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Mit stabilem Wachstum und gezielten Schulden der Krise vorbeugen

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ECB
Gavin Hellier / robertharding via Getty Images
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Wirtschaftlich hängen derzeit ein paar dunkle Wolken über Europa. Trotz massiver Sparmaßnahmen sind die Schulden in den Euroländern weiter gestiegen. Das Geld, das durch die Niedrigzinspolitik der EZB in die Wirtschaften gepumpt wurde, konnte nur ein schwaches Wachstum in Europa erzeugen. Die Inflation bleibt auf einem niedrigen Niveau. Beides zusammen sorgt dafür, dass die Länder weder ihre Schulden tilgen können, noch, dass die Inflation den realen Wert der Schulden verringert.

So sinnvoll die Politik der EZB auch sein mag, diese immense Geldschwemme verunsichert die Menschen in Deutschland: Das ist finanzpolitisches Neuland und ein Versuch, die wirtschaftliche Lage in den europäischen Krisenländern in den Griff zu bekommen. Doch Neuland zu betreten, bedeutet auch immer Unsicherheit und macht Angst - gerade für uns Deutsche: Schließlich hatten wir bereits Erfahrungen aus zwei Währungsreformen. Doch kein Grund zur Sorge, die Lage ist stabil: Solange keine Rezession ins Spiel kommt, läuft zumindest die Wirtschaft in Deutschland mit den aktuellen Parametern gut weiter.

Wirtschaftliche Stabilität schützt vor Zahlungsschwierigkeiten

Und was ist mit dem Rest von Europa? Es mehren sich die Stimmen, die Europa auf eine neue Finanzkrise zusteuern sehen. Die Kurse von Staatsanleihen der südeuropäischen Länder steigen wieder. Das ist ein Signal, das zeigt, dass es dort wieder schlechter läuft. Müssen wir also diesen Ländern bald wieder finanziell unter die Arme greifen? Und was ist, wenn die Länder, die den Rettungsschirm für andere aufspannen selbst, in Schwierigkeiten kommen, weil die Rettung nicht mehr zu finanzieren ist?

Das kann man derzeit nicht eindeutig beantworten. Dazu muss man sehen, wohin die Reise geht. Aber eines ist sicher: Die finanzielle Stabilität eines Landes hängt von seiner Wirtschaftskraft ab. Ein Land wie Deutschland hat keine finanziellen Schwierigkeiten zu befürchten, solange die Wirtschaft stabil läuft - was derzeit der Fall ist. Damit es in den südeuropäischen Ländern auch rund läuft, müssen diese Länder ihre Wirtschaft ebenso stabilisieren! Das ist die eine Herausforderung, die es zu meistern gilt, um die Krise von Europa fernzuhalten.

Soll Deutschland noch sparen?

Doch auch in Deutschland müssen wir uns Gedanken machen, wie wir zur Stabilisierung der Lage beitragen können. Überall auf der Welt werden Schulden gemacht, nur in Deutschland wird auf einen ausgeglichenen Staatshaushalt geachtet. Ist das überhaupt noch erstrebenswert?

Deutschland hat große Leistungsbilanzüberschüsse. Damit befindet sich ein Teil unseres Vermögens im Ausland. Wenn dann ein verschuldetes Land pleitegeht, bekommen wir dieses Geld nicht mehr zurück. In solch einem Szenario ist ein solides Wirtschaften, wie es in Deutschland üblich ist, völlig widersinnig. Denn was nützt es, wenn wir jetzt einen ausgeglichenen Haushalt führen, später dann aber trotzdem viel Geld verlieren? Deswegen müssen wir anfangen zu unterscheiden, was für den Einzelnen wichtig ist, also für den privaten Haushalt oder für das Unternehmen, und für die Wirtschaft als Ganzes.

Wäre es nicht besser, gezielt Geld auszugeben, um die Volkswirtschaften der schwächeren europäischen Staaten zu stabilisieren? Das würde sich dann wieder positiv auf uns auswirken, weil das Geld aus den Leistungsbilanzüberschüssen wieder zurückfließen kann.

Wir müssen also aktiv vorbeugen, um eine mögliche Finanzkrise in Europa (oder sogar weltweit, wie der IWF warnt) abzuwenden. Zum Glück ist das weltweite Wirtschaftswachstum derzeit zwar mäßig, aber robust. Wenn wir eine Krise abwenden wollen, brauchen wir aber mehr Wachstum - vor allem in den südeuropäischen Staaten! Diese Länder müssen stabiler wirtschaften. Im Gegenzug muss Deutschland mehr Schulden machen und Geld ausgeben. Wenn Deutschland immer nur spart, hilft das weder uns noch den anderen Ländern.

Wachstum durch Abwertung

Derzeit wachsen die stabilen Volkswirtschaften nur indem sie ihre Währungen abwerten. Das wird beim Yen, Yuan und Euro bereits praktiziert. Allerdings wird es dann kritisch, wenn der Euro gegenüber dem Dollar steigt. Durch einen Anstieg des Euros werden europäische Waren im Ausland teurer und weniger gekauft. Dadurch verringert sich das Wirtschaftswachstum in Europa. Um das zu vermeiden, wird abgewertet.

Wenn allerdings alle Länder ihre Währungen abwerten, könnte es zu einem gefährlichen Abwertungswettlauf führen. Um das zu verhindern, könnte man Währungsbandbreiten einführen, die eine Abwärtsspirale stoppen. So ein System gab es bereits in der Vergangenheit und könnte mit veränderten Rahmenbedingungen an die aktuelle weltwirtschaftliche Situation angepasst werden. Die führenden Volkswirtschaften müssten sich dabei über die Wechselkursverhältnisse einigen.

Tipps fĂĽr den privaten Anleger

Und was macht nun der einzelne Anleger mit seinem Geld? Wenn Sparanlagen keine Rendite mehr bringen, ist es die beste Möglichkeit, sein Vermögen zu streuen und in Immobilien, Direktbeteiligungen und Aktienfonds zu investieren. Das sind die Anlagen, die Werte über die Phase der Niedrigzinspolitik und einer möglichen Finanzkrise hinweg erhalten.

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