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Berliner Politiker: Trotzige Kinder, denen die Obama-Puppe weggenommen wurde

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
Kevin Lamarque / Reuters
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Ja, so ist Demokratie: Gelegentlich wird anders gew├Ąhlt, als es Berliner oder Br├╝sseler Politiker wollen. Der Umgang mit Trump erinnert an trotzige Kinder, denen sie die Obama-Puppe weggenommen haben und die jetzt mit den F├╝├čchen aufstampfen.

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Auch in Wien l├Ąsst sich die dortige "BILD", die Kronenzeitung die Panik-Sensation vom Mann am Atomknopf als Titel-Reisser nicht entgehen.

Streichen wir einfach den "Schock", den unsere so leicht zu erschreckende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen empfunden hat. Trocknen wir die Tr├Ąnen der ARD-Kommentatoren, weil ihre Hillary nicht gewonnen hat und vergessen wir das ZDF, das noch w├Ąhrend der ersten Ansprache des neuen US-Pr├Ąsidenten Donald Trump von Neuausz├Ąhlung und Wahlrechts├Ąnderung faselt.

Betrachtung der Wirklichkeit

Politik beginnt bekanntlich mit der Betrachtung der Wirklichkeit. Nehmen wir es als Fakt, dass Donald Trump am 20. Januar 2017 als 45. Pr├Ąsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt wird. Er ist der m├Ąchtigste Mann der Welt - der Mann, der ├╝ber ein atomares Zerst├Ârungspotential verf├╝gt, den Planeten mehrfach zu zertr├╝mmern; der Mann, hinter dem ein Viertel der Weltwirtschaft steht; der Mann, dessen Geheimdienste weltweit jedes Wort mith├Âren k├Ânnen; und er ist der Mann, der den amerikanischen Traum personifiziert: Dass du es in der Hand hast, dass Freiheit der universelle Wert ist.

Und er ist der Ma├čstab, an dem sich Politiker weltweit ausrichten - in der Zustimmung wie in der Ablehnung. Liebe und Hass werden in Trump-Graden gemessen.

Politische Debatten, ├Âkonomische Analysen und spitze Kommentare von Roland Tichy auf "Tichys Einblick".

Er mag einem gefallen oder nicht. Er ist es. Vor allem: Die Amerikaner haben gew├Ąhlt. Das verdient Respekt. So wie sie wollen, d├╝rfen sie w├Ąhlen, nicht, wie Berlin es sich so vorstellt. Aus Br├╝ssel meldet ein ARD-Korrespondent "Entr├╝stung" ├╝ber das Wahlergebnis. Gut, das versteht man: Demokratisch ist Br├╝ssel nur in Spurenelementen und Wahlen kennt es gar nicht. Aber andere wollen eben ihre Regierung selber w├Ąhlen, und nicht gew├Ąhlt kriegen wie die Europ├Ąer.

Aber wie gehen wir mit der Wahl um?

Au├čenminister Frank-Walter Steinmeier faselt von einem "Hassprediger", weitere Details ersparen wir uns. Das einzige, was uns Steinmeier damit mitteilt ist: Er ist nicht als Bundesau├čenminister geeignet. Diplomaten gehen mit der Lage um, wie sie ist. Nicht wie sie sich die Welt vorstellen.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Donald Trump ist der Pr├Ąsident der Menschen, die in den Medien nicht vorkommen d├╝rfen

Wer sich so anstellt, ist schon gar nicht als Bundespr├Ąsident geeignet. Steinmeier will jetzt mit seinen europ├Ąischen Kollegen ├╝ber die Lage reden. Vermutlich gibt es etwas ├ärger. Da ist die Fraktion der trotzigen Steinmeiers, und die Fraktion der Osteurop├Ąer, der Polen, Tschechen, Ungarn, Litauer, Esten und noch ein paar.

Sie wissen: Trotziges F├╝├če-Aufstampfen hilft jetzt nicht. Denn ihre Freiheit vor Putin k├Ânnen Steinmeier und seine Truppen-Ursel nicht verteidigen mit ihrem Bundeswehrle, deren Panzer nicht schiessen, deren Tornados nicht fliegen und deren Soldaten es nicht gibt, w├Ąhrend sich die Ministerin um Kitas k├╝mmert und Transgender-Soldaten.

Trump wird Europa spalten, ohne sich damit ├╝berhaupt zu befassen. Denn Europa spaltet sich selbst: in Realisten und Trotzk├Âpfchen.

Trotzk├Âpfchen-Politiker Gabriel und Merkel

Zur Trotzk├Âpfchen-Fraktion z├Ąhlt unbedingt der SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Bastelt die Verschw├Ârungstheorie von einer "autorit├Ąren und chauvinistischen Internationalen", einer finsteren Macht, die die schlechte Vergangenheit wieder herstellen wolle.

