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Amoklauf in Hamburg Barmbek - Die Nennung der Religion führt in die irre

30/07/2017 19:04 CEST | Aktualisiert 30/07/2017 19:05 CEST
Morris MacMatzen / Reuters

Ein psychisch kranker, Drogen konsumierender Muslim geht auf unschuldige Passanten in Hamburg-Barmbek los. Traurige Bilanz: Ein Toter, sieben Verletzte. Es sind wiederum Muslime, die noch schlimmeres verhindern. Welche Rolle spielte die Religion? Und wie sollten Medien mit der Nennung des Islams umgehen?

Der Täter hat während des Amoklaufs "Allahu Akbar" gerufen. Insofern ist es nachvollziehbar, wenn in der Berichterstattung die Religionszugehörigkeit erwähnt wird. Entscheidendes Tatmotiv ist jedoch höchstwahrscheinlich die mentale Verfassung, nicht der Glaube. So wie beim psychisch kranken Massenmörder Breivik, dem selbsternannten Christen.

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Gleichzeitig hat die Zivilcourage Hamburger Muslime, noch mehr Tote und Verletzte verhindert. Sie stellten sich dem Messerstecher mutig in den Weg. Ihre Religionszugehörigkeit sollte in der medialen Aufarbeitung ebenso genannt werden, selbst wenn der Islam nicht das entscheidende Motiv der Retter war.

Religionszugehörigkeit kann Mord und Rettung erklären

Das öffentliche Interesse ist zweifelsohne vorhanden, wenn es um Herkunft oder Religionszugehörigkeit von Tätern, Verdächtigen oder Rettern geht. Ferner empfiehlt der Pressekodex bei besonders schweren Straftaten, die Angabe persönlicher Merkmale.

Der Mord in Hamburg zeigt jedoch sehr deutlich, wie wenig die Religionszugehörigkeit alleine aussagt, wie sehr sie sogar in die irre führen kann, wenn sie nicht eingeordnet wird. Die Religionszugehörigkeit ist eben nur eine Facette von vielen. Mit ihr kann ein Mord oder eine Rettung erklärt werden. In beiden Fällen ist dieser Ansatz zu kurz gegriffen.

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