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Vom Micro Living zum Smart Home: Wohn- und Sanierungstrends 2014

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Kaum eine Frage ist spannender: Wie werden wir morgen wohnen? Automatisierung, Energieeffizienz, Multi-Funktionalität, Nachhaltigkeit und modernes Design sind da mehr als nur Schlagworte. Als Kategorien der Wohn- und Sanierungstrends geben sie auch für 2014 die Richtung vor und zeigen deutlich, wo die Reise hingehen kann.

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Platz sparende Flexibilität
Während in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften wie Russland, China oder Indien großzügiges Wohnen und opulentes Einrichten einen immer höheren Stellenwert erlangen, planen Architekten und Designer unter dem Topos Micro Living weltweit bereits Lösungen für Komfort und Ästhetik auf kleinsten Quadratmeterzahlen. Unmittelbarer Wohnraummangel, auch in deutschen Metropolen, wird dabei zur unmittelbaren Motivation. Das Beliner Design-Label Ambivalenz hat deshalb seine erfolgreiche Fläpps-Serie aus Multiplex Birkenholz erheblich erweitert und das Prinzip der multiplen Anwendbarkeit geradezu perfektioniert. Ein an der Wand montierter Sekretär kann einfach geschlossen werden und wird zum puristischen, ultra-flachen Wohnaccessoire. Flexibilität und platzsparendes Wohnen stehen hier im Vordergrund: iPads verschwinden mit dem "Fläpps HidePäd" einfach in der Tischplatte und können bei Bedarf schnell senkrecht in einer umlaufenden Rille aufgestellt werden. Fläpps-Regale werden zu Kleiderständern und auch einen Fläpps-Schminktisch zeigt das Berliner Label auf der Ambiente 2014 in Frankfurt.

Individualität und Farbe
Laut Ursula Geismann, Trend- und Designexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, wird das Wohnbewusstsein und ein damit verbundenes Interesse an steter Optimierung und Verschönerung immer größer. "Alles wird bunter, lauschiger und bequemer", hat Geismann anlässlich der Pressekonferenz zur imm cologne und LivingInteriors 2014 deutlich gemacht. "Holz wird mit starken Farb-Akzenten in Kontrast gesetzt, unterschiedliche Hölzer kombiniert, Natur-Look mit bunt lackierten Kleinmöbeln aufgefrischt und mit offenkundig künstlichen Elementen und Materialien wie Hightech-Textilien, Plastik-Stühlen und futuristischen Strukturen konfrontiert", erklärt die Design-Expertin.

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Aber auch Vintage-Möbel, Re-Editionen und Do-it-yourself-Angebote werden immer mehr aufgegriffen - zugunsten ganz individueller Kombinationen und Einrichtungsideen. "Modernes Leben ist bewegt, dynamisch, veränderbar. Wir wollen unser Leben und unsere Wohnung alle paar Jahre mal umkrempeln. Aber unsere guten Stücke aussortieren?", fragt Geismann zurecht. Was man getrost verneinen kann, denn auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit setzt sich bei Konsumenten wie Herstellern immer mehr durch - was die Konsumfreude keineswegs trübt. So zeigen es zumindest die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben von jährlich ca. 500 € für den gesamten Wohnbereich.

Nachhaltigkeit und Wohngesundheit
Im Bereich der energetischen Gebäudesanierung stehen neben den deutlichen Trend Energieeffizienz vor allem die Themen Wohngesundheit und Smarthome im Fokus. Längst nicht jedem Hausbesitzer gehe es bei einer energetischen Sanierung nur um die reine Energieeinsparung. "Themen wie Wohngesundheit und Nachhaltigkeit spielen eine immer größere Rolle", berichtet das renommierte Branchen-Portal Energie-Fachberater.de. Gefragt seien deshalb Baustoffe mit "positivem Image" aus natürlichen Materialien sowie auf Basis nachwachsender Rohstoffe mit bauphysikalischen Vorteilen und positiven Auswirkungen auf das Raumklima und einer regionalen Verfügbarkeit samt Recyclingmöglichkeiten. "Experten sehen deshalb bei Bau- und Dämmstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe ein wachsendes Potenzial, trotz der teils höheren Preise".

Als einer der Trends überhaupt gilt die vielseitige Automatisierung des Eigenheims zum so genannten Smart Home. Moderne Haustechnik kann dabei helfen, punktgenau den Energieverbrauch und das Raumklima zu überwachen und z.B. durch automatisierte Lüftung das Raumklima zu optimieren. Im Angesicht der EnEV 2014 wird das Thema Dämmung sowie nachhaltige Energiegewinnung -und speicherung die Agenda in diesem Jahr ebenfalls stark bestimmen. Hier schließt sich auch der Kreis zur Micro-Living-Thematik: Da das Platzangebot in bestehenden Räumen begrenzt sei, spielen "extradünne Dämmstoffe für die Sanierung eine große Rolle", schreibt Energie-Fachberater.de. Bei der Innendämmung liege der Fokus auf Dämmsystemen, die Feuchtigkeit regulieren und damit vor allem Schimmel den Nährboden entziehen können. Ganz vorne stehe dabei trotz aller Kritik für die Fassadendämmung nach wie vor das Wärmedämm-Verbundsystem WDVS.

Bilder: Roto Dach- und Solartechnologie GmbH, imm Cologne

 
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