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Zehn erfolgsentscheidende Anforderungen der digitalen Transformation

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DIGITALISATION
Westend61 via Getty Images
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Digitale Transformation ist nicht nur eine Phrase oder Schlagwort. Führungskräften wird derzeit sehr schnell die brisante Rolle von Technologie für ihre Wachstumsstrategie klar. So zeigt auch der jüngste Report von Gartner (*), dass bei einer zunehmenden Zahl von CEOs die IT im Fokus steht: „Nannten 2016/2017 noch 19 Prozent IT-bezogene Bereiche als Priorität, stieg dieser Wert für 2017/2018 auf 31 Prozent."
So zwingt beispielsweise die aktuelle „Explosion" von vernetzten Endgeräten und Plattformen Unternehmen dazu, ihre Produkte, Services und Prozesse anzupassen und sich in Richtung digitaler Welt zu bewegen. Dies erfordert natürlich eine gewisse Transformation.

Allerdings, Transformation heißt für jedes Fertigungsunternehmen etwas anderes. Für einige kann es den Einsatz neuester Technologien bedeuten, wie etwa 3D-Druck, Robotik, Sensor-Technologie und Artificial Intelligence - Bereiche, die bei einigen der eher traditionellen Fertiger bislang nur eine untergeordnete Rolle spielten. Für andere geht der Weg der digitalen Transformation in Richtung Industrie 4.0 - eine Welt, in der alle Maschinen ihrer Produktionslinien online und in der Lage sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Wie auch immer - die Realität zeigt, dass digitale Transformation einige harte Entscheidungen fordert, um sicherzustellen, dass das Unternehmen nicht mitgerissen oder zurückgelassen wird. Aber uns allen ist bewusst, dass Veränderungen nicht einfach sind. Wie soll die Transformation gestartet werden? Sind damit hohe Kosten verbunden? Oder gibt es eventuell Widerstand gegen die Veränderungen? Wo liegt eigentlich das Problem, die Dinge auf herkömmliche Weise zu tun?
Die folgenden zehn Überlegungen können Unternehmen bei ihrem Weg der digitalen Transformation unterstützen:

1. Digitale Transformation wird das Unternehmen verändern. Entscheidend ist, das richtige Maß an Veränderung zu finden
Neue Technologien sollten als Chance betrachtet werden, um Geschäftsprozesse besser, durchgängiger und effizienter gestalten, das Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen bzw. Wachstum voranzutreiben. Daher sollte der Veränderungsprozess dort beginnen, wo die digitale Transformation die meisten Vorteile und einen Mehrwert im Hinblick auf Wachstum bringt.
In der Fertigung erforderte der höhere Wettbewerb beispielsweise Veränderungen in den Prozessen und in manchen Fällen sogar eine Anpassung in den Geschäftsmodellen. Höhere Serviceorientierung ist dafür ein Beispiel, d.h. die Transformation von Unternehmen hin zur Entwicklung der nötigen Fähigkeiten für Services und Lösungen, die ihre traditionellen Produktangebote ergänzen.

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2. Technologische Investitionen sind für Wachstum kritisch. Aber nur, weil eine Technologie neu ist, ist sie nicht automatisch die richtige
Manchmal ist weniger mehr. Der richtige Einsatz von Technologie kann ein Geschäft maßgeblich verbessern. Doch die Nutzung von Technologie um der Technologie willen ist kontraproduktiv. Offen zu sein für den transformativen Einfluss neuer Technologien ist daher die wichtigste Einstellung für Unternehmen weltweit.
Eine aktuelle Studie von Epicor zu den weltweiten Wachstumstrends zeigt, dass Unternehmen in wachstumsstarken Märkten eine hohe Bereitschaft zu technologischen Investitionen aufweisen, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen, die Effizienz zu erhöhen und agiler zu werden. Beispielsweise gaben in der Studie rund drei Viertel (74%) der befragten chinesischen Unternehmen an, dass IT-Investitionen wichtig seien. Im weltweiten Durchschnitt lag der Wert bei 54 Prozent.

