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Schwimmende Plastikinseln als globale Gefahr

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Erdöl - Segen oder Fluch?

Energie kann Maschinen antreiben, mit denen Waren produziert werden, die zum Wohlstand beitragen. Energie kann auch Mobilität oder Wärme ausmachen. Erdöl ist neben Energie auch ein Rohstoff für allerhand Produkte. Es ist derart wertvoll für unsere globalisierte Welt, dass geostrategische Kriege leider zum Medienalltag gehören, auch wenn es dann um Brunnen Bohren und Frauenrechte geht. Weiterhin wird durch die fossilen Rohstoffe neben Giftstoffen wie Schwefel auch viel CO2 ausgestoßen, welches eigentlich nicht richtig giftig aber doch ein Treibhausgas ist.

Ist Erdöl damit ein Segen oder ein Fluch?

Ungeahnte Gefahrenquellen

Vielen noch weniger bekannt sind die Plastikmüllinseln in den Ozeanen. Aber diese Gewässer sind gigantisch groß, was macht es für einen Unterschied, wenn sich aufgrund der Wasserströmungen Plastikmüllinseln bilden? Das allein ist in der Tat nicht wirklich schlimm. Es gibt immerhin auch viele Schwimmpflanzen und mit dem Schatten gibt es unter diesen Schwimmpflanzen weniger Pflanzenleben. Für ein Binnengewässer kann solch eine Schwimmpflanzendecke, die nach dem Absterben beim Verrotten viel Sauerstoff zieht, durchaus das Gewässer kippen lassen. Der Atlantik und Pazifik kippen wegen begrenzten schattenwerfenden Schwimminseln gewiss nicht um.

Wer sich jedoch etwas besser mit dem Thema auskennt, dem sollte Mikroplastik ein Begriff sein. Dieser ist im Make up, Kosmetikartikeln und vielen anderen Produkten massenweise enthalten. Dieser Mikroplastik ist derart klein, dass er mit den Abwässern in die Meere gelangt. Der gewöhnliche Plastikmüll wird hunderte oder eher tausende Jahre im Meer verweilen. Dabei wird er sich durch die UV Einwirkung und die durch die Wellenbewegungen ausgelöste Reibung laufend weiter zerteilen, bis auch dieser Plastikmüll zu einem Mikroplastik geworden ist. Also alles kein Problem, da es damit dann weg ist?

Die Gefahren vom Mikroplastik

Mikroplastik ist derart klein, dass die Wasserlebewesen davon große Mengen aufnehmen. In der Nahrungskette reichert er sich weiter an. Bekannter Weise sterben nicht kleine Fische an Schwermetallen sondern die Eisbären oder Robben. Und genauso werden auch die Schäden vom Mikroplastik bei diesen Lebewesen an der Spitze der Nahrungspyramide zu finden sein, an der auch der Mensch steht. Hunderte Millionen Menschen leben von den Meeresgütern und viele dieser Menschen essen sehr große Mengen davon. Diese wären natürlich eher betroffen als andere, die nur gelegentlich mal ein wenig Meeresfisch essen.

So genau weiß man es noch nicht

Es wird vermutet, dass sich das Mikroplastik im Körper in den Muskeln und an den Gelenken absetzt, dort entzündlich wirkt und Schmerzen verursacht. Die Tiere oder der Mensch an der Spitze der Nahrungspyramide leben in der Regel deutlich länger als die kleinen Futtertiere. Damit haben wir also viel Zeit, um dieses Mikroplastik in unseren Körpern anzureichern, um es dann aus eigener Erfahrung zu wissen. Sehr sicher ist jedoch, dass es keine positiven sondern nur negative Auswirkungen auf uns und die anderen betroffenen Lebewesen haben wird.

Das Plastik aus dem Meer fischen?

Es gibt bereits einige Techniken oder Systeme, um Plastikmüll aus dem Meer zu fischen. Man könnte glatt Schiffe bauen, deren geschützte Antriebe sich nicht mit Plastik voll setzen und die vorne oder zur Seite eine „Annahmemaschine" haben, um damit das Plastik als grobe Brocken aus der Schwimmdecke zu fräsen und auf das Schiff zu fördern. Plastik kann mit gewissen Techniken wirtschaftlich zu Treibstoffen verflüssigt werden. Gab oder gibt es Walfänger, die das Wahlfett noch an Board zu Tran kochten, so könnten Verarbeitungsgeräte ebenfalls an Board der großen Schiffe sein, damit diese nur noch den Treibstoff und Reste an Transportfrachter geben während vor Ort weiter gearbeitet wird.

Derzeit vielleicht noch eine Fiktion aber mit steigenden Rohstoffpreisen vielleicht innerhalb von 20 Jahren bereits aufgrund der Wirtschaftlichkeit praktiziert?

Warum keine Biokunststoffe?

Plastik kann nicht nur aus Rohöl sondern auch aus Pflanzen hergestellt werden. Würde man nun alle Plastikartikel, die gehäuft im Meer landen, aus Bioplastik herstellen, dann würde dieses das Problem ebenfalls erheblich mindern. Biokunststoffe zersetzen sich erheblich schneller, es entstehen vergleichsweise unbedenkliche Abbauprodukte. Man könnte Bioplastik sogar im Garten kompostieren. Solange der Biokunststoff jedoch nicht feuchten Situationen mit vielen Bakterien ausgesetzt wird, hält er lange. Warum nicht Plastiktüten vom Acker und Rohöl in den Tank?