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Wer wählt denn noch immer diese Politik?

17/05/2017 12:12 CEST | Aktualisiert 17/05/2017 12:12 CEST

Wahlen sind keine Fußballwetten

Bei Fußballwetten setzen viele auf die Mannschaft, bei der sie den Sieg vermuten oder sogar erwarten. Die andere Strategie lautet, auf Außenseiter zu tippen, da im Gewinnfall die Quoten besser sind. Aber auch hier werden nur aussichtsreiche Außenseiter berücksichtigt. In der Politik scheinen viele das beim Wählen genau so zu machen. Sie wollen nach der Wahl zu den „Gewinnern" gehören und tippen deswegen auf die Partei, die vermutlich gewinnen wird. Oder sie wählen das geringere Übel, welches die einen in der SPD, die anderen in der CDU sehen. Wer jedoch das geringere Übel wählt, der wählt noch immer ein Übel.

Warum nicht einfach ein „Fan" sein und auf die „Mannschaft" setzen, die einen nicht offensichtlich selbstverschuldet die letzten Jahrzehnte über enttäuschte und einen deswegen wirklich überzeugen kann? Fakt sollte doch sein, dass unwählbare Parteien schlichtweg nicht gewählt werden. Wenn dann nur noch aussichtslose Kleinparteien über bleiben, dann wird eben eine von diesen gewählt, um ein Zeichen zu setzen. Denn wenn alle die „üblichen Verdächtigen" abwählen, die eben diese Politik betreiben, die eigentlich wir alle als die absolute Mehrheit nicht wollen, dann hat diese Politik ein Ende. Wer hingegen auf den vermutlichen Gewinner tippt oder das geringere Übel wählt, der segnet diese Politik, die bereits sehr lange am Wähler vorbei regiert, damit nur ab.

Wutwähler?

Etwas muss hier noch in aller Deutlichkeit angemerkt werden: Wenn man die „üblichen Verdächtigen" nicht mehr wählt, dann darf deswegen in keinem Fall eine dieser rechten oder versteckt rechten „hau-drauf" Parteien wie die AfD gewählt werden. Diese „einfachen Lösungen" in der Politik können leider auch in Schutt und Asche enden, wie wir es in Deutschland bereits kennen. Man hat sich unter den anderen Parteien natürlich für eine der sozialen und friedlichen Parteien zu entscheiden, wenn man sozialere und friedlichere Politik will. Feuer mit Benzin zu löschen wäre immerhin „keine Alternative für Deutschland".

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Die absolute Mehrheit wählt Politik, die sie nicht will

Damit hier die Frage an alle: Wer ist denn noch immer so doof, die Parteien weiterhin zu wählen, die eben die Politik betreiben, die eigentlich doch keiner von uns will? Leider lautet die Antwort: Die absolute Mehrheit wählt genau diese Politik, die wir abwählen müssen. Wenn wir CDU/CSU, SPD, die Grünen und die FDP zusammen rechnen, dann ist es leider wirklich fast immer diese absolute Mehrheit, die vielleicht nicht immer die identische Politik macht. Aber genau diese absolute Mehrheit macht immer diese Politik, die am Wähler vorbei geht.

Was soll Politik in der Demokratie machen?

Leider ist Politik immer von wirtschaftlichen Interessen getrieben, da man im Innern und auch im Äußeren einfach nicht abgehangen werden will. Also muss man selber besser sein oder die anderen auf den Kopf treten, wenn sie das Leiterchen hoch geklettert kommen. Oder denkt hier wirklich irgendjemand, dass z.B. Afrika arm ist? Blicken wir der Realität ins Auge: Afrika wird mit Zwang arm gehalten. Großer Unterschied.

Und genau solch einen Unterschied gibt es auch in der Politik, die sich mit der Wirtschaft oder mit Angebot und Nachfrage vergleichen lässt. Der Wähler ist derjenige in der „freien Marktwirtschaft der Wahlen", der die Ware nachfragt. Er geht wählen und wählt die Angebote der Politiker. Er fragt z.B. mit 35% die CDU und mit 30% die SPD nach. Natürlich handelte es sich um werbliche Angebote, die der Realität nicht nahe kommen: Wie auch die letzten Jahrzehnte erhalten wir die Mogelpackung. Den Unterschied begriffen?

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Warum blicken wir nicht einfach einige Jahrzehnte zurück und entscheiden uns dagegen? Wenn wir seit 30 Jahren VW oder Ford fahren und damit letztendlich sehr unzufrieden sind, dann kaufen wir doch beim nächsten Mal eine andere Marke oder eben direkt das Fahrrad. Es ist doch keiner so doof, der seit Jahrzehnten das „Produkt" kennt und damit unzufrieden ist, dass er es beim nächsten Mal noch einmal kauft. Dabei sind CDU/CSU, SPD, die Grünen oder die FDP nur die „Brandings" vom gleichen „Hersteller" und dieser heißt imperialer Kapitalismus und ist von der Mär vom ewigen Wachstum sprichwörtlich abhängig. Ihm folgt unweigerlich der Faschismus, mit dem die Karten für die nächste Runde „Monopoly" neu gemischt werden.

Diese Einheitsparteien gehören alle zum gleichen System und liefern uns die Mogelpackung nur in anders gestalteter Verpackung. Das ist wie Mc Donalds oder Burgerking. Wenn ich das weiß, dann wähle ich doch eher ein anderes Produkt und wähle in der Politik lieber eine soziale und humane Kleinpartei, von der ich fest ausgehe, dass sie nicht einmal annähernd die Chance hat, über 5% zu kommen. Wenn das dann wirklich alle so machen würden, die sich andere Politik wünschen, dann ... Dann hätten wir nicht anders verpackte Politik sondern wirklich andere Politik, die sozialer und friedlicher ist.

Dieser Artikel geht im Übrigen auf ein Interview mit dem Hanf-Piraten Lucas Lamla am Tag vor der NRW Landtagswahl zurück. Lucas Lamla saß von Mai 2012 bis Mai 2017 im NRW Landtag und rannte gegen die Einheitsparteien Sturm, um unter anderem eine andere Cannabispolitik zu erringen. Auch ohne den offensichtlichen Erfolg oder großen Durchbruch werden die Piraten auch in NRW für die Erringung ihrer politischen Ziele weiter kämpfen.

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