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Porsche oder Audi - wer reizt das Potenzial von Facebook besser aus?

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PORSCHE
Christian Heeb via Getty Images
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Facebook führt das Ranking der größten Sozialen Netzwerke weltweit auch im Anfang 2016 unangefochten an. Eine eigene Fanpage ist für Automobilhersteller auf dieser Plattform deshalb fast schon eine Pflicht.

Dennoch nutzen die Unternehmen die Potenziale des Netzwerkes sehr unterschiedlich. Neben den bereits beschriebenen Möglichkeiten, Facebook bei Kundenevents einzusetzen (Links zu unseren Artikeln), versprechen diese Anwendungsgebiete den größten Mehrwert: Lead Generierung (Link zu unserem Artikel), Stärkung des Kundendialogs und der Kundenbindung, Positionierung des Unternehmens, Erschließen neuer Märkte und natürlich auch Mitarbeitergewinnung.

Porsche - der Star ist das Auto

Auf den ersten Blick ist die Facebook-Präsenz von Porsche eher unspektakulär: eine schlichte Standardseite - gepostet werden vor allem schöne Bilder und Videos von sportlichen Autos. Die Anzahl der Fans mit mehr als 10 Mio. spricht allerdings eine deutliche Sprache. Also: alles richtig gemacht? Leider nein, denn die wichtigere Währung in Social Media ist die Interaktion und hier erreicht Audi mit nur etwa 15 Prozent der Fans ähnliche Werte.

Mehr Spannung und Interaktion gewünscht

Die Inhalte bei Porsche klingen nach „Marketingbotschaften" und sind nicht auf die Wünsche der Nutzer zugeschnitten. Sie erhalten deshalb nur einen Bruchteil der Interaktion, die eine lebendige Facebook-Seite ausmachen soll. Nur so kann man die virale Weiterverbreitung der Inhalte vorantreiben. Warum ist das so wichtig? Mehr Likes und mehr geteilte Inhalte bedeuten in den sozialen Medien eine größere Reichweite mit neuen Zielgruppen, mehr Markenbekanntheit und mehr Vertrauensvorschuss.

Ein weiterer großer Vorteil von sozialen Medien ist die Zwei-Wege-Kommunikation. Porsche lässt diese Möglichkeit leider ungenutzt: keine Möglichkeit eine Probefahrt zu vereinbaren, einen Newsletter zu abonnieren oder einen Händler in der Nähe zu finden. Apropos Händler: die sind bei Porsche ebenfalls auf sich gestellt, wenn es darum geht eine Fangemeinde aufzubauen. Die Seiten sind weder verlinked, noch werden die Inhalte geteilt.

Interessant fanden wir, dass die Karriereseite von Porsche die Anforderungen an Spannung und Interaktion geradezu perfekt erfüllt, sogar mit Apps unterstützt.

War for Talents - aber nicht War for Customers haben wir uns da gefragt. Wie sehen Sie das?

Das Autorenteam:
Prof. Dr. Sandra Müller lehrt an der Hochschule für angewandtes Management und arbeitet als Mitglied der Forschungsgruppe „Social Media" an aktuellen Fragestellungen. Gerti Windhuber ist Expertin für Technologiekommunikation und Social Media Managerin bei Rohde & Schwarz.

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