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Warum Anleger auch bei Dividendenstrategien genau hinsehen sollten

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DIVIDENDENSTRATEGIEN
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Dass Dividendenstrategien seit einiger Zeit Hochkonjunktur haben, ├╝berrascht nicht. Schlie├člich gibt es bei Zinsanlagen kaum noch etwas zu verdienen. Und sollten die Zinsen in n├Ąchster Zeit steigen, dann drohen bei festverzinslichen Wertpapieren sogar Kursverluste. Es braucht also Alternativen. Und da kann eine Dividendenstrategie interessant sein. Ich muss aber davor warnen, diese mit einer Zinsanlage gleichzusetzen oder einfach nur nach jenen Titeln zu greifen, die aktuell die h├Âchsten Dividendenrenditen bieten. Denn dann sind Entt├Ąuschungen programmiert.

Aber von vorn. ├ťber 32 Milliarden Euro sch├╝tten allein die 30 DAX-Unternehmen in diesem Jahr an ihre Aktion├Ąre aus. Nimmt man die MDAX-, SDAX- und TecDAX-Firmen dazu, dann sind es sogar ├╝ber 42 Milliarden Euro. Dazu kommt, dass die Dividendenrenditen mancher Aktien bei ├╝ber drei Prozent und mehr liegen. Sie sind damit deutlich attraktiver als zehnj├Ąhrige Bundesanleihen, die aktuell gerade Mal 0,34 Prozent abwerfen.

Allerdings m├╝ssen Anleger die Besonderheiten von Aussch├╝ttungen ber├╝cksichtigen. Denn anders als der Zinskupon einer Anleihe ist die Dividende vom Gesch├Ąftsverlauf des Unternehmens abh├Ąngig. Laufen die Gesch├Ąfte schlecht, dann k├Ânnen die Aussch├╝ttungen gek├╝rzt werden und auch ganz ausfallen. Noch schlimmer kann es kommen, wenn eine Firma trotz schlechter Gesch├Ąfte hohe Aussch├╝ttungen vornimmt. Reicht der Cashflow n├Ąmlich nicht f├╝r die Dividendenzahlungen, dann muss die Firma daf├╝r die Substanz angreifen. Und das kann ├╝ber kurz oder lang das Bestehen eines Unternehmens gef├Ąhrden.

Kursschwankungen ber├╝cksichtigen

Aber Dividendenj├Ąger m├╝ssen noch mehr ber├╝cksichtigen. Auch wenn oft propagiert wird, dass die Kurse gerade von Dividendentiteln mit nachhaltig stabilen Aussch├╝ttungen weniger stark schwanken, so bleiben es doch Aktien. Selbst eine Dividendenrendite von drei oder vier Prozent kann in wenigen Stunden aufgezehrt sein, wenn der Aktienkurs wegen schlechter Unternehmenszahlen oder negativer Marktstimmung einbricht.

Um diese Risiken zumindest zu reduzieren, sollten Anleger Verschiedenes beachten. Zuallererst ist es wichtig, die Dividendenstrategie unbedingt langfristig anzulegen. Denn nur wer einen Anlagehorizont von vielen Jahren hat, f├╝r den spielen kurzfristige Kursschwankungen keine Rolle und derjenige kann zwischenzeitliche Kursverluste aussitzen. Schlie├člich kehren Aktienkurse auf lange Sicht stets zu ihrem langfristigen Durchschnittswert zur├╝ck.

Genau analysieren und breit streuen

Eng damit verbunden ist der zweite wichtige Punkt: N├Ąmlich die gr├╝ndliche Analyse der Dividendentitel. Anleger sollten, so sie das h├Âhere Risiko einer Einzeltitelauswahl eingehen wollen, auf eine hohe Qualit├Ąt der Unternehmen, also eine solide Bilanz, hohe Cashflows und ein etabliertes Gesch├Ąftsmodell, achten und Dividendenaristokraten bevorzugen. Das sind Unternehmen, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre Dividende nicht k├╝rzen mussten, ├╝ber lange Zeitr├Ąume ihre Aussch├╝ttung mindestens stets beibehalten haben oder - noch besser - steigern konnten.

Der dritte Punkt betrifft schlie├člich eine ausreichende Streuung. Auch ein noch so gr├╝ndlich ausgew├Ąhltes Unternehmen kann irgendwann aufgrund strategischer Fehlentscheidungen in Schwierigkeiten geraten. Dann droht vielleicht ein Kurseinbruch, die K├╝rzung der Dividende oder gar der Konkurs. Um solche Risiken abzufedern, sollten Investoren stets auf eine Vielzahl an Titeln, idealerweise aus verschiedenen Branchen und Regionen, setzen.

Nicht auf professionelle Unterst├╝tzung verzichten

Auch deshalb d├╝rften f├╝r die meisten Anleger aktiv gemanagte Fonds oder passive Indexstrategien auf Basis von Exchange Traded Funds (ETF), die automatisch breiter streuen, die passendere Alternative sein. Dabei gilt grunds├Ątzlich, dass Einzeltitelstrategien und aktiv gemanagte Fonds h├Âhere Kosten- und Managementrisiken aufweisen als ETF-Anlagen. Zudem sollten Anleger bei ETFs, aber auch bei Investmentfonds, darauf achten, dass die Titelauswahl auf einer fundamentalen Analyse basiert und dort idealerweise Dividendenaristokraten bevorzugt werden.

Insgesamt kommen Anleger aus meiner Sicht nicht darum herum, neben ihrer pers├Ânlichen Risikobereitschaft auch das bestehende Portfolio, den Anlagehorizont und ihre Verm├Âgensverh├Ąltnisse zu ber├╝cksichtigen. Nur so l├Ąsst sich festzustellen, ob und welche Art des Investments sich wirklich eignet. Aus diesem Grund zahlt es sich in jedem Fall aus, auf professionelle Hilfe zu setzen. Ein professioneller Finanzplaner kann ├╝berpr├╝fen, ob die Dividendenstrategie zu einem Anleger passt und welche Art der Umsetzung im Einzelfall die passende ist. Nur so k├Ânnen Anleger wirklich sichergehen, dass sie Freude an dieser Strategie haben und am Ende nicht entt├Ąuscht werden.

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