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Entführte Ärzte in Jemen sind wieder frei

23/06/2015 12:14 CEST | Aktualisiert 23/06/2016 11:12 CEST

Einige Tage haben wir um das Leben unserer Kollegen in Jemen gezittert. Um die Bemühungen um eine schnelle Freilassung nicht zu gefährden, haben wir jede Pressemitteilung vermieden. Am Sonntag kam dann endlich die Nachricht der Freilassung.

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Dr. Yasin Al-Qubati, DAHW-Repräsentant in Jemen. Foto: DAHW

Der Repräsentant der DAHWDeutsche Lepra und Tuberkulosehilfe e. V. in Jemen Dr. Yasin Al-Qubati und sein Kollege Dr. Abdul-Rahim Al-Samie (Leiter des Lepra-Nationalprogramms) sind wieder auf freiem Fuß.

Die beiden Mediziner waren während ihrer Nothilfe für zivile Kriegsopfer in Taiz von Milizen in der vergangenen Woche gekidnappt und vier Tage lang festgehalten worden. Die Freilassung war ein humanitärer Akt als Folge zahlreicher Gespräche mit allen beteiligten Parteien. Die DAHW hat weder Lösegeld gezahlt noch Zusagen gemacht.

Vertreter der DAHW, des Aussätzigen Hilfswerkes Österreich, der Internationalen Vereinigung der Lepra-Hilfswerke ILEP, der deutschen Botschaft in Jemen sowie anderer Stellen des Auswärtigen Amtes und der Weltgesundheitsorganisation WHO, des Roten Kreuzes und Ärzte ohne Grenzen haben auf vielen Ebenen mit Vertretern der Milizen sowie derer Verbündeter gesprochen.

Diese Gespräche in Jemen sowie in Genf, wo die Kriegsparteien derzeit miteinander verhandeln, haben dazu geführt, dass beide Ärzte jetzt freigelassen wurden.

Seit eine Lepra-Arbeit außerhalb der Stadt Taiz nicht mehr möglich ist, haben Dr. Al-Qubati und die meisten seiner Mitarbeiter die Versorgung von Kriegsopfern übernommen. Neben der medizinischen Behandlung von Verwundeten gehört dazu auch die Versorgung mit Lebensmitteln für Menschen in den umkämpften Gebieten.

Während eines Transports von Lebensmitteln waren die beiden Ärzte fast zeitgleich, jedoch an verschiedenen Orten festgenommen und verschleppt worden. Um die Gespräche, die letztlich zum Erfolg geführt haben, nicht zu gefährden, hat sich die DAHW entschlossen, erst jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen.

Nach der Einquartierung von Milizen in den Rohbau eines neuen Krankenhauses, das die DAHW zusammen mit dem Aussätzigen Hilfswerk Österreich dort errichtet, sowie dem Beschuss dieses Gebäudes mit Raketen war die Entführung der beiden Ärzte nicht der erste Verstoß gegen die Genfer Konventionen.

Die DAHW appelliert daher an die Konfliktparteien sowie deren Verbündete, den Schutz von Zivilpersonen, besonders der medizinischen Nothelfer, zu gewährleisten.

Die DAHW dankt allen Beteiligten für eine humanitäre Lösung.


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