Gro├čartig, wir sehen Sigmar Gabriel beflissen seine W├Ârter essen, wenn er Beamte der US-Handelsbeh├Ârde darum bittet, doch noch ein paar Autos aus Germany ins Land zu lassen. ├ťbrigens haben wir Gabriel nicht kritisch sprechen h├Âren bei seinem Besuch k├╝rzlich in Teheran.

Da regieren islamistische Fundamentalisten, die Millionen von B├╝rgern auf dem Gewissen haben, Kriege, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und im ├╝brigen Atomwaffen basteln. Dazu kein Wort von Gabriel, auch nicht von der bestehenden Drohung von Mullahs, dass sie Israel vernichten wollen, oder in der bildreichen Sprache der Islamisten: "Ins Meer treiben."

Ach, sind das die wahren Freunde? Und wir w├╝rden Angela Merkel gerne h├Âren, wenn sie bei ihrem Fl├╝chtlings-Dealer Erdogan wie von Trump "Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der W├╝rde jedes einzelnen Menschen, unabh├Ąngig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung" einfordert.

Sagt mal, Politiker, habt ihr einen an der Klatsche? Politik beginnt mit dem Anschauen der Wirklichkeit. Wie oben beschrieben.

Deutsche Politik hat endg├╝ltig das Niveau des Juso-Unterbezirks S├╝dbayern erreicht. Dort gibt es drei Spinner, die vermessen die Welt. In Berlin sind es ein paar mehr.

Mildernde Umst├Ąnde: Journalisten sind noch schlimmer

Die einzigen mildernden Umst├Ąnde, die Berliner Politik erf├Ąhrt, ist, dass Journalisten mindestens noch peinlicher sind, und das ist eine tolle Leistung.

Claus Kleber, der sich ein Auge bereits blind geheult hat, meldet aus den USA: "Ich sp├╝re Trauer, Verzweiflung und Resignation." Das passt ins Bild. Der damalige "Noch-Tagesthemen"-Moderator Thomas Roth prognostizierte mit dem tiefsten Brustton der ├ťberzeugung am 7. August 2015: "Dieser Herr mit dem Namen Donald Trump, Immobilienmilliard├Ąr und r├╝cksichtsloser Superkapitalist," werde es "am Ende nicht schaffen, zum Pr├Ąsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei ernannt zu werden." Ja, das sind eure Prognosen wert, und es geht weiter.

Caren Miosga erkl├Ąrte noch im Oktober 2016 in den Tagesthemen, Trumps gesamte Strategie bestehe darin, "schamlos und ver├Ąchtlich zu sein". Gl├╝cklicherweise sehe es "gar nicht mehr danach aus", als k├Ânnte dieser "m├Âglicherweise Gr├Â├čenwahnsinnige" je "die Geschicke des noch immer m├Ąchtigsten Landes der Welt leiten".

Er tut es, Frau Miosga, und ├╝brigens: Auch heute ist die Sonne wieder aufgegangen, leider gibt es abends wieder Tagesthemen mit immer neuen Fehlprognosen.

Eine ruhige Stimme journalistischer Abgewogenheit wie im - als linksliberal geltenden - STANDARD findet sich in Wien, nicht Berlin: "Was nun ben├Âtigt wird, ist keine Fortsetzung des Alarmismus und der Untergangsprophezie, sondern eine n├╝chterne, l├Âsungsorientierte Politik."

Aber auch in Wien l├Ąsst sich die dortige "BILD", die Kronenzeitung die Panik-Sensation vom Mann am Atomknopf als Titel-Reisser nicht entgehen und BILDblog transportiert den Mist auf Twitter.

Die Zeit lehrt Amerikaner "die Kunst des Widerstands"

Das Beste aber liefert, wie k├Ânnte es anders sein, "DIE ZEIT", respektive ihr Online-Ablegerchen. Sie bietet uns folgendes an: "Wie Trump bek├Ąmpft werden kann -
Die Amerikaner m├╝ssen die Kunst des Widerstands lernen: 10 Ma├čnahmen, die jetzt wichtig sind."

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Was folgt, ist erkennbar: Gr├╝├čen Sie ihren Nachbarn nicht mehr, wenn er anderer Meinung ist als sie, und Journalismus muss sich ├Ąndern:

"Zeitungen m├╝ssen aufh├Âren, L├╝gen kommentarlos wiederzugeben, oder bei Themen wie dem Klimawandel jeweils eine Meinung von Wissenschaftlern und Leugnern einzuholen. Zwischen einem M├Âchtegern-Tyrannen und der demokratischen Opposition gibt es keine neutrale Position. Jeder, der in der heutigen Situation die vorgeblich unparteiischen Konventionen des alten amerikanischen Journalismus weitertreibt, schaufelt an seinem eigenen Grab."

Liebe "ZEIT", Du musst Dich nicht ├Ąndern. Unparteiisch bist Du schon lange nicht mehr; und die Konventionen des fairen Journalismus finden wir vermutlich nur noch auf dem Grabstein deiner Gr├╝nder und von Helmut Schmidt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Tichys-Einblick.

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