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Rechte Zweifel: Lebensretter oder Terroristen

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
AL BAKR ABGEHRT GEHEIMDIENST
dpa
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Am Sonntag, den 9.10.2016 war die Welt f├╝r AfDler, PEGIDA-Anh├Ąnger und Co. noch in Ordnung. Ein mutma├člicher Fl├╝chtling aus Syrien stand unter dringendem Terrorverdacht. ÔÇ×Typisch Syrer", dachten sich die Rechten. Am Tag darauf, drohte ihr Weltbild unterzugehen.

Die Sicherheitsbeh├Ârden fahndeten mit Hochdruck nach dem Verd├Ąchtigen. Es waren jedoch Fl├╝chtlinge aus Syrien, welche den wiederum syrischen Terroristen ├╝berw├Ąltigten und der Polizei ├╝bergaben. Alte Gewissheiten gerieten ins Wanken. ÔÇ×Wie k├Ânnen Syrer, Terroristen und gegen Terror zugleich sein?!"

Scheinbare Widerspr├╝che?

Auf solche Widerspr├╝che waren die Rechten nicht vorbereitet und wussten nicht weiter. Sie waren v├Âllig durcheinander und hin und hergerissen. Sollten sie froh dar├╝ber sein, dass der syrische Terrorist von gesetzestreuen Syrern gefasst wurde oder w├Ąre es besser, wenn er entkommen w├Ąre? Andere wiederum fl├╝chteten in Verschw├Ârungstheorien und glaubten: ÔÇ×Die ganze Aktion ist erstunken und erlogen, um den deutschen Gutmenschen etwas vorzumachen." Diese Gedanken waren zu dem Zeitpunkt nicht mehr, als letzte verzweifelte Versuche, an alten Realit├Ąten festzuhalten.

Einige begannen seit der Festnahme des Terroristen durch seine Landsleute, ihre Gesinnung selbstkritisch zu hinterfragen. So ├╝bel konnten die Syrer schlie├člich nicht sein, wenn sie eigenh├Ąndig einen Terroristen festnehmen. Nachdem sich der Verd├Ąchtige in Untersuchungshaft das Leben nahm und noch vor seinem Tode, die einst syrischen Helden der Mitwisserschaft am Terroranschlag beschuldigte, wuchsen wiederum die Zweifel auf Seiten der Rechten.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Oder?

Waren die einst syrischen Helden wohlm├Âglich doch nur W├Âlfe im Schafspelz und retteten ihre eigene Haut. Es gab keine Beweise, welche die Beschuldigungen des toten Terroristen best├Ątigten. Dennoch wollten die meisten Rechten, die unbelegte Behauptung nur allzu gerne glauben, denn es best├Ątigte ihre Ordnung, in der die Welt in Gut und B├Âse, entlang von Ethnien und Religionen unterteilt war. Jetzt waren sie wieder mit sich selbst und ihrem Weltbild im reinen.

Einige wenige stellten sich den Zweifeln und entschieden sich gegen den leichten, altbekannten Weg. Die Schuldfrage der Syrer lie├č sie nicht los. Ihre innere Stimmte fl├╝sterte ihnen immer lauter zu, das die Unschuldsvermutung f├╝r alle Menschen gilt, so auch f├╝r Syrer. Sie wollten und konnten nicht l├Ąnger gegen ihr Gewissen ank├Ąmpfen, welches sie zu lange ignoriert hatten.

Viele lebten ├╝ber Jahre-, manche sogar ├╝ber Jahrzehnte hinweg in einer Illusion. Sie hielten sich selbst und ihre Gleichgesinnten f├╝r h├Âherwertig, indem sie Andersdenkende- und Aussehende erniedrigten. Nun mussten sie feststellen, dass es sich bei allen Menschen, um gleichwertige Gesch├Âpfe handelt. Alles worauf ihre gef├╝hlte ├ťberlegenheit beruhte, war null und nichtig. Schlie├člich waren es Syrer, welche ihnen wohlm├Âglich das Leben gerettet haben.

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