Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Prof. Dr. Sandra Müller Headshot

Audi - tritt ein in die Erlebniswelt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
AUTO DESIGN
phototechno via Getty Images
Drucken

Nach Porsche haben wir nun Audi genauer unter die Lupe genommen. Wer auf Facebook nach Audi sucht, wird dank Facebook Pages automatisch zur Seite seines Landes (z.B. Audi Deutschland) geleitet. Um zu einer anderen Landesniederlassung zu kommen, muss man explizit danach suchen. So können die Nutzer Inhalte in ihrer Landessprache bekommen. Audi betreibt vor allem in Deutschland sehr viel Aufwand mit seiner Seite:

  • Gewinnspiele zur Berlinale sowie Audi Junior
  • Kraftstoffverbrauch
  • Audi Magazin
  • Probefahrt, Online-Beratung (Link zur externen Applikation)
  • Downloads (Wallpaper, Screensaver, Sounds, Fan Poesie)
  • Integration der Audi Instagram-Präsenz

Aufmerksamkeit durch attraktive Angebote

Natürlich gibt es auch bei Audi ganz viele coole Bilder und Videos von noch cooleren Autos. Aber diese kommen nicht aus der Marketingabteilung, sondern vor allem von den Händlern und Partnern, die auf diese Weise ideal mit der Hauptseite vernetzt werden. Bereits auf der Startseite kann man sich für den Newsletter registrieren. Inhaltlich wird die Botschaft „Vorsprung durch Technik" ebenso in den Mittelpunkt gestellt wie die Sponsoring-Aktivitäten, Gewinnspiele, vor allem aber das Netzwerk. Das weckt die Aufmerksamkeit, wobei die Bildsprache eine große Rolle spielt. Auf der offiziellen Audi-Deutschland-Seite werden die Seiten von Händlern, Partnern und Spezialthemen vernetzt und ihre besten Aktionen geteilt.

Arbeitgeberdarstellung

Mit der Karriereseite wird erfolgreich das Employer Branding gestärkt: alles dreht alles um das Arbeiten bei Audi. Fakten zur Jobsuche und andere Bewerberinformationen sind jeweils als App integriert; Recruiting-Veranstaltungen werden angekündigt.

Fazit:

Beide Autohersteller haben erkannt, dass es heute nicht mehr ohne Präsenz auf Facebook geht. Audi schöpft das Potenzial aus unserer Sicht systematischer aus. Das leiten wir auch aus den Fanzahlen ab: Hier hat die Hauptseite von Porsche erst mal die Nase vorne. Audi überholt allerdings, wenn man die Gesamtzahl aller Seiten betrachtet - und erreicht zudem seine Zielgruppe mit nur wenigen Streuverlusten.

Die Vernetzung der Händlerseiten zeigt den deutlichsten Unterschied: Während das Audi Gebrauchtwagen Zentrum München mehr als 20.000 „Gefällt mir"-Angaben verbucht, muss sich das Porsche Zentrum München mit lediglich etwas über 500 „Gefällt mir's" begnügen. Selbstredend, dass der virale Effekt jeder Marketing-Aktivität hier niedriger ist.

In Social Media zählt gelungene Interaktion viel mehr als Reichweite. Auch hier sieht Porsche nur die Rücklichter von Audi: Mehr effektive Likes, mehr Interaktionserfolge und sicher auch mehr Leads, also vertriebsrelevante Adressen. Hierzu fehlen bei Porsche übrigens schon alleine die Möglichkeiten.

Lediglich in der Arbeitgebervorstellung sind die beiden Unternehmen etwa gleich einzuschätzen. Aus unserer Sicht sogar mit leichten Punktvorteilen für Porsche: die Inhalte mit umfassenderen Information sprechen uns hier mehr an.

Das Autorenteam:
Prof. Dr. Sandra Müller lehrt an der Hochschule für angewandtes Management und arbeitet als Mitglied der Forschungsgruppe „Social Media" an aktuellen Fragestellungen. Gerti Windhuber ist Expertin für Technologiekommunikation und Social Media Managerin bei Rohde & Schwarz.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: