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"Du bist eine Schande und deine Freundin ein Dämon" - was ich erlebte, als ich auf Instagram zeigte, dass ich eine Frau liebe

22/06/2017 12:10 CEST | Aktualisiert 23/06/2017 10:10 CEST
sandralambeck / instagram

Normalerweise gebe ich keine Details über mein Privatleben preis. Deshalb war es ein großer Schritt für mich, ein Video von mir und meiner Freundin auf Instagram zu posten. Das Shooting hatte ich ihr zu unserem ersten Jahrestag geschenkt.

Als Outing war der Post nicht gedacht. Ich habe unsere Beziehung nie geheim gehalten, deshalb hat es mich überrascht, wie überrascht meine Fans waren, als sie das Video von uns beiden gesehen haben.

Die meisten meiner Follower haben positiv darauf reagiert, dass ich mit einer Frau zusammen bin. Doch ich habe auch einige krasse Reaktionen bekommen.


Bekomme leider immer noch unzählig solcher Nachrichten. Liebe hater bitte lasst mich in Ruhe! Ist gut jetzt. Der Hype ist vorbei!

Ein Beitrag geteilt von Sandra Lambeck 🌈 (@sandralambeck) am

So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Negative Kommentare unter meinen Instagram Bildern bekomme ich sonst nur, wenn jemand mal die Schuhe nicht gefallen, die ich anhabe. Ich war zutiefst schockiert und traurig, welchen Hass unsere Beziehung bei manchen Leuten ausgelöst hat und dass es immer noch Leute gibt, die gleichgeschlechtliche Liebe für ein Verbrechen halten.

Man darf dem Hate keine Beachtung schenken

Ich habe auf keinen dieser Kommentare geantwortet. Ich glaube, man darf dem Hate keine Beachtung schenken. Ändern kann man einen Menschen, der so über Homosexualität denkt, sowieso nicht. Viel mehr sollte man sich auf die positiven Dinge im Leben konzentrieren. Ich habe Halt bei meiner Freundin gefunden. ➨ Mehr zum Thema: Liebe Parteikollegen, die Einführung der Homo-Ehe ist längst überfällig Durch meinen Video Post und den daraus entstandenen Hype, habe ich außerdem ein engeres Verhältnis zu meiner Fangemeinde bekommen. Ich habe viele Nachrichten von Menschen erhalten, die etwas ähnliches erlebt haben oder gerade erleben.

Meine Mama liebt mich wie ich bin

Viele Menschen führen ein Leben, das sie eigentlich nicht führen wollen - aus Angst vor den Reaktionen ihrer Familie und Freunde. Ich habe das Glück, dass meine Freunde mich so akzeptieren wie ich bin. Für meine Mutter war es anfangs nicht ganz einfach, dass ich eine Frau liebe. Meine Familie stammt aus Ghana und die Gesellschaft dort ist in punkto Sexualität nicht so aufgeschlossen, wie die europäische. Inzwischen hat sie es akzeptiert. Sie liebt mich wie ich bin, schließlich bin ich immer noch ihre Tochter.

Steh zu dir und mach dein Ding

Als schwarze, lesbische Frau in Deutschland werde ich es immer schwer haben. Mein unbeabsichtigtes Outing wird mir sicher nicht jede Türe öffnen, aber ich bin überzeugt, dass es mir die richtigen Türen öffnen wird. ➨ Mehr zum Thema: Der lange Weg zur Normalität: Was es bedeutet, in einer Migrantenfamilie schwul zu sein Ich hoffe meine Geschichte kann andere Menschen dazu inspirieren, dass auch sie zu sich stehen und ihr Ding machen, egal wo sie herkommen, egal wen sie lieben. < src='https://www.googletagservices.com/tag/js/gpt.js'> googletag.pubads().definePassback('/3673/huffpo_digital/weather_widget', [[300, 250], [320, 50]]).display();
2016-10-24-1477314417-8667323-image_1465815956.jpeg Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun. Diese Menschen kommen jetzt in der HuffPost zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices. Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.

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