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Senioren auf der Hanfmesse Mary Jane?

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Wie genau sehen denn diese „Suchtgiftkriminellen" aus?

Der Undercover Besuch auf der Mary Jane, einer Cannabis Fachmesse in Berlin vom 27ten bis 29ten Mai 2016, kann das Weltbild eines braven Bürgers erschüttern, wenn diese „Suchtgiftkriminellen" optisch einfach nicht in diese Stempelschublade passen.

Man hat noch nie verbotene sondern immer nur die legalen Drogen genommen und kennt sich aus: Cannabis ist ein gefährliches Rauschgift und macht direkt abhängig. Da man ständig mehr braucht aber der Hanf nicht stark genug ist, kommt man von ganz alleine zum Heroin und damit unter die Erde. Und genau hier passen die Besucher der Mary Jane nicht mehr richtig ins Bild. Da waren ein paar Gestalten, deren Vergangenheit man erahnen kann aber die in ihrem Alter doch schon längst gestorben sein müssten.

Dann waren da einige der jüngeren Jahrgänge, die sich sehr agil bewegten und auch geistig anwesend waren. Selbst diejenigen, die sich in den verwinkelten Ecken eine Pause gönnten, sahen ansprechbar aus. Diese „Hanfjunks" waren gar nicht total weg getreten oder aggressiv und man wurde gar nicht alle 20 Minuten ausgeraubt. Es kommt aber noch schlimmer: Die meisten Messegäste sahen nicht nur bürgerlich aus, viele befanden sich bereits im Rentenalter. Wie kann das sein und warum hat die dem Messegelände gegenüber liegende Bundespolizei nicht zum Großeinsatz geblasen, wenn ganz offensichtlich Gefahr in Verzug ist?

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Rätsel über Rätsel

Der Hanf ist nicht nur verboten sondern ihm oder eher seinen Konsumenten wurde der War on Drugs erklärt. Wo kämen wir denn hin, wenn man den Menschen ihre Freiheitsrechte wirklich zugestehen würde und es nicht zu ihrem Besten über ihre Köpfe hinweg entscheidet? Und wie man als braver Bürger doch genau weiß, ohne diese Verbote wäre alles doch viel schlimmer und die Menschheit schon längst ausgestorben.

Nicht von Extremisten, dem Klimawandel oder den Kernwaffen sondern vom Hanf geht die eigentlich Gefahr aus. Aber warum kann es dann noch immer so viele von diesen „Suchtgiftkriminellen" geben, warum interessiert das nicht die Ordnungshüter und warum sieht man denen es gar nicht an, wie kaputt sie sich mit ihrem „Rauschgift" schon gemacht haben? Das alles passt nicht ins Bild. Dass viele von den Messebesuchern Cannabis medizinisch verwenden, passt hingegen schon.

Einmal Kiffen macht halt krank und dann braucht mans aus. Deswegen gab es nicht nur überall Bongs, Paper und Vapos sondern auch Growartikel für alle, die bereits stärkere Konsummuster ausgeprägt haben und die Dosis steigern müssen. Bei vielen geht es dann sogar so weit, dass Rauchen nicht mehr reicht. Sie kleiden sich in Hanf, sie essen Hanf und verwenden Produkte, die aus Hanf hergestellt wurden. Wie wahnsinnig kann man eigentlich werden?

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Natürlich sind Menschen im wahnhaften Drogenrausch sehr gefährlich und es wurden zur Vorsicht keine Fragen gestellt, um all die notwendigen Antworten zu finden. Begann der Messebesuch aus Wissensdurst, so endete er mit noch mehr Fragen.

Wie kann es denn sein, dass all diese „Rauschgiftabhängigen" nicht schreiend und wimmernd in ihrem eigenen Erbrochenen dahin siechen und einige von ihnen das stattliche Alter von über 30 Jahren erreichen? Noch mal froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein, steht für weitere Erkundungen vielleicht ein Reggae Festival an. Was genau macht diese im Drogenrausch aggressiven und gemeingefährlichen Menschen nur so friedlich?

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