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Wenn Cannabis Kinder rettet

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Wenn Kinder vielleicht sterben müssen

Einst war die Kindersterblichkeit hoch und vielfach wusste man gar nicht so genau, woran ein Kind wirklich gestorben ist. Heute ist die Kindersterblichkeit in Europa extrem gering, unsere Welt ist allerdings auch „schmutziger". Krankheiten, denen man doch nur im Alter erliegt, raffen immer wieder Kinder dahin, die noch keine 10 Jahre alt sind. Wie fühlt sich das für die Angehörigen oder Ärzte an, wenn ein Mensch, der noch nie so richtig gelebt hat, es auch niemals wird? Gerade den Eltern ist dann alles egal und sie nehmen häufig nicht nur psychisch einen beträchtlichen Schaden.

Und jetzt gehen immer wieder Berichte durch die Medienlandschaft, dass genau dieses Cannabis, vor dem die Jugend zu schützen ist, Kindern das Leben rettet. Je nach rechtlicher Rahmensituation ist die Behandlung selbst mit potentem Marihuana in hohen Dosen zulässig. In den USA hat es bereits Fälle gegeben, in denen das eine Elternteil das andere verurteilte, weil das krebskranke Kind über Wochen oder Monate völlig zugedröhnt war. Und die Rede ist von Kindern und nicht Jugendlichen. Weiterhin gehen Bilder von Kleinkindern durch die Social Media Kanäle, die dutzende epileptische Anfälle am Tag hatten, bis sie mit Cannabisextrakten behandelt werden konnten. Zum besseren Verständnis: Auch Epilepsie endet immer wieder tödlich und ist genau wie Krebs alles andere als angenehm.

Selbst in Deutschland werden immer mehr Kinder mit Cannabismedikamenten durch geschulte Ärzte behandelt, da diese keine anderen tragbaren Alternativen mehr sehen. Da die Kinder noch in der Entwicklung sind, sind auch ihre Organe besonders empfindlich. Deswegen kann der Arzt den Kindern nicht die gleichen Medikamente oder Dosen wie einem Erwachsenen geben, da diese Kinder dann sogar noch schneller am Organversagen sterben würden. Mit Cannabisextrakten kann das hingegen nicht passieren. Solange für die medizinische Behandlung das berauschende Tetrahydrocannabinol nicht notwendig ist, kann das Kind mit einem Extrakt rauschfrei behandelt werden.

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Wenn Kinder wegen Cannabis leben dürfen

Es gibt zum einen die unheilbaren oder chronischen Leiden, die andauernd weiter behandelt werden müssen. Die „Behandlung" kann nicht nur durch Medikamente sondern auch durch einen anderen Lebenswandel erfolgen. Dann gibt es Erkrankungen, die geheilt werden können. Einige sind wie der Schnupfen, den man sich lediglich bei nächster Gelegenheit erneut einfängt. Andere Erkrankungen lassen sich hingegen auf Dauer wirklich heilen. Cannabis ist hierbei natürlich kein Allheilmittel sondern sollte einfach eine der Optionen sein, auf die der Mediziner zurück greifen kann. Das geht heute in Deutschland und vielen anderen Ländern bereits aber nur unter maßgeblichen Einschränkungen und damit ungenügend. Weiterhin wollen viele Mediziner einfach nicht „Rauschgift" an ihre Patienten geben und haben doch den ganzen Schrank voll bedenklicher Mittel, die sie bedenkenlos raus geben.

Auch vor 40 Jahren wird es ganz vereinzelt schon kundige Menschen gegeben haben, die ihre Kinder mit Cannabis behandelten. Das erreichte jedoch nicht die Öffentlichkeit sondern höchstens deren Festnahme und die Totenanzeige vom Kind. Seit Jahren erreichen jedoch viele Erfolgsgeschichten die Öffentlichkeit und immer mehr Kinder dürfen wegen Cannabis länger und vor allem auch angenehmer leben. Dennoch handelt es sich noch um Einzelfälle.

Kindern oder Jugendlichen soll natürlich kein Cannabis gegeben werden, damit sie sich berauschen und vielleicht schön ruhig sind. Aber wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, sollte man den Cannabis doch probieren und bei einer Linderung der Leiden auch verwenden, wenn sich das Kind oder der Jugendliche nicht grundsätzlich dagegen ausspricht. Bei den damit überflüssigen Medikamenten freuen sich die Kinder und Jugendlichen oft sogar, wenn sie vom Cannabis „nur" Stoned sind.

Selbst wenn das Thema alles andere als fröhlich ist, sollte es doch alle Leser freuen, dass schon heute immer häufiger Kinder durch Cannabis länger und besser leben dürfen und man vielleicht auch mal Kindern und Jugendlichen in den eigenen Kreisen mit dem Hanf auf legalem Wege das Leben retten kann.