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Das vierte Trimester - Warum Neugeborene sich nicht ablegen lassen

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BABY MUTTER LIEBE
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"Warum schläft mein Baby nur in meinen Armen, was mache ich falsch?" Diese Frage stellen sich sehr viele erschöpfte junge Eltern.

Die ersten drei Monate nach der Geburt sind oft die härtesten. Bei einem Viertel aller Babys in dieser Altersgruppe wird nicht selten eine Kolik diagnostiziert. Eine Diagnose, die gestellt wird, wenn Ärzte nicht wissen, warum ein Baby sich nicht wohlfühlt und Eltern nichts tun können, um die Tränen zu stoppen.

Es gibt aber Hoffnung. Versteht man die enormen Veränderungen, die Babys „vom Mutterleib in die Welt" durchmachen, eine Zeit, die oftmals auch als „viertes Trimester" bezeichnet wird, so kann das bahnbrechende Veränderungen für junge Eltern mit Schlafentzug bedeuten. Werden Babys geboren, so sind sie unglaublich schlecht auf das Leben in der Welt hier draußen außerhalb der Gebärmutter vorbereitet.

Es gibt Theorien, dass Babys aufgrund der Größe ihres Kopfes zu früh und in einem unvollständigen Entwicklungsstadium geboren werden. Später wären sie für eine natürliche Geburt zu groß. Das sind zwar gute Nachrichten für die Mutter, aber es sind keine guten Nachrichten für das Kind, die weitere drei Monate Schwangerschaft gut gebrauchen könnten. Versteht man das und behandelt man Babys in den ersten drei Monaten ihres Lebens so, als befänden sie sich noch im Mutterleib, kann das eine enorme Erleichterung für junge Familien bedeuten.

In der Gebärmutter ist es unheimlich dunkel und das Baby befindet sich in warmem Wasser, das permanent 37°C warm ist. Sie waren nie zuvor an der Luft, geschweige denn kälteren Temperaturen ausgesetzt. Zudem noch ist die gesamte Umgebung des Kindes weich und sie sind nackt, sie mussten keine Windeln tragen und wurde nicht in einer Wiege abgelegt. Ist die Mutter schwanger, befindet sich das Kind in ständigem körperlichem Kontakt mit ihr. Nach der Geburt verbringt das Kind die meisten Tage und Nächte alleine.

Im Mutterleib nimmt es ständig die gedämpften Herzschläge und die Geräusche des Verdauungstraktes wahr. Nach der Geburt muss das Kind sich an eine ganze Reihe neuer Geräusche gewöhnen. Während der Schwangerschaft befindet sich das Kind in einer eng zusammengerollten Position, auf dem Kopf, bereit für die Geburt.

Nach der Geburt aber verbringen sie die meiste Zeit flach auf dem Rücken. Babys kennen während der Schwangerschaft nur den einen wässrigen Geruch ihrer Umgebung. Alles andere ist nicht möglich. Erst nach der Geburt werden sie einer Vielzahl neuer Gerüche ausgesetzt, und das jeden Tag. Zu guter Letzt kannten Babys im Mutterleib kein Hunger- oder Durstgefühl, diese Gefühle sind nach der Geburt vollkommen neu für sie. Die Veränderung von Mutterleib zu Welt ist so riesig, da ist es kein Wunder, dass Babys viel weinen.

Mit den folgenden Tipps ist es ziemlich einfach, die „Mutterleib-Welt" für Babys nach der Geburt nachzustellen. Das kann eine unglaubliche Veränderung bezüglich des Schlafens und Weinens für das Baby nach sich ziehen.

Bewegung

Probt die Wehen. Drückt das Kind rhythmisch gegen Ende der Schwangerschaft. Jedes Mal, wenn sich eine schwangere Mutter bewegt, gerät auch das Kind in Bewegung. Babys lieben nach der Geburt die Bewegung, oft aber werden sie einfach niedergelegt und sind dann vollkommen ruhig gestellt. Versucht mal zu tanzen, schwingt das Kind sanft von einer Seite zur anderen, lauft etwas schneller oder fahrt mit dem Auto über eine holprige Straße.

