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"Da reicht ein Lächeln" - Warum ich Altenpflegerin bin

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SABRINA CHRIST
sabrina christ
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Ich wollte nie etwas anderes als Altenpflegerin werden, jedenfalls seitdem ich 14 bin. Da ich Mitarbeiterinnen aus der Pflege vom Johanniter-Haus bei verschiedenen Aktionen in unserer Stadt getroffen hatte und die von ihrer Arbeit so engagiert berichteten, weckte dieser Beruf schlichtweg mein Interesse.

Ich meldete mich zum Schülerpraktikum an und arbeitete mit 16 gelegentlich als Hilfe im Wohnbereich, half z.B. beim Essenreichen, habe geschaut, dass immer ausreichend zu trinken da ist, und hatte ganz viel Zeit, um mit den alten Leuten zu sprechen. Das war spannend. Ich habe da so viel erfahren und gelernt.

Schließlich bewarb ich mich in der Einrichtung für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Das hat mir später bei der dreijährigen Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin sehr viel gebracht. Meine Einrichtungsleiterin, Frau Calmes, begleitete mich all die Jahre. Ich konnte alles mit ihr besprechen. Sie schafft es, dass wir ein gutes Team sind, so dass man gerne zur Arbeit kommt.

Demenzkranke Menschen sagen nicht immer direkt, was ihnen weh tut

Und sie legt Wert darauf, dass wir Mitarbeiter uns weiterbilden, damit wir auf unsere Bewohner nach neuestem Kenntnisstand eingehen. Deshalb habe ich im letzten Jahr einen Kurs zur "Pain Nurse" gemacht. Meine Abschlussarbeit beschäftigte sich damit, wie man Menschen mit Demenz, die Schmerzen haben, besser verstehen kann.

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Demenzkranke Menschen sagen nicht immer direkt, was ihnen weh tut. Man muss Bewegungen, Mimik und Gestik und die Körperhaltung deuten können. In diesem Jahr habe ich eine Weiterbildung in "Palliative Care" begonnen. Dabei geht es um die Versorgung und Betreuung unheilbar und schwerkranker und auch sterbender Menschen.

Mittlerweile bin ich 28 Jahre alt. Wenn Sie mich fragen, was mich in der Altenpflege hält, dann sind es zwei Dinge: die Wertschätzung der Bewohner, da reicht ein Lächeln, und unser Team.

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