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Aktivist, Freiheitskämpfer und Musiker - Jazzlegende Hugh Masekela

12/08/2015 10:19 CEST | Aktualisiert 12/08/2016 11:12 CEST

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Hafensommer Würzburg. Auf der Bühne eine Legende. Die Legende: Hugh Masekela aus Südafrika. Jazz, Leidenschaft, Lust. Alles auf einmal.

Hugh Masekela in Wuerzburg


Das Alter merkt man ihm nicht an. Der 76-Jährige wippt, tanzt, dreht sich im Kreis und geht in die Hocke. Der Südafrikaner ist zugleich Aktivist, Freiheitskämpfer und Musiker. In seinen Reden spricht er über die Wichtigkeit des Friedens über Ländergrenzen hinweg, mit einer aufrüttelnden Hommage an die Menschen, denen doch allen die Welt gehört. Dann geht es weiter mit einem Perkussionsinstrument, das sich mit dem Mikrofon abwechselt, später kommt das Flügelhorn dazu. Seine fünfköpfige Band - die Mitglieder sind aus dem südlichen und westlichen Afrika - macht jeden Spaß und jeden musikalischen Ausflug ihres Lead-Sängers mit.

Er imitiert den Minenarbeiterzug mit den Geräuschen der Dampflokomotive, die die Güterzüge voller Arbeiter zieht, die aus Malawi, Mosambik, Tansania und Sambia kommen, um ihr Glück und den Reichtum zu finden, tief unten in den Minen von Johannesburg, die tödlich, abweisend und menschenfeindlich sind. Die Zuschauer springen auf, tanzen und der Zug fährt weiter, durch die Halle, begleitet von einem Trompetensolo und den dumpfen Klängen des Schlagzeugers.

Masekela reißt mit, bringt Energie, erzählt dazwischen immer mal wieder aus seinem Leben: Über Miriam Makeba, der anderen großen stimme Südafrikas, die übrigens mit ihm verheiratet war. Wenn auch nur kurz, aber er huldigt der längst Verstorbenen durch seine Musik, bringt Töne hervor, die Gänsehaut auf die Haut der Besucher zaubern.

Lustig wird es am Schluss, als er erzählt, dass er in Wiesbaden geboren wurde. Ja, eigentlich, sei er Deutscher. Der dann aber ganz zufällig in den Fluss fiel, der ihn weitertrug Richtung Mittelmeer, noch weiter Richtung Ozean und ihn schließlich in Kapstadt ausspuckte. Direkt in den Schlamm, mit all den Robben und Walrössern daneben. Er sei dann schwarz geworden. Einfach so. Und dass sein eigentlicher Name Klaus Adolf sei und ihn doch bitte alle "Klaus" rufen sollen. Der Mann hat Humor. Die Besucher danken es ihm und seiner Musik mit ausgiebigem Tanz und einem langen Applaus.

Das Konzert wurde von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt.

Fotos:Enric Boixadós

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