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Finanzielle Verantwortung muss man lernen - möglichst schon im Kindesalter

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KID MONEY
michellegibson via Getty Images
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Kennen Sie das auch? Es ist ein Dauerthema in vielen Familien: die Frage um die Höhe des Taschengeldes. Auch wenn die Diskussion manchmal vielleicht nervt, so ist es doch wichtig, wenn die Kinder und Jugendlichen einen Teil ihrer Ausgaben selbst bestreiten können. Denn ob Klamotten, ein erstes Smartphone, der Kinobesuch oder SĂŒĂŸigkeiten - nur so lernt der Nachwuchs den Umgang mit dem eigenen Budget.

Viele Experten und PĂ€dagogen betonen immer wieder, wie wichtig es ist, frĂŒh erste Erfahrungen im Umgang mit Geld zu machen. Dabei sollten sich Eltern - auch wenn es manchmal schwerfallen mag - zurĂŒckhalten. Denn es ist gerade die Idee des Taschengeldes, den Kindern Verantwortung zu ĂŒbertragen - fĂŒr die Frage, wie viel Geld sie ausgeben und fĂŒr was sie es ausgeben oder ob sie es vielleicht besser fĂŒr grĂ¶ĂŸere Anschaffungen ansparen. Denn es ist klar: Nur wenn die Kids selbst entscheiden, machen sie Fehler, aus denen sie lernen können.

Gerade das Taschengeld bedeutet eine gute Methode, sich Finanzwissen anzueignen, aber auch Alltagskompetenzen zu lernen, wie zum Beispiel Ausgaben zu planen, Entscheidungen zu treffen oder PrioritĂ€ten zu setzen. Ist beispielsweise das neue Smartphone wirklich unbedingt nötig, auch wenn man es sich dann nicht mehr leisten kann, fĂŒr den Rest des Monats mit Freunden ins Kino oder zusammen Shoppen zu gehen?

Aus Kinder werden Kunden
Das Beispiel zeigt: Kinder und Jugendliche mĂŒssen eigene Erfahrungen sammeln - positive wie negative. Die BeschĂ€ftigung mit Geld und wirtschaftlichen ZusammenhĂ€ngen kann man dabei nicht frĂŒh genug lernen. Aus Kindern werden Erwachsene, werden mĂŒndige BĂŒrger, Arbeitnehmer, Unternehmer, Kunden, fĂŒr die Kenntnisse von wirtschaftlichen ZusammenhĂ€ngen immer mehr von Bedeutung werden.

Wichtiger als die genaue Summe des Taschengeldes ist es jedoch, wenn in der Familie selbstverstĂ€ndlich und offen ĂŒber das Thema Geld gesprochen wird. Das Thema Finanzen sollte insgesamt im Elternhaus den Tabustatus verlieren. Gerade in diesen komplexen Zeiten ist ein erstes VerstĂ€ndnis beispielsweise ĂŒber das VerhĂ€ltnis von Einnahmen und Ausgaben, vom Zinseszinseffekt und vom Risiko bei der Geldanlage empfehlenswert.

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder
Welche große Rolle die finanzielle Sozialisierung fĂŒr das spĂ€tere Finanzverhalten spielt, hat eine Studie des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) untersucht. Demnach haben die finanzielle Erziehung durch die Eltern sowie Kindheitserfahrungen mit Geld einen grĂ¶ĂŸeren Einfluss auf die finanzielle Bildung als beispielsweise die Schule. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass die Eltern ihren Kindern zeigen, wie der Umgang mit Geld funktioniert.

Finanzwissen hilft nicht nur spÀter bei der Wahl der Geldanlage, es hilft auch die Folgen von Verschuldung zu verstehen, VertrÀge zu durchblicken und eine finanzielle Schieflage zu vermeiden. Und auch die immer komplexeren FinanzmÀrkte erfordern mehr Anlegerwissen - um Risiken einschÀtzen zu können, Fehler zu vermeiden und Renditechancen zu erhöhen.

Viele Menschen werden heute schon in jungen Jahren mit komplexen Finanzentscheidungen konfrontiert. Sie haben frĂŒh Zugang zu einem Bankkonto, nutzen einen Kredit und sind selbst zustĂ€ndig fĂŒr ihre Altersvorsorge. Nur Menschen mit ausreichendem Finanzwissen sind hier in der Lage, informierte Entscheidungen ĂŒber ihr Spar- und Investitionsverhalten sowie eine Kreditaufnahme zu treffen.

OECD fordert mehr Finanzbildung
Auch die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, ruft immer wieder dazu auf, Finanzkenntnisse frĂŒh zu vermitteln. Die FinanzmĂ€rkte weltweit stĂŒnden Privatanlegern so offen wie noch nie, so die BegrĂŒndung der Experten. Neue Produkte und Finanzdienstleistungen breiteten sich aus, zudem sei das Kredit- und HypothekengeschĂ€ft mit Privatkunden, das bereits zur vergangenen Finanzkrise beigetragen habe, wieder auf dem Vormarsch. Gleichzeitig steigt aber die Verantwortung fĂŒr die private Altersvorsorge.

Doch weil immer weniger Verbraucher sich in finanziellen Themen auskennen, begehen sie entsprechend große Fehler. Wer den Umgang mit Finanzangelegenheiten nicht gelernt hat, nimmt möglicherweise eher einen Kredit auf, legt weniger oder gar nichts fĂŒrs Alter zurĂŒck und bezahlt tendenziell höhere GebĂŒhren fĂŒr Finanzprodukte.

Wissen fĂŒr die richtigen Fragen
Das Ziel muss es also sein, Finanzkenntnisse möglichst frĂŒh zu vermitteln. Es geht um Fragen, wie viel man sparen muss und in welchem Maße man - vor allem im Ruhestand - die Ersparnisse aufbrauchen kann. Gutes Finanzwissen hilft dabei, Entscheidungen zu allen Fragen rund um das Thema Geld selber zu treffen. Und nicht zuletzt ist die frĂŒhe und intensive BeschĂ€ftigung mit Finanzthemen eine wichtige Voraussetzung fĂŒr Anleger, um spĂ€ter ihrem Finanzplaner die richtigen Fragen stellen zu können. Denn nur wer weiß, wie die FinanzmĂ€rkte funktionieren, was Inhaberschuldverschreibungen sind und wo versteckte Kosten bei Versicherungen lauern, der kann seinem Finanzplaner auf Augenhöhe begegnen.

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