Geräusche

Babys lieben Geräusche. Aber oft sind das ganz andere Geräusche, als ihr jetzt denkt. Für viele Kinder ist das Geräusch des Staubsaugers oder des Föhns beruhigender als ein Schlaflied. Mit Geräuschen zu spielen kann helfen, das Kind zu beruhigen und sie schlafen länger.

Position

Ein Kind in einer natürlicheren Position zu halten, mit dem Bauch nach unten, wie die Figur „Tiger im Baum" aus dem Baby-Joga, erweist sich oft als magisch und Babys hören sofort auf zu weinen.

FĂĽttern

Sind Babys hungrig, so sind sie kaum zu beruhigen. Es ist immer besser, sich beim Füttern nach dem Baby zu richten, statt eine gewisse Routine einzuhalten. Babys sind nicht immer hungrig genug für eine ganze volle Portion, vielleicht möchten sie nur etwas trinken oder wünschen sich, zur Beruhigung an etwas zu nuckeln. Dieses Saugen ist notwendig, da es dazu führt, dass sich die Schädelknochen des Babys nach der Geburt so wieder in die richtige Position verlagern. Außerdem fördert es den Milchfluss bei stillenden Müttern.

Tiefes Baden

Manchmal bewirkt ein Bad in tiefem warmem Wasser Wunder und das Kind hört sofort auf zu weinen. Sogar noch besser ist ein gemeinsames Bad mit Mama oder Papa in der großen Wanne, da der Körperkontakt aufgrund der Stimulation und des Auswurfs des Glückshormons Oxytocin sowohl bei den Eltern wie auch dem Kind wunderbar beruhigend wirkt.

Einwickeln

Ein Kind einzuwickeln kann helfen, das kuschelige Gefühl des Mutterleibes nachzustellen. Über der Hüfte des Kindes sollte jedoch nicht zu fest gewickelt werden, und Eltern sollten beachten, das Kind aus Sicherheitsgründen nicht mehr einzuwickeln, sobald es rollen kann. Auch sollten Eltern aufpassen, dass sie die Hungergeräusche ihres Kindes nicht überhören und auch der wirkliche Hautkontakt sollte nicht zu kurz kommen.

Das Baby tragen

Ein Kind in einem Tuch oder einer Trage zu tragen ist eine großartige Methode, das Baby ruhig und glücklich zu halten. Die Forschung hat außerdem gezeigt, dass Kinder, die regelmäßig umhergetragen werden, deutlich weniger weinen als Kinder, die nicht getragen werden. Aus Sicht der Eltern bedeutet das Tragen des Kindes außerdem, dass sie zwei freie Hände haben, um das Essen zuzubereiten, sich zu waschen oder andere Dinge zu erledigen.

Das Bett teilen

Weltweit teilen sich ca. 60 Prozent der Eltern das Bett mit ihren Kindern. In Großbritannien sind es jedoch weitaus weniger. Leider ist es hier sehr verpönt, das Bett mit den Kindern zu teilen. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Gefahr des plötzlichen Kindstodes gering ist, wenn ein paar einfache Regeln beachtet werden. Das Bett mit einem Neugeborenen zu teilen ist eine tolle Art und Weise, nachts mehr Schlaf zu bekommen.

Verständnis für die Erfahrungen eines neugeborenen Kindes aufzubringen kann Wege aufzeigen, ihnen zu helfen. Interessanterweise sind die meisten der Methoden, die für das vierte Trimester empfohlen werden, Methoden, die Eltern ganz instinktiv anwenden. In vielen Fällen aber werden Eltern gewarnt, ihre Kinder nicht zu sehr zu „verwöhnen" oder sie zu viel zu halten. Die simple Wahrheit aber ist, dass man Babys gar nicht zu sehr verwöhnen oder zu viel halten kann! Wenn sich euer Kind in euren Armen beruhigt und ihr damit glücklich seid, dann haltet es doch einfach so lange ihr wollt!

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post UK und wurde von Cornelia LĂĽttmann aus dem Englischen ĂĽbersetzt.

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