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5 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dich für eine vegane Ernährung entscheidest

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VEGAN
yulkapopkova via Getty Images
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Rettet die Kühe. Esst mehr Bohnen. Nein, ihr dürft keine Eier essen! Wenn du so bist wie ich, kennst du bestimmt auch sämtliche Slogans und du hast dir wahrscheinlich auch schon alle Filme angesehen, die zeigen, wie toll es ist vegan zu leben.

Ich bin selbst Veganerin und ernähre mich seit mehr als drei Jahren rein pflanzlich. Diese Entscheidung war eine der besten, die ich je getroffen habe. Wie ich jedoch auch feststellen musste, war sie zudem eine der schwierigsten Entscheidungen meines Lebens.

Eine vegane Ernährung verändert deinen Lebensstil und sogar deine Denkweise

Sich rein pflanzlich zu ernähren, bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Meine Entscheidung, Fleisch und tierische Produkte komplett von meinem Speiseplan zu streichen, hat eine große Rolle dabei gespielt, dass ich mittlerweile mehr Energie habe und dass ich nicht mehr permanent müde bin wie all die Jahre zuvor.

Viele Leute entscheiden sich jedoch für eine rein pflanzliche Ernährung, weil sie es für einen Trend halten oder weil sie dadurch schnell abnehmen wollen.

Ich habe selbst fast alle wichtigen Trends der Diätindustrie mitgemacht und kann sagen, dass man sich nicht leichtfertig dazu entschließen sollte, Veganer zu werden. Denn eine vegane Ernährung verändert deinen Lebensstil und sogar deine Denkweise.

Stelle dir deswegen die folgenden fünf Fragen, um sicherzugehen, dass du wirklich bereit bist:

1. Passt diese Ernährungsweise zu meinem Lebensstil und spiegelt sie meine eigenen Werte wider?

Bei einer veganen Lebensweise geht es nicht nur um deine Ernährung. Es geht auch um deine innere Einstellung zu bestimmten Themen.

Ich selbst bin vollkommen überzeugt davon, dass wir keine Tiere und keine tierischen Produkte essen sollten. Ich habe jedoch auch kein Problem mit Leuten, die das anders sehen.

Mir ist klar, dass vielleicht nicht jeder meine Werte teilt. Und ich akzeptiere, dass ich mein Leben nach den Überzeugungen ausrichten muss, die ich für richtig halte.

Mehr zum Thema: Das Leid der Tiere

2. Bin ich bereit, bei Restaurantbesuchen Kompromisse einzugehen?

Es wird kompliziert sein, mit deiner Familie oder deinen Freunden essen zu gehen. Am Anfang wirst du glauben, dass es in den meisten Restaurants fast gar nichts gibt, was du essen kannst.

Um sicherzugehen, dass das jeweilige Gericht auch wirklich keine Bestandteile enthält, die du nicht essen darfst, musst du jeden einzelnen Kellner erst einmal befragen.

Das mag dir anfangs zwar unangenehm sein, doch der Aufwand ist es absolut wert. Mit der Zeit wirst du lernen, mit der Situation umzugehen. Du wirst dir eine Liste mit Restaurants erstellen, in die du problemlos gehen kannst, und du wirst dich in deinen Lieblingsrestaurants mit ein paar netten Mitarbeitern anfreunden.

Du wirst bis dahin auf jeden Fall früher oder später mit dieser Situation konfrontiert werden.

3. Habe ich einen konkreten Plan, um sicherzustellen, dass ich alle wichtigen Nährstoffe zu mir nehme?

Die schwierigste Herausforderung für die meisten Vegetarier und Veganer ist es, sich mit ausreichend Eisen und Eiweiß zu versorgen. Als du noch alles gegessen hast, schien das so leicht zu gehen.

Mit einem saftigen Prime-Rib-Steak zum Abendessen konntest du eine ordentliche Portion Eiweiß zu dir nehmen und du fühltest dich satt und rundum zufrieden.

Jetzt musst du jedoch um einiges kreativer werden, wenn du alle wichtigen Nährstoffe durch pflanzliche Alternativen abdecken willst. Du musst dir bei deinen Mahlzeiten nun mehr einfallen lassen, um dich mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen zu können.

Ich habe meinen Speiseplan um Bio-Eiweißriegel ergänzt und ich fand heraus, wie man mit veganen Eiweißpulvern energiereiche Smoothies herstellt, die viele Nährstoffe enthalten. Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn du viel Sport treibst. Denn ohne einen konkreten Ernährungsplan sind deine Aussichten auf sportliche Erfolge gering.

Mehr zum Thema: Warum vegan leben? Die wichtigsten Fakten und Tipps

4. Unterstützt mein Ehepartner/mein Lebensgefährte meine Entscheidung?

Obwohl sich mein Mann selbst nicht rein pflanzlich ernährt, unterstützt er mich sehr in meiner Lebensweise. Er hilft mir bei der Zubereitung meiner Mahlzeiten und er macht mir morgens sogar meinen Frühstücks-Smoothie, wenn ich zu spät dran bin und zur Arbeit muss.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwer mir meine Ernährungsumstellung gefallen wäre, wenn er mir an den schwierigen Tagen nicht geholfen hätte. Oder schlimmer noch, wenn er mit meiner Entscheidung nicht einverstanden wäre.

Ich kenne viele Leute, deren Beziehung darunter leidet, dass sie Veganer geworden sind, weil ihr Partner einfach nicht versteht, warum sie sich plötzlich "so anders" verhalten.

Du solltest mit deinem Partner sprechen, bevor du dich für diese Ernährungsumstellung entscheidest, denn so könnt ihr Problemen vorbeugen, die euch möglicherweise bevorstehen.

5. Kann ich mir wirklich vorstellen, mich auch in einem Jahr noch vegan zu ernähren?

Es ist immer spannend, etwas Neues auszuprobieren. Und das gilt natürlich auch für eine Ernährungsumstellung. Du wirst erstaunt sein, wie viel Energie du auf einmal hast und du wirst glauben, dass du die Welt wirklich verändern kannst.

Das Schwierige ist jedoch, dass alles Neue nach einer gewissen Zeit zur Gewohnheit wird und dass deine anfängliche Begeisterung irgendwann nachlässt. Es geht hier nicht um einen kurzfristigen Spaß oder um eine vorübergehende Diät, sondern es geht um eine komplette Veränderung deiner Lebensgewohnheiten.

Viele meiner besten Freunde sind einfach deshalb Veganer geworden, weil sie ein schlechtes Gewissen hatten, nachdem sie sich herzzerreißende Filme angeschaut hatten.

Das reicht jedoch nicht aus, um dauerhaft die Vorraussetzungen erfüllen zu können, die so eine wichtige Umstellung erfordert, da sie deinen täglichen Speiseplan bestimmt.

Lass dich nicht von deinen Emotionen leiten und geh nicht zu kurzsichtig an die ganze Sache heran. Konzentriere dich lieber auf eine langfristige Ernährungsumstellung und triff die Entscheidung, die deiner Meinung nach am besten zu deinem Lebensentwurf passt.

Wenn du nicht glaubst, dass du dich dauerhaft vegan ernähren kannst, kannst du es dir leichter machen und zumindest eine oder zwei vegane Mahlzeiten pro Woche in deinen Speiseplan einbauen. Sich hin und wieder vegan zu ernähren ist besser als gar nichts, und du musst dich auch definitiv nicht für eine komplett vegane Lebensweise entscheiden.

Mehr zum Thema: Der Weg zum Veganismus - eine persönliche Geschichte

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)