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Winterzeit - Kaminzeit - warum qualmt es so?

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Es liegt an der Technik, wenn der Kamin qualmt

Wer sich an der Tanke oder im Baumarkt etwas Holz kauft und seinen Kamin nur wegen der Atmosphäre anmacht, hat häufig wenig Erfahrungswerte. Qualmende Kamine und viel Asche sind die Folgen. Aber wie heizt man denn richtig?

Im Kamin ist häufig eine Klappe, die im Frühjahr oder beim nicht benutzten vom Kamin geschlossen wird. Die Luft soll dann nicht durch den Kamin ziehen. Wer vergisst, diese Klappe vor dem Entfachen wieder zu öffnen, der hat seine Wohnzimmerwände hinterher nicht mehr in strahlend weiß. Wer nicht mehr in den Kamin greifen und die Klappe öffnen kann, sollte mit möglichst wenig Wasser sehr gezielt löschen. Man stelle den Wassereimer also neben den Kamin und entnehme das Wasser mit einer Tasse.

Der nächste Punkt ist, dass viele mit Papier anfachen oder sogar mal Papier mit Kunststoffresten in den Kamin geben. Kunststoff darf generell nicht mal in kleinsten Mengen in das Feuer gegeben werden. Papier ist ok, wird aber sehr viel Asche abwerfen. Man sollte dieses eher recyceln und Anmachholz oder Kaminanzünder verwenden. Man sollte mit flüssigem Kaminanzünder sehr vorsichtig sein. Oft genug brennt es noch nicht und man möchte noch etwas mehr Flüssiganzünder geben. Wenn dieser wie Benzin oder Alkohol reagiert, steht man vor Schreck vielleicht in Flammen. Wer nicht ausversehen den falschen Flüssiganzünder kaufen möchte, sollte bei Feststoffen bleiben.

Der nächste Punkt für den qualmenden Kamin wäre das unbrauchbare Kaminholz. In der Tanke oder im Baumarkt werden gutes Holz und gute Briketts angeboten, die allerdings auch ihr Geld kosten. Wer einen Garten hat oder am Waldstück wohnt, der kommt in Versuchung, eigenes Holz zu verfeuern. Man darf im Übrigen nicht einfach in fremden Wäldern Holz sammeln, das ist Diebstahl und somit strafbar.

Man sollte niemals frisch geschlagenes, nasses oder morsches Holz für den Kamin verwenden. Holz muss zuerst absterben, es soll zudem trocken gelagert werden und wenn es bereits morsch ist, braucht man es auch nicht mehr trocknen, da es seinen Brennwert schon verloren hat. Im Wald sind es auch die Äste, die nicht flach am Boden liegen und schon ihre Rinde verlieren, die am besten brennen. Weichholz soll deswegen zwei bis drei Jahre und Hartholz sogar fünf Jahre trocken lagern. Dabei reicht es, wenn man es auf ein paar Lochgesteinplatten im Freien lagert, damit die Nässe nicht hoch zieht. Wer noch eine Plane über diese Holzmiete legt, der schützt alles vor Regen. Das wäre bei einer zwei Meter hohen Holzmiete nicht einmal notwendig, da nur die Außenschicht nass wird.

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Der richtige Ofen macht den Unterschied

Nachdem alle wissen, wie es nicht geht, hier einige Tipps. Der Raum zum Kamin muss natürlich genug Frischluft anziehen können. Ohne Nachschub kann die Luft immerhin nicht aufsteigen und es qualmt. Beim offenen Kamin wird die aufsteigende Luft auch die Wärme zum Großteil raus tragen, ein geschlossener Ofen wäre im Vorteil. Hier gibt es viele Modelle mit thermostatgesteuerter Lüftung, mit der man eine Temperatur halten und effektiver heizen kann. Einige der Öfen können sogar an einen Wasserkreislauf angeschlossen werden, um damit die Heizkörper zu heizen. Den richtigen Ofen zu haben, macht also einen entscheidenden Unterschied. In vielen Siedlungen oder Regionen müssen die Öfen zudem Brennwertvorschriften für CO2 und Feinstaub erfüllen, hier wäre der Schornsteinfeger ein kompetenter Ansprechpartner.

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Anmachtechniken für den Kamin

Wie macht man denn gutes Feuer? Neben dem richtigen Ofen und dem richtigen Holz kommt es auf die Anmachtechnik an. Es gibt zum Entfachen vom Kamin ein Grundprinzip, dass man einmal verstanden haben sollte: Man stelle sich ein Brett vor, an dessen unteren Seite man das Feuer hält. Es entstehen etwas Glut mit einigen Flammen. Man nimmt das Feuerzeug weg, das Feuer geht aus. Wenn jetzt aber zwei Bretter dicht nebeneinander gestellt werden und man ebenfalls unten Feuer gibt, dann entsteht ein Hitzeherd. Die Glut wärmt die andere Seite und diese wärmt zurück, die Flammen können nicht zur Seite abstrahlen und das Feuer frisst sich hoch. Man muss das Kaminholz also dicht zueinander mit zwei bis drei cm breiten Spalten legen. Die Flammen müssen immerhin lodern können, aber mit engen Spalten bildet sich der Hitzeherd. Man sollte einfach mal ein Stück vom Kaminanzünder entfachen und zwischen zwei nebeneinander liegende kantige Knüppel legen. In 90° versetzt legt man zwei weitere Knüppel darüber und achtet immer auf die engen Spalten. Wenn die Flammen von unten nach oben gegen gutes Holz lodern, werden sie schnell wachsen.

Man kann auch mit kleinem Anmachholz solch einen „Scheiterhaufen" oder halt einen kleinen Holzhaufen schichten und den Kaminanzünder rein legen. Hier könnte man einen besonders feinen Scheit auch einfach mit dem Feuerzeug entfachen und in diesen kleinen Haufen legen. Wenn dieser bereits Glut bildet und richtig lodert, kann man auf dem kleinen Haufen den „Scheiterhaufen" mit großen Scheiten aufbauen. Diese 90° versetzte Bauweise auf zwei oder sogar drei Ebenen mit zwei oder drei schmaleren Scheiten pro Ebene, eignet sich zum Anfachen. Nachdem die Glut erst einmal da ist, muss man nicht mehr darauf achten sondern nur rechtzeitig nachlegen.

Die Scheite dicht mit schmalen Spalten zueinander legen und aufstapeln - aber nicht so dicht, dass die Flammen nicht abziehen können - dann braucht man zum Kamin Anfachen nicht viel Anmachholz oder Kaminanzünder. Voraussetzung ist jedoch das geeignete Kaminholz, mit dem es nicht viel qualmen wird. Wer doch mal einen minderwertigen Scheit hat, der sollte ihn erst auflegen, wenn sich bereits Glut gebildet hat.

Wer am nächsten Morgen noch Glut haben möchte, sollte Eiche auflegen. Wenn das Feuer schnell wieder ausgehen soll oder man oft nachlegen will, sollte ein Weichholz gewählt werden. Die Silberweide brennt als Beispiel weg wie Papier, bildet aber weniger Asche. Wer größere Mengen Holz verfeuern möchte, sollte in seiner Region nach Anbietern für Kaminholz suchen, die dieses bereits gescheitet in Raummetern anliefern.

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