BLOG

Wegen dem Fipronil-Skandal eigene Hühner halten

18/11/2017 14:11 CET | Aktualisiert 19/11/2017 21:35 CET

Ein eigener Garten reicht bereits

Lebensmittelskandale wie der Fipronil-Skandal, wegen dem fast in der ganzen EU und weiteren Ländern belastete Eier entsorgt werden müssen, sind leider keine Seltenheit. Ohne gesetzliche Regelungen und damit möglichen Kontrollen wäre alles weit schlimmer. Dennoch sind auch Lebensmittel, die diesen Regelungen entsprechen, immer häufiger sehr fragwürdig:

Hoher Anteil mit Zucker oder Fett von schlechter Qualität

Hochgezüchtete Sorten oder Arten mit geringem Nährstoffwert

Belastungen durch Ackergifte und Umweltgifte

All das lässt Pharmakassen klingeln und man fragt sich, ob billiges Essen nicht letztendlich sehr teuer für die Volkswirtschaft ist. Warum nicht einfach alles beim Biobauern, von seriösen Biomarken oder anderen vertrauenswürdigen Quellen kaufen? Warum nicht selber das ein oder andere Lebensmittel produzieren? Wer einen eigenen Garten mit einem Schuppen hat, der kann doch einfach den Schuppen etwas dämmen und umbauen sowie einen Freilauf einzäunen. Wer Hühnerrassen nimmt, die nicht gut fliegen können, braucht keinen hohen Zaun, es gibt sogar solche, die komplett flugunfähig sind, wirklich fliegen können Hühner generell nicht. Wenn es keine Gefahren gibt, können die Hühner auch nach einer Eingewöhnung frei laufen, sie kommen zum Hühnerstall beziehungsweise zum Futter zurück.

2017-11-18-1511009703-427909-huehnerhaltung.jpg

Grundwissen zu Hühnern

Hühner gibt es genau wie Tomaten als Rassen oder Hybriden. Hybriden werden aus zwei Rassen gekreuzt und haben für eine Generation bessere Eigenschaften, zerfallen aber schon in der folgenden Generation, womit sie nicht für die Zucht geeignet sind. Es geht soweit, dass nicht einfach zwei Hühnerrassen für die Hybridzucht verwendet werden. Ausgesuchte Rassen werden gezielt weiter gezüchtet, damit sie zusammen noch bessere Hybriden mit noch mehr Leistung zeugen können. Diese haben zur anderen Seite häufig entscheidende Nachteile, womit sie nur zum Eierlegen oder als Tafelhuhn taugen, wobei für Selbstversorger Zwiehühner besser wären. Hybriden können auch gegen die Witterung, Parasiten oder Krankheiten anfälliger sein sowie Leistungshühnern meist die Schutzinstinkte fehlen, womit sie schneller zur Beute vom Greif, Marder oder Fuchs werden.

Eine solide Rasse wäre also besser als Leistungshybriden, wenn die richtige Rasse gewählt wird. Hier gibt es sehr große Unterschiede, nicht nur in der Eigröße. Es gibt Rassen, die sehr schwer werden und damit auf die Futtermenge proportional eine geringe Eimenge legen als andere Hühner. Die großen Rassen nach asiatischem Schlag sind jedoch ruhiger und fliegen nicht viel. Hier wären Bramas oder Cochins zu nennen. Andere Rassen wie Lakenfelder, Leghorn oder Italiener sind europäische Landhühner mit weniger Gewicht, die fleißig legen.

2017-11-18-1511009653-9235719-cochin.jpg

Bildquelle: Cochin ©Huehner-Hof.com

Es gibt

  • Legehühner
  • Zwiehühner - legen und setzen Fleisch an
  • Fleischrassen
  • Zwerghühner
  • Urzwerge - keine Großrasse floss ein
  • Zierrassen
  • und Kampfhühner, deren Haltung oder deren Kämpfe nicht zu unterstützen ist

Das Kampfhuhn bringt es zum nächsten Punkt - Hühner sind nicht generell friedlich. Junghähne können zusammen aufwachsen. Aber selbst bei sehr friedlichen Rassen brauchen diese als ausgewachsene Hähne genügend Platz und Hennen, um ohne Abgrenzung gehalten werden zu können. Hahnenkämpfe enden mit Pech tödlich, mit noch mehr Pech gewinnt der „falsche" Hahn. Aber auch Hennen sind nicht generell friedlich, da sie eine Rangordnung aufbauen, die man auch Hackordnung nennen kann. Das kann durch Federpicken zu gerupften Hühnern führen. Deswegen braucht es auch für Hühner genügend Fläche. Wer sich Hühner kauft, soll die genauen Haltungsbedingungen zur Rasse gewissenhaft erfragen. So können bis zu 8 Zwerghühner auf einen m² gehalten werden; Aber nur bei guter Stallpflege und wenn sie einen entsprechenden Auslauf haben, sowie das nicht für jede Zwerghuhnrasse gilt.

Pflichten bei der Hühnerhaltung

Aufgrund des bereits genannten Fipronil-Skandals möchte man also als Selbstversorger und Hobbyhalter seine eigenen Hühner halten? Dann wäre es sehr wichtig, darauf zu achten, die eigenen Hühner nicht ebenfalls mit Giftstoffen zu konfrontieren. Selbst wenn man keine bedenklichen Desinfektionsmittel, Medikamente oder sonstigen „Helferchen" verwendet, so könnte das billig eingekaufte Hühnerfutter z.B. mit Glyphosat belastet sein. In der Tierhaltung werden Giftstoffe angereichert. Also sollte man sehr darauf achten, dass hochwertiges Hühnerfutter erstanden wird. Dazu in dem Folgeartikel „Gutes Hühnerfutter, gute Hühnereier und kein Fiprinol-Skandal" einiges mehr.

Wenn die Hühner genug Freilauf haben, suchen sie sich einen Teil vom Futter zusammen, ansonsten und im Winter ist die Futterqualität sehr wichtig. Im Winter oder bei schlechter Witterung ist auch der Hühnerstall sehr wichtig, auf den im Folgeartikel „Eigener Hühnerstall für Eier ohne Fipronil-Skandal" eingegangen wird.

Wer Hühner hält, braucht nicht nur den Stall, den Auslauf und etwas Hühnerfutter. Er muss alle zwei Tage das Wasser wechseln, darf nicht zu viel füttern, muss auf die Stallhygiene achten, die Hühner gelegentlich auf Parasiten und Krankheiten prüfen und möglicherweise auch mal zum Geflügeltierarzt. Man kann also nicht einfach mal für 14 Tage in den Urlaub, ohne eine Urlaubsvertretung zu haben, die wenigstens auf das Nötigste achtet.

Das hört sich schlimmer an, als es ist, da man an eiligen Tagen auch mit ein paar Minuten schon alles gemacht und kontrolliert hat. Hühner können handzahm und streichelzahm werden und einen richtigen Kontakt zum Halter aufbauen. Es kann auch damit jede Minute Zeit für die Hühnerhaltung wert sein, womit man vielleicht auch nur die Hühnereier auf den Tisch stellt und die Hühner laufen lässt. Der Geschmack und die Qualität der Eier von eigenen Hühnern lohnen in jedem Fall.

http://i.huffpost.com/gen/5363314/images/s-CHICKENS-small.jpg