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20 Gründe, warum wir Briten ohne Europa total aufgeschmissen sind

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SAD GREAT BRITAIN
POOL New / Reuters
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Der Brexit rückt immer näher. Noch immer werden die politischen und wirtschaftlichen Folgen für Großbritannien heiß diskutiert. Doch was für mich jetzt schon klar ist: Kulturell verlieren wir Briten auf jeden Fall. Hier sind 20 Gründe, warum.

1. Lasst uns mal ehrlich sein: Das beste, was die britische Küche zu bieten hat, ist "English Breakfast" und ein gutes Mittagessen am Sonntag.

Den Rest unserer kulinarischen Freuden haben wir anderen Ländern gestohlen. Wir waren eben schon immer ziemlich gut darin, in andere Länder einzufallen und uns deren Kultur anzueignen.

Trotzdem: Europäer essen besser als wir und die Nahrung dort hat eine bessere Qualität.

2. Das britische Wetter ist konstant scheiße, mit unglaublich heißen 18 Grad im Juli, gefolgt von zwei Wochen Regen. Die Brexit-Brigade hat es uns nun noch schwieriger gemacht, vor dem Regen zu fliehen. Danke dafür!

3. Wenn du still und leise ein Bier in einer Straßenbahn in Berlin genießt, wird das nicht mit derselben Verachtung gestraft wie zum Beispiel in Coventry. Die Städte sind zwar nicht wirklich vergleichbar, aber du verstehst, was ich meine.

4. Von 507 Millionen Europäern sind 89 Millionen zwischen 15 und 29 Jahren alt. Ignorier mal die 15 bis 20-jährigen (je nachdem, wie alt du bist), und denk mal daran, welche Verluste der Single-Markt durch den Brexit erleiden muss. Auf unserer kleinen Insel müssen wir uns nun mit einer winzigen Auswahl zufrieden geben.

Europäer sind attraktiv - sehr sogar

5. Ein Unterpunkt: Europäer sehen richtig richtig gut aus. Ich betone das: richtig gut. Aber wie beim Essen bleiben wir Briten auch in der Liebe lieber bei dem Bequemen, Fadem und Ungewürztem.

Wir können uns also auf Jahrhunderte voll langweiligem, konventionellem, britischem Sex freuen, der genauso spannend ist wie Bohnen auf Toastbrot. Großartig. Missionarsstellung, wir kommen.

6. In Europa gibt es über 600 Musikfestivals. Dank des Brexits, muss ich jetzt zwischen dem Festivals in Leeds und dem Glastonbury entscheiden - also zwischen einer Meute 15-Jähriger im Matsch und einem Haufen Topshop-Blumenkranz-Träger.

Mehr zum Thema: Diesen flammenden Appell für die EU sollte jeder kennen

Kroatien, Belgien, Amsterdam, ich denke an euch. Ach, bevor die Brexit-Befürworter mich jetzt ankacken: Ich weiß schon, ich kann diese Festivals immer noch besuchen, aber ihr verstehst schon, was ich meine.

7. Kiffen ist kein großes Ding in vielen der EU-Länder. In den Niederlanden, Spanien, Österreich und Belgien ist der Konsum entweder dekriminalisiert oder für medizinische Zwecke vollständig legalisiert.

Trotzdem machen wir uns in die Hosen. Uns Briten wurde ungefähr seit dem dritten Lebensjahr erzählt, dass jeder, der raucht, automatisch in der Hölle landet. Cool.

8. Heineneken, Stella Artois, Peroni, Estrella: Was haben diese Biersorten alles gemeinsam? Jep, sie kommen nicht aus Großbritannien.

9. Jüngsten Studien zufolge haben Pariser wirklich gerne Sex. Sie scheinen auch ziemlich gut im Bett zu sein und sind neugierig darauf, neue Liebestechniken auszuprobieren.

Wir Briten schaffen gerade mal zehn Minuten Vorspiel und neun Minuten richtigen Sex http://www.independent.co.uk/life-style/love-sex/sex-length-of-time-uk-average-revealed-newsurvey-a7633216.html. Wer hat noch mal für den Brexit gestimmt?

