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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und die Plagiatsjäger

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VON DER LEYEN
Getty Images
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Politiker haben es nicht immer leicht - vor allem jene mit einem Doktortitel sehen sich häufig Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. Die technischen Möglichkeiten des Internets erlauben es noch viele Jahre später, eine Dissertation auf Plagiate hin zu überprüfen. Das wissen auch bekannte Plagiatsjäger wie beispielsweise VroniPlag oder die Macher von Softwarelösungen wie PlagScan. Letztere ist in der Lage, ein Dokument beziehungsweise eine Dissertation mit Milliarden von Texten abzugleichen und verdächtige Übereinstimmungen zu identifizieren.

So steht eines fest: Abschreibern und Betrügern geht es immer häufiger an den Kragen.

Fehler oder Betrug?

Hier wäre grundsätzlich zu klären, wo fehlerhaftes Zitieren aufhört und betrügerisches Abschreiben anfängt! Die Grenzen sind wohl eher fließender Natur und meistens Interpretationssache der jeweiligen Kommissionen und Gremien der Hochschulen.

Das zeigt auch das aktuelle Beispiel des Plagiatsvorwurfs bezüglich der Dissertation von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen - sie durfte nach eingehender Prüfung jüngst ihren Doktortitel behalten. Ein umstrittenes Ergebnis, denkt man hier an Silvana Koch-Mehrin, Annette Schavan oder Karl-Theodor zu Guttenberg, die als Plagiatorin beziehungsweise Plagiator überführt wurden, um im Bereich der Politik zu bleiben.

Doch was ist eigentlich Plagiieren beziehungsweise ein Plagiat?

Das Wort Plagiat leitet sich vom französischen plagiaire ab, was soviel wie "Dieb geistigen Eigentums" bedeutet. Drastischer wird es, legt man die lateinische Wortherkunft plagiārius zugrunde - "Seelenverkäufer oder Menschenräuber".

Allgemein und im Volksmund wird ein Plagiat als Anmaßung von fremdem geistigem Eigentum angesehen - das betrifft jedoch nicht nur Texte. Auch Medien wie Fotos, Filme und Tonaufnahmen sind davon nicht ausgeschlossen. Zudem gilt auch das Anmaßen fremder Ideen wie beispielsweise Erfindungen oder wissenschaftliche Erkenntnisse und Arbeiten als Plagiieren.

Und hier wären wir wieder bei der Grauzone, in der sich Verteidigungsministerin von der Leyen - lassen wir dahingestellt, ob freiwillig oder unfreiwillig - damals begeben hat. Ihr Glück, dass Plagiate gesetzeswidrig sein können, es jedoch nicht sein müssen. In der Wissenschaft verstößt ein Plagiat in der Regel gegen Prüfungsordnungen und Universitätsrecht.

Werden Politiker bevorzugt behandelt?

Die Kommissionen und Gremien sehen sich von Fall zu Fall einer immer größer werdenden Zahl von Hinweisen ausgesetzt, die Plagiatsjäger in mühevoller Kleinstarbeit zusammengetragen haben. Jedoch ist die Entscheidung über den Entzug des Doktortitels einer in der Öffentlichkeit stehenden Politikerin oder eines Politikers äußerst komplex.

Bei einem von der Hochschule eingeleiteten Verfahren geht es in erster Linie um die persönlichen Einschätzungen der Gutachter, jedoch fließt auch immer eine Bewertung des damaligen und heutigen Wissenschaftsstils mit in die Entscheidung ein. Was heutzutage als klarer Regelverstoß gilt, war unter Umständen zur Entstehung der Dissertation gängiger Wissenschaftsstil.

Gerade in Hinblick auf die Komplexität und die vielen einflussnehmenden Faktoren ist es als kein Wunder, dass der Verdacht einer Bevorzugung - begründet oder unbegründet - keinesfalls restlos auszuräumen ist.

Aus derartigen Affären lernen

Die ständig in den Medien stehenden Plagiatsaffären werfen eine Vielzahl an Fragen auf. So steht zur Disposition, ob die gute wissenschaftliche Praxis, die von der Mehrzahl der Autoren im akademischen Umfeld gezeigt wird, durch die Plagiatoren vollends entwertet ist. Zudem wünschen sich viele Doktorandinnen und Doktoranden einen zuverlässigen Ansprechpartner, wenn diese nur über mangelnde Kenntnisse im Zitieren verfügen.

Die Lösung liegt auf der Hand. Angehende Doktoren sollten einen professionellen Ghostwriter beauftragen. Was im Kontext von Plagiaten im ersten Moment etwas seltsam klingt, ist jedoch eine zuverlässige Methode, um sich nicht selbst mit den Fußnoten und der richtigen Zitierweise herumzuschlagen.

Dabei geht es nicht darum, dass ein Ghostwriter für eine Doktorandin oder einen Doktoranden eine Dissertation verfasst, sondern fundierte Hilfestellung leistet. Abseits der in der Bevölkerung dominierenden Vorurteile ist ein Ghostwriter nämlich ein wichtiger Berater für einen Akademiker.

Er kennt sich mit den - gerade bei akademischen Arbeiten - viel beachteten Formalien bestens aus. Durch eine eingehende Prüfung sind fehlende Fußnoten und eine fehlerhafte Zitierweise nahezu ausgeschlossen.

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