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Feedback geben - die unterschätzte Mitarbeitermotivation

27/08/2015 17:14 CEST | Aktualisiert 27/08/2016 11:12 CEST
Thomas Barwick via Getty Images

Feedback geben bedeutet mehr als: „Herr XY, Ihre Leistung ist ungenügend", und den Textentwurf auf den Schreibtisch des Mitarbeiters zu legen. Diese Art von Feedbackgesprächen ist eine Katastrophe. Das Ergebnis: keins - außer, dass der Mitarbeiter völlig verunsichert und zu Recht verärgert ist. Schade um die verpasste Gelegenheit.

Feedbackgespräche dienen den Mitarbeitern zur Selbstorientierung der eigenen Person und Leistung. Zeitnahes und konstruktives Feedback ist das effektivste Mitarbeiter-Entwicklungsinstrument. Führungskräfte dürfen diese Gespräche nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie sollten sich dieser enormen Bedeutung bewusst sein und das Geben von Feedback zu einem festen Bestandteil des Führungsalltags machen.

Wirkungsvolles Feedback geben

Feedback kann sowohl positive - lobende - als auch kritische - anregende - Aspekte für den Mitarbeiter beinhalten. Damit daraus kein offener Schlagabtausch wird oder der Mitarbeiter auf Abwehr schaltet, sind fünf Aspekte hilfreich:

1. Am besten sofort

Ein Mitarbeiter kann Feedback, das unmittelbar nach seiner gezeigten Leistung gegeben wird, wesentlich besser reflektieren. Für ihn ist es dann eindeutig, dass nicht er als Person infrage gestellt wird, sondern das Feedback auf die gerade gezeigte Situation abzielt. Wichtig: Wenn die Kritik vorbei ist, ist sie vorbei!

2. Neutral und motivierend formuliert

Die Beschreibung des beobachtenden Verhaltens sollte neutral und vor allem nachvollziehbar sein. Hagelt es Wörter wie zum Beispiel „schlecht" oder „grausam", wird das Gegenüber von Beginn an die Scheuklappen aufsetzen. Adressiert man das Anliegen so, dass man es auch selbst annehmen könnte, wird auch der Angesprochene eher die Rückmeldung annehmen. Zum Beispiel: „Ihr Vorgehen war an dieser Stelle schon sehr gut. Wenn Sie das Gespräch noch zielorientierter gestalten, werden Sie noch überzeugender."

3. Verdeutlichen mit einer Metapher

Manchmal ist es schwierig, ein Verhalten so zu beschreiben, dass es der Mitarbeiter richtig versteht. Hilfreich kann es dann sein, sich einer Metapher zu bedienen: „Während einer Präsentation stehen Sie oft stocksteif." Hierbei ist aber Vorsicht geboten, wenn Personen- oder Berufsgruppen und Typisierungen als Vergleich herangezogen werden. Ein Klischee sollte nicht daraus werden.

4. Lob und Kritik richtig verpackt

Entsteht die Situation, dass neben positiven Beobachtungen auch negative zu Wort kommen müssen, bietet sich das Sandwichprinzip an: Erst wird etwas Positives thematisiert, darauf folgt die Anregung und ganz wichtig zum Ende des Gesprächs immer ein Lob. Aber Achtung: Die Mitarbeiter sollten nicht lernen, dass nach jedem Lob immer Kritik folgt!

5. Feedback als Führungsinstrument

Feedbackgespräche können für den Mitarbeiter immer den Anreiz bieten, neue Aufgaben in Angriff zu nehmen. Deshalb ist es wichtig, dass er das Gefühl hat, dass die Führungskraft ihn in seiner Arbeit unterstützt. Abschließende Fragen, wie zum Beispiel „Wie ist Ihr Eindruck dabei? ", lassen zum einen die Perspektive des Gegenübers erkennen. Zum anderen vermitteln sie die Wertschätzung seiner Fähigkeiten.

Feedbackgespräche gehören fest verankert in die Terminkalender der Führungskräfte und sollten in einem regelmäßigen Turnus erfolgen. Gibt die Führungskraft zusätzlich auch spontane und relevante Rückmeldungen, ist dies ein weiterer Motivationsschub für die Mitarbeiter.


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