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Warum es so schwer ist, Beweise für Trumps Deal mit Russland zu finden

07/03/2017 12:46 CET | Aktualisiert 07/03/2017 12:46 CET
GETTY Sean Gallup

Die Verbindung zwischen Donald Trump und Vladimir Putin war schon vor der Wahl nicht zu übersehen.

Wir wissen, dass Putin Obamas Russland-Politik nicht unterstützte. Und dass er eine Präsidentschaft der Hardlinerin Hillary Clinton noch mehr fürchtete.

Wir wissen, dass Putin beim Cyber-Angriff auf die Clinton-Kampagne seine Hände im Spiel hatte.

Und wir wissen, dass Trump die Russen laut und öffentlich dazu aufforderte, ihre Interventionen nicht zu stoppen.

Wir wissen, dass Trump und seine Familie - eine kommerzielle Einheit - intensive Geschäftsbeziehungen zu Russland pflegten.

Wir wissen, dass Trumps Kampagnenhelfer mit russischen Vertretern in Kontakt standen - sowohl während der Kampagne als auch in der Zeit zwischen Bekanntgabe der Wahlergebnisse und Trumps Vereidigung.

Und wir wissen, dass Trump Putin in seinen Reden Zugeständnisse gemacht hat - dass er sich außenpolitisch von der atlantischen Allianz abkehre und Russland eine freiere Hand in Europa und dem Rest der Welt gewähre.

Das reicht allerdings noch nicht, um Trump wegen Missachtung der Verfassung anzuklagen - weder wegen Staatsverrats noch wegen des Profits, den er aus der günstigen Beziehung zu Putin zieht.

Obwohl letzteres gegen die Bezügeklausel und das Gewohnheitsrecht verstößt.

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Was würde für eine Anklage also reichen?

Zum Beispiel der Beweis über eine eindeutige Abmachung.

Wir wissen, dass FBI und CIA mit Unterstützung der NSA weiterhin ermitteln, um herauszufinden, wie intensiv der Kontakt und die Unterstützung zwischen Trump und Putin wirklich sind.

Es macht Trump, der als CEO daran gewöhnt ist, der alleinige Herrscher zu sein, natürlich wütend, dass er diese Ermittlungen nicht verhindern kann. Je mehr er das nämlich versucht, umso mehr Misstrauen zieht er auf sich.

Es wird aber nicht damit getan sein, Ja-Sager und Verhandlungen nur stillschweigend zu dokumentieren.

Was wir brauchen, ist ein offensichtlicher Beweis in Form eines expliziten quid pro quo.

Das Problem dabei: Solche Abmachungen werden nicht oft schriftlich festgehalten und selbst Gesprächsprotokolle dokumentieren solche quid pro quos selten.

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Selbst wenn Trumps Stellvertreter, wie zum Beispiel Michael Flynn, offensichtliche Abmachungen träfen, könnte sich Trump damit rausreden, dass sie eigenständig und ohne sein Mitwissen agiert hätten.

Bis zum Ende der Ermittlungen werden wir also nicht wissen, wie explizit Abmachungen mit Russland getroffen wurden.

Eine andere Möglichkeit, die Trumps Präsidentschaft gefährden könnte, ist ein misslungener Vertuschungsversuch.

Es könnte sein, dass Trump sich selbst eine Grube gräbt, während er versucht, die Ermittlungen zu stoppen. Dazu kam es fast, als Berater des Weißen Hauses versuchten, das FBI dazu zu überreden, einen Beitrag der New York Times über bevorstehende Ermittlungen zu verhindern.

Aber es gibt eine weitere Serie von Aufdeckungen, die Trumps Präsidentschaft gefährden könnte: So sagte Deep Throat einst zumindest in der Filmversion „All the President's Men": „Folgt dem Geld."

Folgt dem Geld.

Trumps gesamte Karriere dreht sich um Geld - so viel Geld wie möglich verdienen, oftmals auch mit krummen Geschäften.

Also muss diese Serie von Aufdeckungen, die Trump zu fürchten hat, beweisen, dass die Russen entweder Trump direkt Geld zuspielen oder dass sie Wege gefunden haben, seine Kampagne mit zu finanzieren.

Diese beiden Möglichkeiten sollten bei den weiteren Ermittlungen im Vordergrund stehen.

Die Russen haben schließlich die Kampagne von Marine LePen, dessen revisionistischer Blick auf Russland und schmeichelnde Worte über Putin stark an Trump erinnern, auch schon mitfinanziert.

Sie nutzen bekannterweise nicht nur Fehlinformationen, Störungen und Erpressung.

Sie nutzen Geld.

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Komisch, dass Trump verunsichert ist und Angst hat, dass Obama sein Büro verwanzt hat.

Die Sicherheitsagenturen mussten ihn gar nicht überwachen, sie haben ja schon die Russen verwanzt.

Wenn sie über politische Abmachungen zwischen Amerika und Russland gestolpert sind, dann zufällig.

Bleibt dran.

Der Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

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