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Sorgfalt beim Trendthema Infrastruktur notwendig

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INFRASTRUCTURE
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Jedes Mal, wenn Investment-Stories zu ├╝berzeugend klingen, fangen bei mir die Alarmglocken an zu l├Ąuten. Aktuell gilt das f├╝r das Thema Infrastruktur. So zeigen zahlreiche Studien auf, dass Stra├čen, Flugh├Ąfen oder Wasserleitungen weltweit veraltet und f├╝r die wachsende Weltbev├Âlkerung l├Ąngst nicht ausreichend sind. Die konkreten Zahlen kommen dann von internationalen Organisationen wie der OECD, die zum Beispiel darauf verweist, dass weltweit mehr als 40 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2030 in Infrastruktur investiert werden m├╝ssen. Gleichzeitig haben Politiker in den USA, in Europa und in Asien in den vergangenen Monaten h├Âhere Ausgaben f├╝r Infrastruktur in Aussicht gestellt. Und schlie├člich gehen Regierungen aufgrund leerer Staatskassen dazu ├╝ber, private Investoren mit ins Boot zu holen.

Und genau hier kommen die Anleger in Spiel: Die massiven notwendigen und auch angek├╝ndigten Infrastrukturma├čnahmen treffen n├Ąmlich auf das derzeitige Niedrigzinsumfeld. Und mit Anlageprodukten auf das Thema Infrastruktur, so die Idee vieler Produktanbieter, k├Ânnen Anleger dem Problem der niedrigen und zum Teil negativen Zinsen ein Schnippchen schlagen. Denn dieser k├╝nftig boomende Bereich wird f├╝r die Investoren hohe Renditen abwerfen.

Infrastruktur ist nicht gleich Infrastruktur
Das alles klingt auf den ersten Blick au├čerordentlich ├╝berzeugend. Ganz so einfach ist es bei n├Ąherem Hinsehen aber nicht. Denn erstens profitiert nicht jede Art von Infrastrukturinvestment gleicherma├čen von dieser Story. Und zweitens eignet sich nicht jede Art von Investment f├╝r jeden Anlegertyp.

Lassen Sie mich mit dem ersten Punkt beginnen. Damit eine Geldanlage in Infrastruktur tats├Ąchlich eine Antwort auf das aktuelle Niedrigzinsumfeld bieten kann, sollte diese nachhaltig stabile Aussch├╝ttungen liefern. Das ist aber nicht bei allen Infrastrukturinvestments, die angeboten werden, der Fall. So werden manchmal auch Bauunternehmen oder Fluggesellschaften in diesem Zusammenhang genannt. Sie k├Ânnen zwar in der Tat von einem Ausbau der Infrastruktur profitieren, deren Gesch├Ąft ist aber auch noch von anderen Faktoren abh├Ąngig - bei Fluggesellschaften ist dies zum Beispiel der ├ľlpreis. Wer nachhaltig stabile Ertr├Ąge sucht, ist bei diesen Anlagen deshalb nicht gut aufgehoben.

Denn die eigentliche Idee, und sie ist tats├Ąchlich spannend, ist eine andere: Es gibt in diesem Bereich Unternehmen, die in zum Teil staatlich gesch├╝tzten Bereichen mit hohen Eintrittsbarrieren t├Ątig sind und die deshalb nur geringem Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind. Sie k├Ânnen ein weitgehend konjunkturunabh├Ąngiges Gesch├Ąft betreiben und auf diese Weise regelm├Ą├čige und stabile Cashflows erwirtschaften. Das klassische Beispiel daf├╝r ist der Betreiber einer Mautstra├če. Und nur bei solchen Firmen profitieren Anleger wirklich von einer stabilen Dividende oder einer vergleichsweise hohen laufenden Verzinsung.

Dazu kommt nun aber, dass es ganz unterschiedliche Anlagearten gibt. Angefangen von Anleihen, ├╝ber Aktien bis hin zu Direktinvestments. F├╝r eher vorsichtig ausgerichtete, konservative Anleger k├Ânnten Infrastrukturanleihen von Unternehmen, die regelm├Ą├čige und stabile Cashflows erwirtschaften, interessant sein. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die h├Âheren erwarteten Renditen auch durch das Eingehen h├Âherer Liquidit├Ąts- und Bonit├Ątsrisiken erkauft werden. Dazu kommt, dass es hier bislang noch kaum Anlagem├Âglichkeiten gibt.

Immer auf die pers├Ânliche Risikoneigung achten

Die meisten Anleger werden deshalb bei Direktanlagen, die eher der Kategorie Private Equity zuzuordnen sind, oder bei Aktien landen. Dabei ist aber gerade bei direkten Infrastrukturinvestments ├╝ber geschlossene Fondsstrukturen Vorsicht angebracht. Diese sind n├Ąmlich meist teuer und in der Regel kaum liquide. Anleger k├Ânnen solche Produkte also nicht rasch verkaufen und wenn, dann oft nur mit erheblichen Verlusten. Und schlie├člich sind diese Fonds wenig transparent und es ist f├╝r Privatanleger kaum m├Âglich, bei den Fonds und deren Anbietern die guten von den schlechten zu unterscheiden.

Bleiben Aktien. Diese sind neben einer Direktanlage ├╝ber Investmentfonds oder Exchange Traded Funds einfach und oft auf transparente Weise zug├Ąnglich. Und Anleger bleiben damit liquide. Allerdings m├╝ssen Investoren hier ber├╝cksichtigen, dass sie dem Aktienmarktrisiko ausgesetzt sind. Fallen dort die Kurse, dann werden sich Infrastrukturaktien dem kaum entziehen k├Ânnen, auch wenn deren Kurse oft nicht ganz so stark schwanken.

Dies zeigt schon, was ich meine: Auch wenn das Thema noch so ├╝berzeugend und einfach klingen mag, es ist unter dem Strich doch komplex. Und entsprechend hoch ist die Gefahr, in diesem Bereich auf das falsche Vehikel zu setzen und Risiken einzugehen, die man gar nicht eingehen will. Anleger sollten sich deshalb Unterst├╝tzung bei professionellen Finanzplanern holen. Diese k├Ânnen feststellen, ob ├╝berhaupt und wenn ja, welche Art von Infrastrukturinvestments zur individuellen Risikoneigung und zum Anlagehorizont eines Anlegers passt. Und sie k├Ânnen bei der Auswahl geeigneter Produkte wertvolle Hilfestellung leisten. Sonst kann ein Infrastrukturinvestment schnell zur herben Entt├Ąuschung werden.

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