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Deine Mudda - Eine Psychoanalyse der Frau Merkel

21/08/2015 18:27 CEST | Aktualisiert 21/08/2016 11:12 CEST
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Deine Mudda sagt, sie sei „schizophren groß geworden". Sie stammt aus der DDR und war im Herzen gegen diesen Staat. Sie berichtet davon, immer „eine gute Miene, zum bösen Spiel" gemacht haben zu müssen. Schon früh träumte sie von Amerika; dem Land, in dem alles möglich sei.

Deine Mudda ist Wissenschaftlerin. Das merkt man sofort, denn sie wartet oft ab und legt sich ungern fest, bevor nicht alle (oder fast alle) Fakten überschaubar sind. Das zeichnet sie aus; sie urteilt nicht vorschnell. Leider äußert sie sich aber auch meist nicht.

Deine Mudda kümmert sich. Auf sie kann man sich verlassen. Sie regelt souverän den Alltag und ist Krisen gewachsen, die sie ohne große Selbstinszenierung meistert (im Gegensatz zu Männern). Sie meistert die Krisen aus einer Selbstverständlichkeit heraus; einfach weil es sein muss.

Deine Mudda ist berufstätig. Ihr Lehrmeister war ein narzisstischer Mann. Ein Mann, der sogar frech und ablehnend reagierte, wenn man ihn nicht mit seinem korrekten Titel ansprach. Heute hat sie seinen Platz eingenommen und arbeitet in einem System voller „Ja-Sager". Beinahe niemand zweifelt ihre Entscheidungen und Arbeitsweisen an. Sie war sogar fähig zum „Vatermord".

Deine Mudda ist eine „richtige Mutter". Sie strahlt auch aus, dass sie sich „kümmert".

Deine Mudda ist beliebt und angesehen; doch sie ist kein großer Teamplayer. Mütter kochen allein. Sie braucht keine Mannschaft; sie bestimmt aktuelle Positionen und Richtungen selbst.

Deine Mudda ist nicht sonderlich emotional; zumindest nicht vor dir oder uns. Nur ein oder zwei Momente gab es, in denen wir Emotionen sehen und spüren konnten. Sie ist dominant.

Deine Mudda, so wissen wir heute, lügt uns an. Immer wieder.

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In der Psychoanalyse kennt man beide Mutterbilder: Die rettende Mutter, die das Kind gegen alles Böse beschützt, in konflikthaften Familien auch gegen den bösen Vater; und die fressende Mutter, die das Kind vereinnahmt, auch als Bündnisgenosse gegen den Vater, oder gegen andere Feinde dieser Mutter.

Daraus ergibt sich, dass sich das Kind in Angstsituationen im direkten oder im übertragenen Sinn unter den Rock der Mutter flüchten kann, dort aber ganz brav sein muss, um nicht zu stören und den Schutz der Mutter nicht zu verlieren. Dass dies eine Gefängnissituation ist oder war, das erkennen viele Menschen erst später oder nie. Oder sie versuchen, diese Szene in ihrem Leben immer wieder selbst herzustellen.

"Mehr Demokratie wagen" war zumindest als Parole schon einmal da

Und nun erleben wir den Rückschritt in eine Scheinsicherheit durch Verharmlosung unserer Situation und durch gläubige Unterordnung unter die Herrschaft der "ewigen guten Mutter", die wir deswegen zu kennen glauben, weil sie das selbst behauptet.

Aber das ist alles nur eine Ersatzsicherheit. Von wirklicher Sicherheit kann man hier nicht sprechen. Als ob das gehen würde: durch Nichts-Tun kein Risiko einzugehen. Das ist ja das größte Risiko, das man haben kann, wenn man nicht darauf achtet, was man fühlt und wie man dementsprechend handeln will.

Wir haben in unserem Land nur noch wenig echten und konstruktiven politischen Streit, wenig Ringen um den besten Weg. Wir sind überwiegend wie die Lämmer, die der Mutter nachlaufen, weil wir fürchten, dass sie uns verlässt, wenn wir nicht brav sind und an sie glauben, beziehungsweise wenn wir bemerken sollten, dass und wie sie uns manipulierend mit ihrem "Sie kennen mich" vereinnahmt.

Der eigene Verstand, die eigenen Gefühle spielen in mancherlei Hinsicht keine Rolle mehr. Wir Deutsche haben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass wir politisch blind werden können, wenn wir uns der Devise "Sie kennen mich" einfach anvertrauen.

Was derzeit in Deutschland geschieht, widerspricht dem Grundprinzip der Demokratie

Was derzeit in Deutschland geschieht, widerspricht zu großen Teilen dem Grundprinzip der Demokratie, der verantwortlichen Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen in der Gemeinschaft; und es widerspricht einer Kultur der kontinuierlichen offenen Auseinandersetzung um den besten Weg, um die besten Entscheidungen für alle.

Wenn wir die spezifische Art der Vereinnahmung und Entmachtung der Bevölkerung nicht wahrnehmen, wie sie schon seit einiger Zeit im Gange ist, werden wir nichts dagegen unternehmen können. Wir wählen dann immer wieder eine Art von Sicherheit, die unsere Selbstbestimmung einschränkt. Wir antworten dann: "Ja, wir kennen Sie, und wir wählen Sie, weil wir es uns nicht zutrauen, unseren Weg in konstruktiver Diskussion selbst finden zu können".

Es wird hoffentlich der Zeitpunkt kommen, an dem die Menschen aus der Vereinnahmung durch die Mutti ausbrechen wollen. Wenn man Politik versteht als offene Diskussion unterschiedlicher Interessen und Vorstellungen darüber, wie vieles gut oder besser werden könnte, dann geht das nicht ohne innere Veränderung jedes Einzelnen, nicht ohne Mut zum Risiko. Da genügt es nicht, als Staatsbürger/in einfach brav zu sein. Das wird hoffentlich bald wieder deutlich werden...

„Es wird Zeit, dass mehr Menschen in diesem Land begreifen, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt. Angela Merkel mag eine gute Verwalterin der Republik gewesen sein, aber jetzt ist ihr Politikstil nicht nur falsch sondern auch noch gefährlich. Wir laufen Gefahr, wie in den letzten vier Kohl Jahren, einfach nur noch verwest statt regiert werden. Die letzten vier Kohl Jahre waren die Jahre 12-16 seiner Amtszeit.

So etwas darf unserem Land nicht noch einmal passieren. Die verschleppte Frischzellenkur hat Deutschland damals teuer bezahlt. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, immer mehr Menschen davon zu überzeugen, dass in zwei Jahren Schluss sein muss mit einer zwar durchaus sympathischen aber letztendlich ausgelaugten, ideenlosen und zunehmend auch hilflosen Kanzlerin."

(Frank Stauss, „Merkels Ende", erschienen auf Carta)

Dieser Artikel ist im Mai 2015 auf herrhehn.de erschienen


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