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Warum auch Männer mehr Yoga machen sollten

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YOGA MAN
Michael Marquand via Getty Images
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Nachdem die letzten Jahrtausende von Männern geprägt wurden, sind jetzt die Frauen an der Reihe. Dafür gibt es eine astrologische Grundlage. Das Wassermann-Zeitalter fordert von uns Qualitäten ein, die eher Frauen zugesprochen werden: Kommunikation, Kooperation, Kompromisse.

Diese Tendenz ist unübersehbar. In der Politik setzten sich an vielen Stellen Frauen an die Spitze. Sie haben mit vergleichsweise wenig Aufwand eine weitaus größere Wirkung als Männer. Die bisherigen eher männlich geprägten Machtstrukturen verlieren an Bedeutung.

Frauen sind in Yoga-Kursen in der großen Mehrheit. Viele Ehemänner haben keinen Impuls, ihren Frauen zu folgen und Yoga zu praktizieren. Sie empfinden die Veränderungen ihrer Ehefrauen zwar als positiv, lehnen für sich selber aber Veränderungen im Lebensstil ab, die mit Yoga zusammenhängen können.

Mangelnde Flexibilität

Beispiele sind der Verzicht auf Fleisch, auf Alkohol und die damit verbundene vermeidliche "Lustfeindlichkeit". Das Grundgefühl vieler Männer ist: "Wozu soll ich mich ändern? Ich bin richtig so, wie ich bin." Das ist sicherlich ein angenehmes Grundgefühl. Aber eine mangelnde Flexibilität und das Festhalten am erreichten Zustand steht in einem Widerspruch zu den stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungen.

Im Zuge des Informationszeitalters bauen sich die Frauen so einen immer größeren Vorsprung gegenüber den eher trägeren Männern auf.

Wenn sich zukünftig Männer in Führungspositionen noch halten wollen, dann werden es solche sein, die auf vermeintlich weibliche Eigenschaften wie Kooperation und Flexibilität wert legen - sonst haben sie keine Chance, aufzusteigen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe - egal ob sozial, beruflich oder finanziell - bietet keinen Schutz mehr. Nur wer kooperativ, einfühlsam und intuitiv ist, kann sich noch durchsetzen.

Yoga hilft bei der Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt benötigt Männer, die sich ihrer eigentlichen Kraft bewusst sind und bereit sind, den kommenden Übergang hin zu einer weiblich dominierten Realität aktiv mit zu gestalten. Dabei bietet das Yoga wichtige Anhaltspunkte zur Entwicklung der eigenen männlichen Identität in einer weiblicher werdenden Welt. Ohne den positiven Impuls und die Zustimmung der Männer entsteht ein grundsätzlicher kultureller Konflikt - wie immer, wenn ein Kulturbruch unmittelbar bevor steht.

Wenn man der bekannten Archäologin Marija Gimbutas(† 1994) Glauben schenkt, hat es dies alles schon einmal gegeben, allerdings mit anderen Vorzeichen. Ausgrabungen lassen den Schluss zu, dass es vor 3000 - 5000 Jahren in Europa und Asien weiblich geprägte Kulturen gab. Diese wurden später von kriegerischen, patriarchalen Kulturen überrannt oder assimiliert (Siehe: Die Zivilisation der Göttin).

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Das Erstarken rechtspopulistischen oder islamistischen Bewegung wird vor allem von Männern getragen. Dies kann als Versuch gewertet werden, den Aufbruch der Frauen entgegen zu wirken. Dabei haben - absurd wie logisch - diejenigen Varianten dieser Bewegungen den größten Erfolg, die von Frauen geführt werden.

Frauen sind keine besseren Menschen als Männer. Ob sie eine bessere Politik machen, wird erst in einigen Jahrzehnten absehbar sein. Für den gesellschaftlichen Wandel, für die Öffnung gegenüber Fremden und Andersdenkenden, gibt es allerdings keine Alternative. Die Erkenntnis, dass sich Frauen immer offensichtlicher gegenüber Männern durchsetzen, kann dabei helfen, dass zu akzeptieren.

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