10. Ein Studium in England kostet momentan etwa 9000 Pfund pro Jahr. Die meisten meiner französischen Freunde zahlen unter 500 Euro. In Deutschland ist Studieren so gut wie kostenlos. Schachmatt.

Alles ist besser als Costa-Kaffee

11. Einer Umfrage zufolge glauben die meisten Franzosen, dass der „typische britische Mann entweder eine Melone oder lilane Haare trägt. Er hat entweder einen Spazierstock oder einen Schlagring.

Die britische Frau hingegen trägt entweder einen dicken spießigen Rock oder hat grüne Haare und zerrissene Jeans und betrinkt sich schon vor dem Frühstück." Siehe die Punkte 4 und 5.

12. Es lohnt sich wirklich, das zu wiederholen. Europäer sehen richtig, richtig gut aus. Die europäische Schönheit zeigt sich durch eine Vielfalt von (nun) 27 Mitgliedstaaten.

In England können wir höchstens sagen: Es gibt halt London, ein kosmopolitischer Mikrokosmos. Allerdings ist London voll von Leuten, die keine Briten sind. Zurück zu Punkt 5.

13. Der Kaffee in Europa ist besser. Das ist ein Fakt. Egal ob du italienischen oder französischen bevorzugst, alles ist besser als Costa-Kaffee.

14. Die EU will bis 2020 kostenlose WIFI-Zugänge in allen Städten und Dörfern der Mitgliedstaaten schaffen. Hey, Brexit-Idioten: Schaut mal, wie viel mobiles Internet wir hätten sparen können.

15. Seit die Brexit-Befürworter es geschafft haben, uns auf dieser magischen Insel einzuschließen, sind günstige Flüge nach Europa ein Ding der Vergangenheit.

Mehr zum Thema: Brexit-Streit um Gibraltar: Britischer Ex-Offizier droht, Spanien zu "verkrüppeln"

In Zukunft werden wir weder Leute rein noch raus lassen wird, weil wir Briten sind und jeder das tun muss, was wir auf unsere passiv-aggressive Art sagen. Sonst bist du ein unpatriotischer Bastard und hasst die Queen.

16. Terrassenkultur > Biergärten. Keine weiteren Fragen.

17. Europäer sind integrierter, teilen sich einen Personalausweis und genießen offene Grenzen auf dem ganzen Kontinent. Wir müssen ein Schiff oder ein Flugzeug nehmen, um ordentlich von A nach B zu kommen.

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Und wenn wir irgendwo anders ankommen, müssen wir das auch zeigen, indem wir keine andere Sprache außer Englisch sprechen und uns über Ausländer beschweren. Der Brexit wird die britische Arroganz nur noch verschlimmern. Spinner.

18. Mehr als die Hälfte der gesamten EU-Bevölkerung spricht zwei Sprachen. Das macht es leichter, fremde Kulturen zu integrieren. In England sprechen wir Brexit. Ich brexite, du brexitest, er/sie/es brexitet und so weiter...

19. Europäer geben mehr für ihre Krankenversicherung aus. Wegen der geringen finanziellen Unterstützung ist unser Krankensystem daran gescheitert, eine fürs 21. Jahrhundert akzeptable Krankenversorgung zu schaffen.

Deswegen scheitern wir bei den Themen Lebenserwartung, Krebsbehandlung und Sterberate von Kindern. England ist der kranke Mann Europas.

Es ist kein Wunder, dass England auf Platz 14 der Mitgliedstaaten landet. Wo sind denn nun die 350 Millionen Pfund pro Woche, Mister Farage? Idiot!

20. Zum Schluss: Theresa May wurde niemals zur Premierministerin gewählt. Wenn irgendwer anfängt, darüber zu reden, dass die EU an einem demokratischen Defizit leidet und das ein Grund wäre, die EU zu verlassen, dann schreie ich.

Der Beitrag erschien zuerst auf medium.com. Hier könnt ihr der Autorin auf Twitter folgen.

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