser Suchmaschine empfohlen. Ersten 'Heads up Displays" in den 60ern (die hauptsaechlich im militaerischen Umfeld eingesetzt wurden) folgten VR-Glasses in den 80ern, die sich in diesem Jahrtausend dann mehr und mehr zu autarken Mini-Rechnern fuer den ultimativen „Borg-Look" entwickelten.

Wenn Google Glass im naechsten Jahr frei verfuegbar sein wird (wobei ein Verkaufsstart in Europa auf sich warten lassen duerfte), dann bedeutet dies auch fuer die beiden zuvor genannten Hersteller eine ungleich groessere Wahrnehmung in der Oeffentlichkeit und fuer uns User vor allen Dingen eines: Neben Smartwatches werden die Smart Glasses innerhalb der naechsten 5 Jahre im Mainstream ankommen.