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Ronja Gysin Headshot

Intelligent wirken

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SMART MAN
David Lees via Getty Images
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Wie ich im Berufsalltag schlauer rüberkomme, als ich eigentlich bin

Gleich vorab: Intelligent wirken und sympathisch rüberkommen, das sind zwei Paar Schuhe. Ich muss also zunächst einmal aufhören, gefallen zu wollen, sagen die Experten. Das schaffe ich. Denn als freie Journalistin zählt die Kompetenz und ich würde mir gerne das Image eines Schlaubergers geben. Hierfür gibt mir Rhetoriktrainer Peter Flume diese sechs Tipps.

Suggeriere eine gute Herkunft

Meine Mutter ist zwar nicht Cindy aus Marzan. Aber wenn sie es wäre, sollte ich das unbedingt verheimlichen. Wer schlau wirken will, sollte den Guttenberg machen, sagt Peter Flume. Ein gefälschter Doktortitel also? Lieber ein abgekürzter zweiter Vorname à la Ronja J. Gysin.

Kleidung und Haltung: Lässig aber hochwertig

Intelligente Menschen lesen bis in die Nacht. Sie gehen wenig aus dem Haus und haben keine Zeit für Sport. Um blass und übernächtigt auszusehen, pfeife ich mir also nachts fünf Staffeln Breaking Bad rein. Meine Mode passt soweit, meint der Profi. Gute Qualität, aber ungebügelt. Ein bissen Stilbruch ist auch erlaubt. Die Kleidung soll sagen: Ich komme aus gutem Hause, aber ich habe keine Zeit für Trends und moderne Kombinationen.

Vergesst Smalltalk

Wer sich zu eloquent über das Wetter und aktuelles Zeitgeschehen unterhalten kann, wirkt oberflächlich und gesellschaftskonform, meint der Rhetoriker. Aber das sind intelligente Menschen ja nicht. „Steigen Sie zwar auf ein Gespräch ein, gehen aber schnell ins Detail. Rasch haben Sie Ihren Gesprächspartner im Gewirr Ihrer Gedankengänge verloren. Aber das bemerken Sie gar nicht, denn Ihre Ideen sind einfach zu wichtig. Smalltalk wird überbewertet!."

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Wer intelligent wirken will, hat viel zu tun (Foto: RhetoFlu)

Im Vortrag: Gedankenpausen machen und abschweifen

Wer wirklich intelligent ist, der macht kein Infotainment. Sie wollen Ihre Expertise sprechen lassen. Deshalb sind die Vorträge schlauer Menschen langatmig und vor lauter Fachbegriffen schwer zu verstehen. „Wenn Sie bemerken, dass Ihr Publikum aussteigt, haben Sie Ihr Ziel erreicht. Machen Sie an diesem Punkt unbedingt noch drei Minuten weiter, bevor Sie das Thema wechseln", rät Flume.
Ich soll lange Gedankenpausen einlegen, meint der Buchautor. Denn es könnte mir ja in diesem Moment ein weltverändernder Geistesblitz gekommen sein. Diesen muss ich dann sofort aufschreiben, auch wenn die Zuhörer warten müssen.


Satzbau: Fremdwörter und nicht zu einfache Sätze

Intelligente Menschen kennen ihr Fachgebiet in- und auswendig. Das soll ich heraushängen lassen. (Fragt sich nur, worin mein Fachgebiet besteht...) Der Redner rät, Fachbegriffe so natürlich zu verwenden, dass sich keiner traut, nachzufragen. Selbst unpassende Fremdwörter locker eingestreut, zeigen den Zuhörern lediglich auf, wie begrenzt doch deren Horizont ist.

Im Gespräch: die gleiche Information neu formulieren

Heißt es „der Preis erhöht sich um 20 Prozent", sollte ich „also um ein Fünftel" murmeln und im Kopf schnell die absolute Zahl in Euro ausrechnen. Denn Menschen, die Informationen schnell verarbeiten, wirken intelligenter. Das kenne ich aus dem Journalismus. Informationen griffig formulieren. Das ist mein Ding.

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Aber scheinbar geht es nicht unbedingt darum, verstanden zu werden. Flume: „Rechnen zu können ist heute ja schon eine aussterbende Kunst, daher lassen sich Gesprächspartner oft schon durch einfache Grundrechenarten aus der Fassung bringen. Informationen konkret zu machen ist ein Zeichen von hohem IQ."

Mein Fazit: Mein Gesprächspartner hat Recht. Wenn ich diese Tipps umsetze, wirke ich keinesfalls zu sympathisch. Allerdings glaube ich, dass es doch viel einfacher wäre, den Schlauberger zu geben, statt sich auf meine Gesprächspartner und Zuhörer wirklich einzulassen.

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