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6 Mythen über Babyschlaf

13/03/2016 13:04 CET | Aktualisiert 14/03/2017 10:12 CET
Daly and Newton via Getty Images

Frischgebackene Eltern werden oft mit ungebetenen Erziehungstipps überflutet und nichts wird eifriger diskutiert als das Thema Schlaf. Nach unzähligen schlaflosen Nächten sind viele Eltern so erschöpft, dass sie gar nicht mehr richtig unterscheiden können, was denn nun richtig oder falsch ist. Deshalb habe ich für all die erschöpften Eltern auf der Welt eine Liste mit Tipps zum Thema Babyschlaf zusammengestellt, die man getrost vergessen kann.

1. Wenn man Babys nicht beibringt, wie man schläft, werden sie immer schlecht schlafen.

Dieser Mythos basiert auf der Annahme, dass man Babys beibringen muss, wie man schläft. Nur stimmt das nicht. Babys haben bereits im Mutterleib sehr gut von alleine geschlafen. Dort hat ihnen niemand beigebracht, wie man schläft und es muss ihnen auch jetzt keiner beibringen. Schlafen ist eine ganz normale Körperfunktion, so wie essen oder auf die Toilette gehen. Es muss einem nicht beigebracht werden.

Babys „lernen" nicht, wie man von alleine einschläft, sie „lernen" nicht, wie man die Nacht durchschläft.

Diese Dinge passieren einfach wenn die Babys größer werden und ihr Gehirn und Körper sich entwickelt. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass der Schlaf von Babys sich von selbst und ohne Einwirken der Eltern einspielt.

2. Dein Baby wird nie lernen, sich selbst zu beruhigen, wenn du es ihm nicht beibringst.

Man muss seinem Baby nicht beibringen, wie es sich selbst beruhigt. Die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen, ist ein Entwicklungsmeilenstein. Kinder können es entweder oder sie können es nicht. Es gibt nichts, was man Kindern beibringen könnte, um dies zu ändern. Sie brauchen Zeit, um sich zu entwickeln und ihr Gehirn muss Verbindungen aufbauen und wachsen, genauso wie bei allen anderen Entwicklungsmeilensteinen auch.

Die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen, hängt von einem bestimmten Entwicklungsgrad des Gehirns ab, den Babys einfach noch nicht erreicht haben. Studien haben ergeben, dass Babys, die ruhig sind, nachdem ihnen beigebracht wurde, wie man schläft, gar nicht besänftigt oder beruhigt sind, sondern dass sie nur gelernt haben, dass es nichts mehr bringt, durch Geschrei auf ihren Stress aufmerksam zu machen, weil sie keine Reaktion darauf erhalten.

3. Babys in den Schlaf zu füttern oder zu wiegen ist eine schlechte Angewohnheit, die du unbedingt ablegen solltest.

Alles, was Babys so sehr beruhigt, dass sie davon einschlafen, ist ein Gewinn für die Eltern. Aus biologischer Sicht sollen Babys sogar in den Schlaf gefüttert werden. Durch das Saugen können sie sich besser entspannen und normalerweise ist dies eine der einfachsten Möglichkeiten, um sie zum Schlafen zu bringen.

Babys wachen nicht öfter auf, wenn man sie in den Schlaf füttert, doch sie können dadurch oft besser einschlafen.

Ebenso verhält es sich, wenn man Babys in den Schlaf wiegt. Ein Baby in den Schlaf zu wiegen ist völlig natürlich, man macht es ganz automatisch und es funktioniert. Durch sanftes Schaukeln bringt man Babys todsicher zum Einschlafen, egal ob im Arm eines Elternteils oder in einer Babywiege.

Es gibt auch hier keinen Grund, das Wiegen sein zu lassen, es ist keine schlechte Angewohnheit. Wenn Babys größer werden, verlieren sie ihr Bedürfnis, gewiegt zu werden, auf ganz natürliche Weise. Oder wie oft hast du schon Achtzehnjährige gesehen, die noch immer in den Schlaf gewiegt werden wollen?

4. Es ist gefährlich, mit seinem Baby in einem Bett zu schlafen.

Zusammen mit seinem Baby in einem Bett zu schlafen kann gefährlich sein. Vor allem wenn man raucht, Alkohol getrunken hat, Medikamente eingenommen hat oder versehentlich mit dem Baby zwischen lauter Decken und Kissen auf dem Sofa oder im Bett eingeschlafen ist.

Wenn du trotzdem mit deinem Baby in einem Bett schlafen möchtest und alles entfernt hast, was ein Risiko darstellen könnte, ist dies laut Studien nicht weniger sicher, als ob dein Baby allein in seinem Bettchen schläft. Wenn man geplant zusammen in einem Bett schläft und sich an die Sicherheitsvorkehrungen hält, schlafen normalerweise alle besser.

Gemeinsam in einem Bett zu schlafen hilft bekanntermaßen auch beim Stillen, was bei Babys das Risiko für Plötzlichen Kindstod (SIDS) verringert.

Du musst keine Angst haben, dass du dein Baby nie wieder aus deinem Bett herausbekommst, denn Studien haben ergeben, dass Babys, die sich ein Bett mit ihren Eltern teilen, mit zunehmendem Alter nicht häufiger im Bett ihrer Eltern schlafen wollen als Babys, die in ihrem eigenen Bettchen schlafen.

5. Mit sechs Monaten sollten Babys durchschlafen.

Die meisten Leute glauben, dass Babys mit sechs Monaten durchschlafen sollten. Wenn sie danach noch immer zwischendrin aufwachen, wird oft behauptet, sie hätten ein „Schlafproblem". Studien zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild.

Mit neun Monaten wachen 58% der Babys nachts noch immer regelmäßig auf. Realistischerweise kann man erst bei Kindern im Alter von ungefähr zwei Jahren davon ausgehen, dass sie durchschlafen. Wir Erwachsenen wachen nachts ja auch oft auf, warum sollte dies bei Babys anders sein?

6. Babys, die älter als sechs Monate sind, müssen nachts nicht mehr gefüttert werden.

Ich bin 39 Jahre alt und ich trinke oft mitten in der Nacht etwas, ebenso wie viele andere Erwachsene. Wer sagt also, dass Babys das nicht auch brauchen? Wer sagt, dass Babys nach 19:00 Uhr keinen Hunger mehr haben dürfen? Wer sagt, dass sie niemals mit einem trockenen Mund oder mit einem Kratzen im Hals aufwachen?

Dieser Mythos ist wirklich einer der lächerlichsten, die es gibt. Es gibt keinerlei Beweise dafür, ebenso wie Studien belegen, dass Babys nachts nicht besser schlafen, wenn man sie verstärkt tagsüber füttert. Es stimmt einfach nicht.

Dieser Blog ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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