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Wie Jesus euch ans Kreuz geschlagen hat

25/03/2016 18:03 CET | Aktualisiert 26/03/2017 11:12 CEST
Robert Brungert

Ganz viel leiden ist ganz toll - oder nicht?

Jesus ging einen Leidensweg, an dessen Ende leider das Christentum mündete, dem wir nicht nur in Europa als ungläubige Atheisten oder gläubige Heiden heute noch immer ausgesetzt sind.

Er lief kreuz und quer durch Palästina und hatte die Eigenschaft, vieles auf kritische Weise anders zu sehen und erzählte den Leuten seine vielleicht auch wahnhaften Gedanken. Wenn die Überlieferungen denn stimmen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Das sind dann bei den meisten täglich 5 + 5 Minuten, das sollte wirklich jeder von uns noch schaffen. Diese Zuhörer liefen Jesus Scharenweise hinterher, um sich all das anzuhören, da ihnen viele positive oder interessante Werte vermittelt wurden.

Es gab halt noch kein Fernsehen oder Computergaming und die Leute redeten noch miteinander oder einer erzählte den anderen etwas. Das nennt sich predigen und es lohnt bei den meisten nicht, ihnen zu zu hören. So kam es dann jedoch, dass sie ihm irgendwann auch hinterher kamen und ans Kreuz schlugen.

Durch das öffentliche Interesse fiel Jesus eben nicht nur seinem Stammpublikum auf sondern auch denen, die dieses Publikum nicht mehr erreichen konnten, die Angst um ihre Bekanntheit hatten. Schnell wurden ein paar Anschuldigungen ersonnen und braun gebrannt ging der „Heiland" auf ins Himmelreich. Oder vielleicht auch nach dem Wiederauferstehen zum endgültigen Sterben in die Wüste.

Aus Opfern wurden Täter und deren Opfer sind noch heute wir alle.

Leider hat man Jesus damit nicht einfach vergessen sondern gründete eine Religion, die sogar als das Christentum nach ihm benannt wurde. Ab dem Punkt, dass es zur Staatsreligion im römischen Imperium wurde, geht es im Christentum jedoch eher unchristlich zu. Aus Opfern wurden Täter und deren Opfer sind noch heute wir alle.

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Warum hängen nun wir allesamt am Kreuz?

Nach dem Vorbild von Christus lassen Christen einander und auch alle anderen Leiden. Das ist ganz toll und man fährt ins Himmelreich auf. Oder auch nicht. Wer am meisten gelitten hat, ist am heiligsten und so hilft man einander ordentlich nach.

Die von Jesus gepredigte Nächstenliebe spart man dabei natürlich ein. Und deswegen hängt Jesus uns vermutlich unwollend allesamt an das Kreuz, an dem er einst hing. Damit beweist sich anhand der Beweismittel der Hexenverbrennung, Religionskriege oder der Spanischen Inquisition sehr offensichtlich, dass diese Kirche ihren „Heiland" niemals verstanden hat oder ansonsten vorsätzlich das genaue Gegenteil dieser Absichten umsetzt.

Wir wollen Jesus nun keine böswilligen Absichten unterstellen, nur da wir mit dem Christentum gestraft wurden. Wie sollten wir auch? Er kam auf die Welt, passte nicht in das vorgefundene System und rebellierte dagegen zurecht auf.

Er klärte die Bürger über diese Scheinheiligkeit auf, sich Positiv darzustellen und dabei unentwegt Schlechtes zu machen und wurde deswegen auf tragische Weise bekannt. Dass sich das Christentum bildet und sich ebenfalls positiv darstellt und dabei negativ auf uns Einfluss nimmt, war ein unglücklicher Zufall und gewiss nicht seine Absicht. Er hätte uns seine Wertevorstellung nahebringen wollen aber nicht aufgezwungen. Der Mann lief da halt so herum und hatte wie alle anderen immerhin auch ein Recht zu leben, nachdem er das Licht der Welt erblickte.

Es ist vielleicht wie mit dem Fluch der Indianer, die dem weißen Mann den Tabak gewiss nicht aus böswilliger Absicht gegeben haben. Oder sind die Rothäute allesamt Schuldig für ca. 6 Millionen Tabaktote im Jahr?

Damit wären wir gewiss glücklicher als mit ideologischen Zwangsjackensystemen.

Und wenn diese Christen sagen, dass er die Schuld aller auf sich nimmt, um uns zu erlösen, warum ist uns deren bis heute anhaltende Doofheit und das Mittelalter nicht erspart geblieben? Weil eben nicht Jesus oder ein angeblicher Gott für unser Erdenglück oder Seelenheil verantwortlich ist sondern wir einander nur respektieren und es uns gönnen müssen. Damit wären wir gewiss glücklicher als mit ideologischen Zwangsjackensystemen.

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Hätte Maria abgetrieben, wäre uns das erspart geblieben

Radikale Christen sind selbst in der heutigen Zeit gegen selbstbestimmte Abtreibungen. Sogar gewaltsam geschwängerte Frauen sollen austragen, auch in Afrika. Ist das den noch ungeborenen Kindern wirklich zumutbar, in ein Leben ohne Zukunft gezwungen zu werden? Wer will schon denen ausgesetzt sein, die einem hinterher kommen und einem ihre Lebensweise vorgetäuschter Ideale zwanghaft aufbürden?

Kurz vor Ostern demonstrieren einige radikale Christen immer mit ihren 1000 Kreuze Märschen gegen das Recht auf Abtreibung. Gegner werfen ihnen gerne diese Parole entgegen: „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben". Ergänzend kann dazu gesagt werden, dass auch Jesus so einiges erspart geblieben wäre. Es hat gewiss wenig Freude gemacht, von solchen Leuten ans Kreuz geschlagen zu werden.

Was würden heutige Christen mit einem „Jesus Hippie" machen? Sie würden ihn für Verrückt erklären und „mit den rothaarigen verbrennen". Die sind rein garnichts besser als diejenigen, die ihren „Heiland" einst ans Kreuz schlugen.

Wir, als die gläubigen Atheisten und ungläubigen Heiden hängen nun am Kreuz des Christentums. Sie kommen einem mit ihren verfehlten Moralvorstellungen hinterher und wollen uns sagen, was gut und richtig ist.

Mit welchem Recht? Weil irgendwann mal einer durch die Wüste lief und ein paar andere Leute sich was aufs Papier geschrieben haben? Wobei man von diesen angeblichen Idealen doch eher das direkte Gegenteil umsetzt?

Ganz bestimmt sind diese Personen dazu nicht im Recht, wenn sie uns aufgrund dieser vorgetäuschten guten Absichten für unsere sexuelle Ausrichtung, unser andere Meinung, unsere andere Haarfarbe oder eben unseren Drogenkonsum mit direkter und indirekter aber doch zwanghafter Anmaßung auf „den gerechten Weg der Tugenden" lotsen wollen.

Christen sind allesamt ganz schlimme Sünder, die vorm Jüngsten Gericht unausweichlich zur ewigen Pein in der Verdammnis verurteilt werden. So stehts geschrieben. Wer das nicht will, sollte seine Faulheit überwinden und amtlich aus der Kirche austreten und jeder Religion entsagen. Nur so sind wir mit dem Tod wirklich auch Tot und müssen uns nicht bis in alle Ewigkeit mit denen abquälen.

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