3. Es gilt zu berücksichtigen, wo das Unternehmen auf seinem Weg der digitalen Transformation steht
Die technologische Plattform zu erweitern heißt nicht gleichzeitig, dass das Unternehmen wächst. Manchmal ist es besser, weniger Lösungen zu haben als zu viele. Dabei kann es für Führungskräfte herausfordernd sein, bei den aktuellsten Technologietrends und neuesten Lösungen am Markt auf dem Laufenden zu bleiben.
Viele konkurrierende Technologien behaupten, die digitale Transformation voranzutreiben. Allerdings hängt der Nutzen von Lösungen davon ab, an welchem Punkt der digitalen Transformation sich ein Unternehmen befindet. Vom mobilen Vertrieb und Außendienst über drahtlos vernetzte Verkaufstheken und Lagerhäuser bis hin zum fortgeschrittenen Bestandsmanagement - unterschiedliche Lösungen bieten neue Wege, um Kosten zu reduzieren, die Kundenorientierung zu verbessern und damit auch das Geschäftsergebnis.

Mehr zum Thema: HR und Digitalisierung - warum wir Transparenz und Transformation für die Branche brauchen!

4. Nicht jeder im Unternehmen wird sich mit der digitalen Transformation wohlfühlen
Gesellschaft und Technologie verändern sich schneller, als sich die meisten Unternehmen anpassen können. Von Enterprise Resource Planning (ERP) bis hin zu Cloud Computing - neue Anwendungen, Plattformen und Vertriebskanäle bieten noch nie dagewesene Möglichkeiten, Verbindungen mit Kunden zu schaffen und interne Prozesse zu verbessern - allerdings nur für Unternehmen, die agil genug sind, sich zu transformieren und an die neuen digitalen Realitäten anzupassen.

Doch es gibt nicht den einen wahren Plan für die digitale Transformation und die Wege sind für jedes Unternehmen und jede Industrie anders. In jedem Fall muss der Versuch unternommen werden, die Mitarbeiter von Anfang an ins Boot zu holen. Dies erfordert vom Vorstand bis hin zu jeder Mitarbeiterebene die Unterstützung digitaler Technologien. Dafür braucht es Führungskräfte mit der richtigen Einstellung und Motivation, um den digitalen Transformationsprozess zu steuern.

5. Daten zu haben und ihre Bedeutung nicht zu kennen, ist problematisch
Unternehmen, die ein echtes digitales Transformationsprogramm verfolgen, setzen auf Daten und Informationen als Herzstück ihres technologieorientierten Geschäftsmodells. So manche sind schockiert zu sehen, wie viele Informationen sie haben, aber nicht geeignet nutzen können. Die neue Datenlandschaft bietet einzigartige Chancen, um Daten in Wissen zu verwandeln - der Treibstoff für jede digitale Transformation - mit Echtzeit-Aktualisierung, die Entscheidungsprozesse verbessern.

Forrester Research (**) hat gezeigt, dass mehr als 70 Prozent der Entscheidungsträger Initiativen planen oder derzeit verfolgen, um datengetriebene Entscheidungen zu fördern und dadurch den Wert integrierter Geschäftsdaten als kritischen Erfolgsfaktor im modernen Vertrieb zu erschließen.

6. Digitale Transformation wird Gewinne nicht über Nacht steigern - Veränderung muss als Teil einer breitangelegten Wachstumsstrategie mit messbaren Zielen betrachtet werden

Veränderung ist eine Konstante in der heutigen dynamischen Wirtschaft. Aber es ist wichtig realistisch zu sein, was kurzfristig erreicht werden kann. Die von Epicor gesponserte Studie (***) unterstreicht, wie wachstumsstarke Unternehmen Veränderungen begrüßen. Demnach bevorzugen 76 Prozent der wachstumsstarken Unternehmen kontinuierliche Innovationen gegenüber stabilem Geschäft, während nur 49 Prozent der wachstumsschwachen Unternehmen dem zustimmen. In einem Zeitalter, in dem Innovation getrieben ist von steigenden Kundenerwartungen, haben wachsende Unternehmen definierte kurzfristige Ziele, die Innovationen und Geschäftsänderungen als Teil eines übergeordneten Transformationswegs für Wachstums aufgreifen.

