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An all die anderen weißen Frauen dort draußen: Wir haben's echt verkackt

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DREW ANGERER
Drew Angerer via Getty Images
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An all die anderen weißen Frauen dort draußen: Ich bin fertig mit euch.

Erst redet ihr davon, dass man sich verbünden müsse, und dann taucht ihr nicht in den Wahllokalen auf, um euch diesem offen rassistischen, frauenfeindlichen, fremdenfeindlichen und jetzt bald-Präsidenten Donald Trump entgegenzustellen.

Die Wahlanalysen der US-Präsidentenwahl zeigen, dass 53 Prozent der weißen Frauen Donald Trump wählten, während nur 43 Prozent Hillary Clinton ihre Stimme gaben. Es scheint, dass viele weiße Frauen der Sexismus von Donald Trump nicht weiter berührt, und sie ihm für seinen Mangel an Political Correctness stattdessen auch noch Beifall spenden.

Nach all den scheinbaren Fortschritten, die wir gemacht haben, nach all den Anstrengungen, eine weiße Frauenbewegung in eine intersektionale Frauenbewegung zu verwandeln (und dafür sind wir den vielen farbigen Frauen für ihre harte Arbeit zu großem Dank verpflichtet), sind die weißen Frauen nicht erschienen, um sich einem Mann, dessen Rhetorik und Politik farbige Frauen, Einwanderinnen, Musliminnen, Frauen der LGBTQ-Gemeinde und viele andere direkt angreift, entgegenzustellen.

Er hat nicht nur Minderheiten, er hat auch Frauen angegriffen

Und das Schlimmste ist: letztendlich wird er es auch auf euch abgesehen haben. Vielen hat es noch nicht gereicht, als er Muslime, Latinos und Schwarze angegriffen hat.

Das richtige Tüpfelchen auf dem i war erst der "grab 'em by the pussy"-Moment ("greift ihnen an die Möse"). Es betrifft und bedroht alle Frauen, aber besonders weiße. Plötzlich waren alle angeekelt und der Zuspruch schwand. So, um es mal mit Maya Angelous Worten zu sagen, als hätte er uns nicht zuvor auch schon gezeigt, was für ein Mensch er ist.

Um einmal meine Lieblingsstelle aus Roxane Gays Bad Feminist zu zitieren: "Und dennoch." Und dennoch seid ihr nicht zur Wahl erschienen, um die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika zu wählen, ja, eine weiße Frau.

Als die demographischen Daten für die Wahlanalysen veröffentlicht wurden und die Spaltung zwischen den Anhängern von Trump und Clinton zeigten, da suchte mein Blick sofort eine bestimmte Gruppe: Weiße Frauen. Sag mir, dass wir gemeinsam hinter unseren farbigen Schwestern stehen, betete ich. Nur dieses eine mal. Wir taten es nicht.

Ich schäme mich für mein Land

Ich schäme mich. Ich schäme mich für mein Land. Ich schäme mich für die weiße Bevölkerung. Aber ganz besonders schäme ich mich für die weißen Frauen. Sind wir wirklich so? Ja. Und wir sind es immer gewesen.

Also seht euch heute Morgen im Spiegel ganz genau an. Und anstatt anderen die Schuld für diesen Alptraum, aus dem wir jetzt aufgewacht sind - nein, den wir uns ausgesucht haben - zuzuschieben, werdet selber aktiv. Der Schwarze Peter wird nicht weitergeschoben.

Denn so sieht eine Verbündete aus. Sei selbst eine. Denn in den nächsten vier bis acht Jahren werden unsere farbigen Schwestern Verbündete brauchen. Aber wer weiß, ob sie uns jetzt noch trauen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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