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Das ist der Grund, warum ich keine Unterwäsche trage

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Ich bin nicht Sharon Stone. Ich habe es nicht vergessen und ich flüstere es dir nicht verführerisch in einem Restaurant zu, während ich dein Bein mit meinem streife (gibt es wirklich Menschen, die so etwas tun?) - aber ich trage keine Unterwäsche.

Gestern, am nationalen Unterwäsche-Tag in England, schrieb ich keine Hymne auf die Unterwäsche, sondern einen Brandbrief. Es tut mir leid - oder nein, es tut mir eigentlich nicht leid, denn ich hasse es, Unterwäsche zu tragen. Und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin.

Das bedeutet in keinster Weise, dass ich gegen das Konzept Unterwäsche bin - es bedeutet das Gegenteil. Ich stand als Erste in der Schlange, als im Victoria and Albert-Museum die "Nackt"-Ausstellung stattfand und kenne alle Engel von Victoria's Secret beim Namen, deshalb finde ich, dass man sagen kann, dass ich diese Art der Unterwäsche schätze.

Aber sie einen kompletten Tag lang zu tragen, ist eine ganz andere Sache.

underwear

Damit meine ich vor allem Schlüpfer. Wäre ich mit Brüsten gesegnet, die der Schwerkraft trotzen, würde ich über BHs genauso reden - für den Komfort sind sie aber einfach nützlich. Das gilt aber nicht für diese Teufelsdinger, mit denen wir uns untenrum einwickeln.

Vertraut mir, ich habe bereits jede Art von Unterwäsche probiert und sie haben alle ihre Nachteile. Sie rutschen hoch, sie sind unter der Kleidung zu sehen und sie verursachen beim Sonnen Bikini-Streifen. Aber ihre schlimmste Seite zeigen sie, wenn man für zwei Stunden in billiger Unterwäsche aus Synthetik herumläuft. Wenn du schwitzt und deine Unterwäsche sich an dir festklebt (also das Hintern frisst Hose-Syndrom), ist das ein berechtigtes Problem. Und jede Frau, die länger sitzt, kann dir das bestätigen.

Im Vergleich zu all dem ist es einfach nur bequem, keine Unterwäsche zu tragen.

Ich ließ die Unterwäsche das erste Mal mit 17 Jahren weg, als ich Strumpfhosen mit Stützfunktion entdeckte. Vor allem die von Primark, die ich unter meiner Kleidung tragen konnte, ohne Angst haben zu müssen, dass man es sieht.

Dank dem britischen Wetter gehören Strumpfhosen für mich zur Alltags-Garderobe. Wenn diese dann noch blickdicht sind, brauche ich gar keine Schlüpfer mehr. Ihr müsst sie einfach nur jedes Mal, nachdem ihr sie getragen habt, waschen.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, bei denen ich nicht auf Unterwäsche verzichte. Also, wenn ich sehr kurze Kleidchen trage, die bei einer Windböe nach oben flattern können (ich bin keine Exhibitionistin), bei Hosen und Jeans (ziemlich unbequem ohne Unterwäsche) und dann, wenn ich meine Tage habe (selbsterklärend).

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An jeden, der denkt, dass es unhygienisch ist, keine Unterwäsche zu tragen: Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Es ist weitestgehend bekannt, dass die Haut unter Seide und synthetischer Unterwäsche nicht atmen kann und damit das Risiko einer Infektion höher ist. Mittlerweile warnen sogar Wissenschaftler davor, in Baumwoll-Unterwäsche zu schlafen.

Enge Shape-Wear kann zu Nerven- und Kreislaufproblemen führen. Und mit den Nachteilen von String-Tangas möchte ich hier gar nicht anfangen (sie beinhalten Bakterien am Anus).

Eure Körper müssen atmen, Leute.

Und aufwendig gearbeitete, passende Unterwäsche-Sets sind nur für die Augen meines Freundes bestimmt.

"Aber du solltest sie für dein eigenes Wohlbefinden tragen", jammern viele Leute. "So kann man sich doch nicht den ganzen Tag sicher fühlen?" Sorry, aber mitten auf einer vielbefahrenen Straße die Unterwäsche hochziehen zu müssen, gibt einem nicht gerade mehr Selbstvertrauen (und sollte ich jemals von einem Bus angefahren werden, habe ich wohl auch größere Probleme, als meine Unterwäsche).

Am Ende geht es doch nur um die persönlichen Vorlieben und darum, das zu tun, was wir mit unserem eigenen Körper tun wollen.

Wenn Männer mit ihrer Nacktheit angeben, geben sie damit an, wie "befreiend" das ist - also wieso können wir Frauen nicht dasselbe tun, ohne dass uns gleich eine Anmache unterstellt wird?

Wenn ich keine Unterwäsche trage, geht es dabei nur um mich.

Dieser Text erschien ursprünglich in der Huffington Post UK und wurde von Bettina Pohl aus dem Englischen übersetzt.

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(lm)