7. Die digitale Transformation soll Unternehmen anpassungsfähiger machen. Aber sie macht Unternehmen nicht immun gegenüber Wettbewerbern
Es war niemals wichtiger für Führungskräfte, die Flagge der digitalen Transformation voranzutragen. Doch der entscheidende Faktor ist, sicherzustellen, dass das digitale Potenzial in Wettbewerbsvorteile übersetzt wird. Dies erfordert Führungskräfte, die flexible, digitale Technologien so einsetzen, dass dadurch die Art der Kundeninteraktion verbessert wird.

Wie Gartner (*) richtig formuliert: „Technologie formt Unternehmensstrategie, aber Marktfaktoren, politische Umstände und finanzielle Anforderungen überwiegen." Nichtsdestotrotz, der Einsatz der richtigen Technologie führt Menschen zueinander, ermöglicht Unternehmen in neuen geografischen Regionen Fuß zu fassen und zu expandieren mit einem Minimum an Ressourcen. Zudem macht Technologie den Lebenszyklus der Produktentwicklung anpassungsfähiger für Kundenanforderungen als je zuvor.

8. Es braucht mehr als nur digitale Technologien, um die Zusammenarbeit über Abteilungen und Geschäftsbereiche hinweg zu fördern

Um mit der digitalen Transformation zu starten, braucht es einen Blick auf das Geschäft von innen nach außen. Dabei sind die eingesetzten Anwendungen und Systeme zu berücksichtigen: Was funktioniert gut, was weniger gut, und auf welche Weise sind Verbesserungen zu erreichen. Wenn jedoch Technologien über allem anderen steht, vergrößert dies eher den Abstand zwischen Mitarbeitern und den Herausforderungen, die ihr Geschäftsbereich versucht zu lösen.

Es kann isolierte Investitionen geben, die gute Ergebnisse liefern, aber dennoch sind sie isoliert. Neue Lösungen müssen größere Ziele unterstützen - zur Weiterentwicklung der internen Prozesse, Strukturen und Unternehmenskultur beitragen oder Veränderungen im Kundenverhalten adressieren. Zu berücksichtigen ist zudem, wie intern und extern kommuniziert wird, welche Stärken und Schwächen die Mitarbeiter aufweisen und ob ihre Fähigkeiten den gesetzten Zielen genügen. Womöglich braucht es Mitarbeiter mit mehr digitalen Kompetenzen? Und sollten diese während des Prozesses neu rekrutiert werden?

9. Kunden denken nicht über die digitale Transformation ihrer Geschäftspartner nach, sie erwarten, dass sie erfolgt
Die digitalen Trends, die jeden Bereich eines Unternehmens erfassen, werden nicht weniger. Und es ist für alle Wettbewerber das gleiche Spielfeld sowie für jedes Start-up, das sich für einen Teil des Kuchens rüstet. Kunden erwarten, dass Unternehmen die digitale Transformation vorantreiben, weil sie es ebenso tun. Und sie brauchen Geschäftspartner, die sie auf diesem Weg begleiten.

10. Theorie ist das eine, es kommt darauf an, den Weg zu gehen
Um die digitale Transformation zu realisieren, geben wachstumsstarke Unternehmen nicht nur Lippenbekenntnisse ab zu innovativen Ideen und Technologien - sie fördern sie durch Investitionen. Die Wachstums-Studie von Epicor zeigte, dass im kommenden Jahr 88 Prozent der wachstumsstarken Unternehmen erhebliche Investitionen in Technologie und Innovation planen, während dies nur 49 Prozent der wachstumsschwachen Unternehmen vorhaben.

Die digitale Transformation ist für jedes Unternehmen anders. Einige Fertigungsunternehmen stehen vor mehr Herausforderungen als andere, manche werden mehr Technologien einsetzen als andere. Doch sich dieser zehn Überlegungen bewusst zu sein, ist für jedes Unternehmen hilfreich, das sich auf den Weg macht oder sich bereits auf diesem befindet.

(*) Gartner, 2017 CEO Survey: CIOs Must Scale Up Digital Business (March 2017)
(**) https://www.forrester.com/report/Insights+Services+Disrupt+The+Data+And+Analytics+Market/-/E-RES123402
(***) http://www.epicor.com/UK/Press-Room/News-Releases/Epicor-Reveals-Technology-Investment-Provides-Significant-Boost-to--Grow-Getter--Businesses-in-Fast-Growth-Countries.aspx

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